Diestedde/Wadersloh (mw/bb). Mehr Raum für die Betreuung, bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und eine langfristige Perspektive für den Offenen Ganztag: Mit der geplanten Sanierung und dem Ausbau des Altbaus (Anm. d. Red.: ehem. Atelier des Künstlers W. Klenk) am Grundschulstandort Diestedde beschäftigt sich am übernächsten Montag der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport der Gemeinde Wadersloh.
Räumliche Ausstattung nicht mehr zeitgemäß: 50 Kinder, aber nur ein Betreuungsraum
Hintergrund der geplanten Maßnahme ist die seit Jahren angespannte Raumsituation am Diestedder Grundschulstandort. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung werden dort derzeit täglich rund 50 Kinder im Rahmen des Offenen Ganztags (OGS) beziehungsweise der „Flexiblen Betreuung“ betreut. Dafür steht im Wesentlichen ein rund 55 Quadratmeter großer Betreuungsraum im Altbau zur Verfügung. Hinzu kommen ein Essensraum für die Mittagsverpflegung sowie ein Bewegungsraum im Kellergeschoss des Hauptgebäudes. Eine regelmäßige zusätzliche Nutzung des Essensraums als Betreuungsraum sei aus organisatorischen und hygienischen Gründen nicht beziehungsweise nur sehr eingeschränkt möglich.

Weitere Gruppen-, Förder-, Rückzugs- oder Funktionsräume, die dem Offenen Ganztag zugeordnet sind, gibt es am Standort bislang nicht. Auch für die fünf OGS-Beschäftigten gibt es derzeit keine eigene räumliche Infrastruktur. Ein separates Büro sowie ein Personal- oder Pausenraum fehlen. Verwaltungs- und Organisationstätigkeiten finden innerhalb des Betreuungsraums statt. Auch eigene Sanitäranlagen für die Beschäftigten stehen nicht zur Verfügung.
Obergeschoss des Altbaus bislang ungenutzt
Eine mögliche Lösung sieht die Gemeindeverwaltung im bislang weitgehend ungenutzten Obergeschoss des Altbaus. Bei der ursprünglichen Einrichtung der OGS wurde lediglich das Erdgeschoss für die Nutzung hergerichtet. Das Obergeschoss ist dagegen bislang ungenutzt. Dort könnte künftig unter anderem ein weiterer Betreuungsraum entstehen. Außerdem sind ein Personalraum und eine Personaltoilette vorgesehen. Denkbar wäre darüber hinaus, dem Heimatverein Diestedde einen Lager- beziehungsweise Besprechungsraum zur Verfügung zu stellen. Der Verein nutzt bereits seit Jahren einen Raum im Obergeschoss als Lager. Der Ausbau könnte mit einer ohnehin notwendigen Dachsanierung des Gebäudes verbunden werden. Nach Einschätzung der Verwaltung könnten sich daraus entsprechende Synergieeffekte ergeben.
Ganztagsanspruch erhöht den Handlungsdruck
Die Gemeindeverwaltung verweist bei der Bewertung der Situation auch auf den stufenweisen Ausbau des Rechtsanspruchs auf Ganztagsförderung für Kinder im Grundschulalter. Die vorhandenen Räumlichkeiten würden bereits heute nur eingeschränkte Möglichkeiten für unterschiedliche pädagogische Angebote, Fördermaßnahmen und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Hinzu kommen Anforderungen an die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Unter anderem müssen geeignete Pausen- und Aufenthaltsmöglichkeiten sowie angemessene Sanitäreinrichtungen zur Verfügung stehen. Auch Verwaltungs-, Leitungs- und Dokumentationsaufgaben sowie datenschutzrelevante Tätigkeiten seien ohne einen separaten Büroraum nur eingeschränkt möglich. Die Verwaltung kommt aktuell daher zu dem Schluss, dass die derzeitige räumliche Ausstattung weder einer zeitgemäßen Ganztagsbetreuung noch einer angemessenen Arbeitsumgebung für die Beschäftigten entspreche.
Architekt stellt Vorentwurf im Ausschuss vor
Für die mögliche Weiterentwicklung des Gebäudes hat das Architekturbüro Tripp Wördemann aus Ahlen auf Grundlage des ermittelten Raumbedarfs einen Vorentwurf erarbeitet. Dieser soll in der Ausschusssitzung vorgestellt werden. Eine Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes des Gebäudes ist nach Angaben der Verwaltung nicht vorgesehen. Gleichzeitig soll geprüft werden, welche Fördermittel für das Vorhaben genutzt werden können. Die Verwaltung befindet sich hierzu bereits mit verschiedenen Fördermittelgebern im Gespräch.

Noch keine endgültige Entscheidung
Mit der Sitzung am 7. September fällt zunächst noch keine endgültige Entscheidung über die Umsetzung der Sanierung. Der Beschlussvorschlag sieht vor, die Verwaltung zunächst damit zu beauftragen, die vorgestellte Planung weiterzuführen und entsprechende Fördermöglichkeiten zu prüfen. Anschließend soll das Projekt in den politischen Gremien weiter beraten werden. Vorgesehen sind Beratungen im Bau-, Planungs- und Strukturausschuss am 16. September, im Hauptausschuss am 28. September sowie abschließend im Rat der Gemeinde Wadersloh am 12. Oktober 2026.
Die 3. Sitzung des Ausschusses findet am Montag, 7. September 2026, um 17.30 Uhr im Ratssaal des Rathauses Wadersloh statt. Die Beratung zum Tagesordnungspunkt „Sanierung Altbau Grundschulstandort Diestedde“ ist öffentlich.
Fotos/Text: mw/bb, zus. Quelle: Gemeinde


