Wadersloh/Diestedde/Liesborn (mw/bb). Wie entsteht eigentlich Strom aus Wind und Sonne? Warum sind Bienen für unsere Obstbäume so wichtig? Und was passiert mit dem Müll, nachdem er in der richtigen Tonne gelandet ist? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen Kinder aus den gemeindlichen Grundschulen und Kindertageseinrichtungen bei den diesjährigen Klimawochen auf den Grund. Bereits zum dritten Mal fand die Veranstaltungsreihe statt, die auf eine Initiative des Netzwerks für Klimaschutz und Nachhaltigkeit (NKN) zurückgeht. Das abwechslungsreiche Programm bot Kindern die Möglichkeit, Klimaschutz und Nachhaltigkeit nicht nur im Unterricht zu besprechen, sondern unmittelbar zu erleben.

Klimaschutz beginnt vor Ort – und am besten schon bei den Jüngsten: Die Liesborner Grundschule machte bereits im Mai den Anfang und nutzte das Museumsangebot zur Ausstellung „Das Klima in Westfalen“. An den anderen Grundschulen orientierten sich die Aktionen vielfach an aktuellen Unterrichtsthemen. So besuchten Erstklässlerinnen und Erstklässler beispielsweise eine Imkerei oder einen Biobauernhof. Die dritten und vierten Klassen beschäftigten sich intensiv mit Abfallsortierung und Abfallvermeidung. Teilweise wurde das Thema gleich praktisch angegangen: bei Müllsammelaktionen in der Umgebung. Die Gemeinde stellte dafür Greifzangen, Handschuhe und Eimer zur Verfügung.
Auch die Landwirtschaft wurde zum außerschulischen Lernort: Auf verschiedenen Höfen erhielten die Kinder spannende Einblicke in die Erzeugung regionaler Lebensmittel. Sie konnten Rinder im Stall und auf der Weide beobachten und dabei erfahren, woher regionale Produkte kommen. Eine besondere Entdeckung wartete dabei in Form eines Weißstorchs: Mit Blick auf das Storchennest erfuhren die Kinder Wissenswertes über das Zugverhalten, die Nahrungssuche, den Nestbau und die Aufzucht der Jungstörche. Bei einer Imkerin ging es auf die Obstwiese. Verschiedene Obstbaumsorten wurden vorgestellt und anschaulich erklärt, welche wichtige Rolle die Bienen bei der Bestäubung der Blüten spielen. Natürlich durfte auch das praktische Erlebnis nicht fehlen: Mit großer Freude setzten die Kinder Imkerhüte auf und stellten in der Scheune eigene Samenkugeln mit Blühsamen her. Um eine ganz andere Seite regionaler Lebensmittel ging es beim Besuch des Landmarktes: Dort stand die Erdbeere als saisonale Frucht im Mittelpunkt, inklusive eigener Ernte und Verkostung. Für drei Schulklassen geht die Entdeckungsreise im Oktober noch weiter: Dann dreht sich alles um die Kartoffel. Dafür besuchen die Kinder einen speziellen Schulbauernhof.
Auch in den Kindertageseinrichtungen wurde fleißig geforscht, entdeckt und ausprobiert. Die KiTa-Kinder aus Liesborn beschäftigten sich mit dem Thema Abfall und durften sich dabei über einen ganz besonderen Gast freuen: Ein Müllfahrzeug kam direkt zu Besuch. In einigen weiteren Kitas machte das Umweltmobil der AWG Station und zeigte den Kindern auf anschauliche Weise, wie Müll richtig sortiert wird. Naturerlebnisse standen ebenfalls auf dem Programm. Mit der Rollenden Waldschule konnten die Kinder Wissenswertes über Tiere, Pflanzen und die Kreisläufe in der Natur erfahren. Eine Gruppe trotzte sogar dem Regen und machte sich auf den Weg zu einem Naturhof. Dort wurde unter dem regendichten Blätterdach hoher Bäume ein ganz besonderes Picknick erlebt. Wie erneuerbare Energien funktionieren, konnten die Vorschulkinder bei mehreren Versuchsstationen des LIZ-Umweltmobils ausprobieren. Mit Experimenten zu Wasser, Wind und Sonne wurde verständlich vermittelt, wie Strom erzeugt werden kann. Dabei lernten die Kinder auch, warum erneuerbare Energien für den Klimaschutz eine wichtige Rolle spielen.
Die Erziehungs- und Lehrkräfte nahmen die Angebote erneut gerne an. Auch die beteiligten Hofbesitzerinnen und Hofbesitzer bereiteten ihre Aktionen mit viel Engagement vor und freuten sich über den Besuch der Kindergruppen, geht aus einer Mitteilung der Gemeindeverwaltung hervor.
Fotos/Text: mw/bb., zus. Quelle: Gemeinde


