Wadersloh (mw/bb). Das war ein besonderer erster Schultag am 2. September an der Sekundarschule Wadersloh (SKW): Während auf dem Schulhof und in der Aula die neuen Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern begrüßt wurden und sich die Fünftklässler mit ihrer neuen Schule vertraut machten, stand im Schulleitungsbüro ein weiterer wichtiger Termin auf dem Programm. Bürgermeister Christian Thegelkamp begrüßte gemeinsam mit Schuldezernent Elmar Ahlke und Schulleiterin Klementine Reuter Markus Mucha offiziell in einer neuen Funktion als neuer stellvertretender Schulleiter. Bereits zum 1. August hat der 42-Jährige die Position von Dr. Rudolf Bonna übernommen, der vor den Sommerferien in den Ruhestand verabschiedet worden war. Mucha war zuvor als Abteilungsleiter an der SKW tätig und ist damit bereits bestens mit der Schule, dem Kollegium und den Abläufen vertraut.
Nahtloser Wechsel ist eine gute Nachricht
Bürgermeister Christian Thegelkamp zeigte sich erfreut darüber, dass mit Mucha ein bekanntes Gesicht die stellvertretende Schulleitung übernimmt. Besonders positiv sei, dass es keinen personellen Zeitverlust gegeben habe. „Mucha übernahm quasi direkt den Posten von seinem Vorgänger. Besser geht’s nicht“, betonte der Bürgermeister beim Pressegespräch. Auch Schulleiterin Klementine Reuter begrüßte die Besetzung ausdrücklich. Mucha kenne das System, die Schule und die Strukturen bereits sehr gut. Zwar müsse er sich in seine neue Leitungsfunktion einarbeiten, gleichzeitig könne er aber auf viel vorhandenes Wissen zurückgreifen. Davon profitiere letztlich die gesamte Schulleitung und das Kollegium. Ihren Dank richtete Reuter auch an die Bezirksregierung Münster für das durchgeführte Auwahlverfahren. Noch nicht abgeschlossen ist hingegen die Besetzung weiterer Leitungsstellen. Die Position der didaktischen Leitung wird derzeit erneut ausgeschrieben. Auch für Muchas bisherigen Posten als Abteilungsleiter muss noch eine Nachfolge gefunden werden. Dazu laufen weitere Abstimmungen mit der Bezirksregierung.
Organisation und Lernräume im Fokus
Markus Mucha selbst sieht insbesondere in der Organisation einen wichtigen Schwerpunkt seiner neuen Aufgabe. Raum- und Zeitplanung seien derzeit in Bewegung. Seit Wochen werde an entsprechenden Plänen gearbeitet, die nun Schritt für Schritt konkretisiert würden. „Von außen ist das nicht immer so ersichtlich, weil es eine sehr kleinteilige Arbeit ist“, erklärte Mucha. Welche Unterrichtsstunde zu welcher Uhrzeit und in welcher Abfolge stattfinde, sei eine anspruchsvolle Aufgabe. Hier sehe er noch Optimierungspotenzial. Gleichzeitig wolle man auf der guten Vorarbeit aufbauen und die pädagogische Arbeit durch eine verlässliche Organisation weiter unterstützen.
Auch die Schulentwicklung werde eine wichtige Rolle spielen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Gestaltung der Lernräume. Die Frage sei, wie vorhandene Räumlichkeiten noch besser für den selbstgesteuerten Unterricht genutzt werden können. Begeistert zeigte sich Mucha von der Zusammenarbeit innerhalb der Schule. Lehrkräfte, Schulleitung und pädagogische Mitarbeitende arbeiten eng zusammen. Probleme wolle man auch künftig lösungs- und problemorientiert angehen. Schulleiterin Reuter sieht die Schule dabei weiterhin als starkes Team. Man sei stolz darauf, dass die Zusammenarbeit funktioniere und dies auch immer wieder von außen zurückgespiegelt werde.
Gute Bildungslandschaft in der Gemeinde
Bürgermeister Thegelkamp unterstrich beim Antrittsbesuch zudem die Bedeutung der Sekundarschule für die gesamte Bildungslandschaft in Wadersloh. Immer wieder entschieden sich auch Schülerinnen und Schüler aus umliegenden Gemeinden für einen Schulbesuch in Wadersloh, trotz eigener ortsnaher Schulangebote. Das spreche für die Qualität der Arbeit an der SKW und den anderen Schulen in Wadersloh. Mit den jüngst besetzten Leitungspositionen im Grundschulverbund und nun auch an der Sekundarschule seien wichtige Voraussetzungen für die Schulstandorte geschaffen worden. Als Schulträger könne die Gemeinde der Schule „ein sehr gutes Testat“ ausstellen, so Thegelkamp. Auch die räumlichen Voraussetzungen seien ein wichtiger Faktor. Schulleiterin Reuter bezeichnet das gute Raumangebot sinngemäß als „dritten Pädagogen“. Die Schule sei bei ihrer Ausstattung insgesamt sehr gut aufgestellt.
Gleichzeitig gebe es weiterhin einige Baustellen. Während sich die Situation bei der OGS und beim Raumangebot nach und nach verbessere, bestehe beispielsweise bei der Schülerbeförderung am Gymnasium Johanneum weiterhin Handlungsbedarf. Angesichts der aktuellen Haushaltslage der Kommunen könnten jedoch nicht alle Aufgaben gleichzeitig angegangen werden. Handlungsbedarf besteht nach Einschätzung des Bürgermeisters teilweise auch bei den Sporthallen, die an einigen Stellen inzwischen in die Jahre gekommen seien. Diese Themen wolle Thegelkamp auch in seiner aktuellen Wahlperiode weiter angehen. Zudem werde das alte Schulhaus am Grundschulstandort Diestedde behutsam renoviert | MW berichtete hierzu bereits Ende August.
Schultoiletten an der SKW: Verwaltung sucht noch nach Lösungen
Auch die Situation der Schultoiletten an der Sekundarschule kam beim Gespräch am Mittwoch zur Sprache. Schuldezernent Elmar Ahlke verwies darauf, dass die Verwaltung nach einer politischen Beratung vor einigen Monaten den Auftrag erhalten habe, die Situation noch einmal genau zu überprüfen und mögliche Verbesserungen auszuloten. Entsprechende Gespräche laufen bereits. Bis 2027 soll genauer betrachtet werden, an welchen Stellen tatsächlich Handlungsbedarf besteht und ob gegebenenfalls bauliche Veränderungen erforderlich sind. Die Schülervertretung soll dabei eng einbezogen werden. Ziel seien ausdrücklich lösungsorientierte Ansätze. „Wir sind dran“, lautete das Zwischenfazit aus der Gemeindeverwaltung. Auch die Schule selbst hat bereits Maßnahmen ergriffen. So wurden unter anderem die Aufsichten verstärkt und WC-Kontrollen eingeführt. „Wir haben alles im Auge und werden alles dafür tun, dass sich die Schülerinnen und Schüler wohlfühlen“, machte Schulleiterin Reuter deutlich.
Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen im Bereich der Medienerziehung geplant. Unter anderem soll ein Elternabend entsprechende Themen aufgreifen. Neu ist außerdem das Angebot einer „digitalen Vertrauenszeit“. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Anlaufstelle innerhalb der SKW, die durch eine Mitarbeiterin des multiprofessionellen Teams angeboten wird. Schülerinnen und Schüler erhalten hier ein Gesprächsangebot zu Themen, die sie beschäftigen, unter anderem rund um Rassismus, Pornografie und deren Einordnung.
Foto/Text: B. Brüggenthies

