Wadersloh/Soest (mw). Die Seniorenunion Wadersloh-Liesborn- Diestedde hatte zu einer Stadtführung in die historische Stadt Soest eingeladen. Insgesamt 56 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an dem Rundgang teil. Drei Gästeführerinnen der Tourist-Information brachten den Besuchern auf anschauliche Weise die bewegte Geschichte der Stadt näher.
Im Bereich des Marktplatzes konnten die Senioren gut erhaltene und liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser sowie die imposanten Häuser aus Grünsandstein der wohlhabenden Bevölkerung aus dem Mittelalter bewundern. Die Stadtgeschichte reicht bis ins 6. Jahrhundert zurück und ist geprägt von wechselnden Herrschaftsverhältnissen und politischen Einflüssen. Die Abhängigkeit vom Kölner Erzbistum reicht bis ins 15. Jahrhundert und endete mit der Soester Fehde. Die Soester setzten sich durch, lösten sich von dem Kölner Landesherrn und schlossen sich dem Herzog von Kleve an. Der preußische Einfluss ab 1608 prägten die wirtschaftliche Entwicklung und das Leben der Soester Bevölkerung.
Zu den Höhepunkten der Führung gehörten die Besichtigungen der Wiesenkirche und des St.-Patrokli-Domes. Beide Kirchen beeindrucken durch ihre unterschiedliche Architektur. Während die Wiesenkirche ein herausragendes Beispiel der Gotik ist, weist der Dom romanische Baustrukturen auf. Auch der Große Teich, der von sechs Quellen gespeist wird, spielte in der Geschichte der Stadt eine wichtige Rolle. Salzquellen in der Stadt ermöglichte die Salzgewinnung mithilfe von Siedeöfen. Der Salzhandel brachte der Stadt Wohlstand und trug wesentlich zu ihrer wirtschaftlichen Bedeutung bei. Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch die Erläuterungen zur sogenannten „Gelben Wippe“. Im Mittelalter war es ein Strafinstrument. Heute ist es im Sommer Brauch, Vertreter der Lokalprominenz in das kühle Wasser des Ententeiches zu wippen. Die Geschichte dieses außergewöhnlichen Brauchtums sorgte für besondere Aufmerksamkeit bei den Besuchern.
Der rund 90minütige Stadtrundgang vermittelte den Senioren zahlreiche interessante Eindrücke und neue Erkenntnisse über die Geschichte, Architektur und Traditionen der alten Hansestadt. Zum gemütlichen Abschluss traf sich die Gruppe zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken in einem Café am Großen Teich. In geselliger Runde ließen die Teilnehmenden den erlebnisreichen Besuch in Soest ausklingen.
Quelle: Seniorenunion, Text: Hermann Krumkamp


