Diestedde (mw/bb). Mit einem eindrucksvollen ersten Festtag hat das Schützenfest 2026 in Diestedde seinen Auftakt am langen Pfingstwochenende gefeiert. Zwischen feierlichem Antreten, bewegenden Momenten am Ehrenmal und dem großen Zapfenstreich im Innenhof von Schloss Crassenstein stand vor allem die Rede von Oberst Ralf Brinkmann im Mittelpunkt des Tagesgeschehens.
Traditionell steht der Samstag im Zeichgen des würdigen Gedenkens. Bei fast schon hochsommerlichen Temperaturen wurde das nachmittägliche Antreten am Backhaus-Areal zu einer Herausforderung. Nach dem Empfang des Königspaars Kaiserin Sigrid und König Johannes erfolgten u.a. das Ständchen am Seniorenzentrum Haus Maria Regins und anschließend die Kranzniederlegungen an den Ehrenmalen an der Langen Straße. Am neuen Ehrenmal wurde der musikalische Rahmen durch das traditionsreiche Lied „Der gute Kamerad“ gesetzt, welches der Liese-Shanty-Chor vortrug. Oberst Ralf Brinkmann nahm dieses Lied zum Anlass für eine tiefgehende historische Einordnung. In seiner Rede erinnerte er an die Entstehung des Textes durch Ludwig Uhland und die besondere Rolle des Liedes im militärischen und staatlichen Trauerzeremoniell. Dabei betonte er die ursprüngliche Intention des Werkes als Ausdruck universeller Trauer, unabhängig von Fronten und Ideologien.







Brinkmann warnte zugleich vor späteren politischen Instrumentalisierungen und hob hervor, dass das Lied nicht zur Verklärung von Krieg diene, sondern zur Erinnerung an die Opfer, Soldaten wie Zivilisten. Entscheidend sei die heutige Bedeutung: Das Gedenken an Leid und Verlust und die daraus erwachsene Verantwortung für Frieden, Freiheit und Demokratie.
Großer Zapfenstreich vor Schloss Crassenstein
Ein weiterer Höhepunkt des Tages und des gesamten Schützenfestes folgte am Nachmittag im Innenhof von Schloss Crassenstein: Der traditionelle Große Zapfenstreich. Vor der historischen Schlosskulisse marschierten die Kompanien und Garden auf, begleitet vom Blasorchester Diestedde und dem Spielmannszug Hovestadt-Nordwald. In der besonderen Atmosphäre des Schlossinnenhofs entstand ein feierliches Bild. Zur Freude der OFfiziellen waren auch viele Besucherinnen und Besucher vor Ort, um diesen besonderen Festakt beizuwohnen. Schon die vorherige Fahnenparade unterstrich die Bedeutung des Schützenwesens als gelebte Tradition und Gemeinschaftspflege im Nikolausdorf.
Nach dem Umzug ins Festzelt folgten die Übergaben des Kompaniepokals und der Kordeln. Besonders im Fokus stand danach die Jugend: Beim Vogelschießen der Jungschützen wurde der neue Nachwuchsregent ermittelt. Für die Kinder gab es ein Spielprogramm. Die Erwachsenen stärkten sich mit Flüssigkeit nach dem sonnigen Dorfbegang. Der erste Festtag klang am Abend mit DJ-Musik und ausgelassener Stimmung im Zelt aus.
Ausblick auf Sonntag: Königsschießen und große Krönung
Der zweite Festtag verspricht weitere Höhepunkte. Am Pfingstsonntag beginnt das Programm traditionell mit dem Antreten am Backhaus und einem gemeinsamen Frühstück im Festzelt. Danach steht ab ca. 11.15 Uhr das Königsschießen im Mittelpunkt, begleitet von musikalischem Frühschoppen und weiterem Familienprogramm. Die feierliche Krönung des neuen Majestätenpaares sowie der Jungschützen- und Kinderkönige im Innenhof von Schloss Crassenstein erfolgt gegen 17 Uhr. Im Anschluss zieht das Bataillon zurück ins Zelt, bevor die große Polonaise und der Festball den Tag abrunden.















Fotos/Text: B. Brüggenthies
Schon gewusst? Mein-Wadersloh.de finanziert sich durch seine Leserinnen und Leser. Mach‘ gerne bitte und schließe ein Soli-Abo ab, damit wir auch künftig über das vielfältige Dorfleben berichten können.



