Liesborn (mw/bb). Doppelter Grund zur Freude in Liesborn: Die katholische Kindertageseinrichtung St. Antonius hat am Wochenende nicht nur ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert, sondern zugleich auch offiziell die umfangreich modernisierten und erweiterten Räumlichkeiten eingeweiht. Unter dem Motto „Unsere Kita, unser Liesborn“ wurde dabei deutlich, wie eng die Einrichtung seit Jahrzehnten mit dem Dorfleben verbunden ist. Das Jubiläumsfest am Freitag war die dritte und letzte Veranstaltung der Jubiläumswoche. Bereits zuvor hatten ein Sponsorenlauf und ein Festgottesdienst in der Abteikirche stattgefunden.



Schon zur Begrüßung machte KiTa-Leiter Björn Michel deutlich, worauf es an diesem Tag ankommen sollte: Gemeinschaft. Zahlreiche Vereine und Gruppen aus Liesborn waren beim Jubiläumsfest vertreten, darunter der Schützenverein, die Seniorengemeinschaft, die KÖB, das Josefshaus, die Feuerwehr, die Landjugend, die Landfrauen, die Lieseborussen, die Romo-Freunde samt Romo-Flöhe sowie viele weitere Akteure des Dorflebens. „Das ist nicht einfach nur ein Spruch, nein, das leben wir tagtäglich“, betonte Michel mit Blick auf das Motto der Feierlichkeiten.
Neben Eltern, Kindern und Mitarbeitenden begrüßte Michel auch zahlreiche Ehrengäste, darunter den stellvertretenden Bürgermeister Jürgen Rühl, Pfarrer Martin Klüsener sowie Vertreterinnen der Verbundleitung und der kirchlichen Verwaltung. Für einen emotionalen Auftakt sorgten anschließend das KiTa-Team selbst mit einem eigens vorbereiteten Jubiläumslied über „60 Jahre Stück für Stück“.
„Das Herzstück sind die Menschen“
In ihrer Ansprache richtete Verbundleiterin Carolin Bock den Fokus vor allem auf das Team der Einrichtung. Zwar denke man bei einem 60-jährigen Bestehen zunächst an Gebäude oder pädagogische Konzepte, sagte Bock, doch das eigentliche Herzstück einer KiTa seien die Menschen, die dort arbeiten.

Besonders die zurückliegenden Jahre während der Bauphase hätten gezeigt, wie viel Engagement, Flexibilität und Zusammenhalt im Team steckten. Trotz improvisierter Abläufe und zusätzlicher Belastungen sei es gelungen, den Kindern weiterhin einen Ort von Geborgenheit und Sicherheit zu bieten. „Das Wertvollste kann man nicht bauen – die Atmosphäre, die Menschen miteinander schaffen“, sagte Bock.
Rund 2,4 Millionen Euro investiert
Pfarrer Martin Klüsener erinnerte in seiner Ansprache daran, dass die KiTa St. Antonius in Trägerschaft der katholischen Pfarrei St. Margareta Wadersloh steht, die sich mit allen Gremien erfreut daüber zeigte, dass die Baumaßnahme rechtzeitig zum Jubiläum abgeschlossen werden konnte. Insgesamt seien rund 2,4 Millionen Euro in Erweiterung und Sanierung investiert worden, finanziert durch Mittel des Bundes, des Landes Nordrhein-Westfalen, des Bistums Münster und der Gemeinde Wadersloh. Klüsener dankte allen Beteiligten, darunter der Gemeinde Wadersloh, Architektin Marietheres Luster-Haggeney, der Verbundleitung, der kirchlichen Verwaltung, dem Förderverein sowie insbesondere dem Team und KiTa-Leiter Björn Michel.

Auch die Eltern hätten während der mehrjährigen Bauzeit viel Geduld bewiesen. Die Mitarbeitenden wiederum hätten unter erschwerten Bedingungen weiter engagiert gearbeitet und zeitweise sogar auf Rückzugsmöglichkeiten verzichten müssen. Im Anschluss segnete Klüsener die neuen Räume und bat um Gottes Schutz für Kinder, Familien und Mitarbeitende.
Blick in die Zukunft
Der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Rühl würdigte die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte und sprach von einer Aufgabe, die „wie eine Berufung“ sei. Die Mitarbeitenden würden nicht nur basteln, singen oder trösten, sondern den Kindern auch wichtige Grundlagen für das gesellschaftliche Miteinander vermitteln. Mit Blick auf den Umbau betonte Rühl die Bedeutung der Investition für den Ortsteil Liesborn. Die modernisierte Einrichtung schaffe unter veränderten Anforderungen eine wichtige Grundlage für die kommenden Jahre. Besonders hob er hervor, dass Familien weiterhin kurze Wege hätten und auch die Grundschule im unmittelbaren Umfeld erhalten bleibe. Darüber hinaus schlug Rühl einen Bogen zur Ortsgeschichte und erinnerte an die benachbarte historische „Feierscheune“, deren Ursprünge bis ins Jahr 1721 zurückreichen.
Ein Dorfprojekt mit langer Geschichte
Die Geschichte der KiTa St. Antonius reicht bis in die späten 1950er-Jahre zurück. Damals gründeten engagierte Liesborner Bürgerinnen und Bürger einen Förderkreis, um Finanzierungslücken beim Bau eines Kindergartens zu schließen. Mit Spenden und zahlreichen Aktionen wurde schließlich die Grundlage für die Eröffnung Mitte der 1960er-Jahre geschaffen. Bis heute unterstützt der Förderverein die Einrichtung. Auch der Name der KiTa ist eng mit Liesborn verbunden: Ein Vermächtnis von Anton Nachtkemper ermöglichte einst den Erwerb des Grundstücks . Sein Vorname wurde später Namensgeber der kath. Einrichtung.



Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit präsentiert sich die KiTa heute umfassend modernisiert. Neben neuen Gruppenräumen entstanden zusätzliche Schlafmöglichkeiten, moderne Waschräume, ein Kinderbistro, neue Bewegungsflächen sowie ein energetisch zeitgemäßes Konzept mit Wärmepumpen, Photovoltaikanlage und Fußbodenheizung. Auch das Außengelände wurde vollständig neugestaltet. Während der Bauphase waren Teile des Betriebs in einem Modulbau untergebracht worden. Mittlerweile sind alle Gruppen wieder unter einem Dach vereint.
Vereine, Tanz und Mitmachaktionen
Beim Jubiläumsfest am Freitagnachmittag selbst stand anschließend das gemeinsame Feiern im Mittelpunkt. Zahlreiche Aktionsstände von Vereinen und Gruppen aus Liesborn luden zum Mitmachen ein. In den neuen Räumlichkeiten gab es Themenangebote wie „Forschen und Entdecken“, Sprachspiele, Kreativangebote, Bewegungslandschaften oder Einblicke in die U3-Arbeit. Im neuen Kinder-Bistro wartete zudem ein großes Kuchenbuffet auf die Gäste.
Bildergalerie: Jubiläumsfest 60 Jahre KiTa St. Antonius




















Fotos: Teresa Therre & B. Brüggenthies , Text: B. Brüggenthies


