Wadersloh (mw/bb). Im neuen Baugebiet „Wohnpark Mauritz“ sollen drei Straßen benannt werden und die Entscheidung darüber hat im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport für eine kurze politische Diskussion gesorgt. Die finale Beschlussfassung erfolgt erst im Hauptausschuss am 29. Juni und anschließend im Rat am 8. Juli 2026.
Ausgangspunkt der Beratungen war eine lange Liste mit insgesamt elf Namensvorschlägen aus einem breiten Spektrum und wurde von Politik, Heimatverein und Bürgerschaft ausgewählt. Der Heimatverein Wadersloh hatte unter anderem „Veilereck“, „Veilerweg“, „Heymann-Straße“ und „Kiebitzweg“ vorgeschlagen. Ergänzt wurde die Liste durch Anträge der FWG sowie eines Bürgers nach §24 GO NRW, die mehrere bundespolitisch bedeutende Persönlichkeiten ins Spiel brachten, darunter Rita Süssmuth, Elisabeth Selbert, Marie Juchacz sowie Helmut Kohl. Auch ein Vorschlag für eine „Katharina-Gerwing-Straße“ sowie weitere ortsbezogene Bezeichnungen wie „Mauritzer Wall“ gingen ein.
Die Verwaltung erinnerte zudem an die geltende politische Grundsatzregel aus dem Jahr 2013: Straßenbenennungen nach örtlichen Persönlichkeiten sollen grundsätzlich nur erfolgen, wenn diese seit mindestens 30 Jahren verstorben sind. Bei überregional bedeutsamen Persönlichkeiten könne hiervon jedoch abgewichen werden.
FWG fordert einheitliches Leitmotiv und äußerte Kritik an Ortsbezug
In der Sitzung am Montagabend sprach sich Hubert Funke von der FWG klar für eine Benennung nach „politischen Persönlichkeiten von nationaler Bedeutung“ aus. Drei Namen sollten ein „stimmiges Gesamtbild“ ergeben und ein „starkes Signal“ setzen. Eine Orientierung an Flur- oder Ortsbezeichnungen wie „Veilereck“ lehne man hingegen ab. Für ein neues Wohngebiet sei ein einheitliches Leitmotiv sinnvoller. Die Verwaltung hatte in ihrem Vorschlag eine Mischlösung empfohlen: Neben zwei historischen Frauenpersönlichkeiten sollte mit „Veilereck“ auch ein lokalgeschichtlicher Bezug erhalten bleiben.
Dr. Klaus Blex (AfD) erfragte, ob eine Einzelabstimmung über die drei Straßennamen möglich sind und reagierte amüsiert, dass die FWG die Namen von SPD- und CDU-nahen Persönlichkeiten berücksichtigten möchte. Hubert Funke entgegnete, es gehe nicht um parteipolitische Zuordnungen, sondern um die jeweiligen Leistungen der vorgeschlagenen Persönlichkeiten. Der AfD-Antrag auf Einzelabstimmung wurde gestellt, fand jedoch keine Mehrheit.
Am Ende folgte der Ausschuss mehrheitlich dem Verwaltungsvorschlag. Die drei neuen Straßen im „Wohnpark Mauritz“ sollen künftig heißen: Rita Süssmuth-Straße, Veilereck und Elisabeth-Selbert-Straße. Damit verbindet das neue Quartier künftig einen (mutmasslichen?) lokalen Flurbezug mit zwei Namen bedeutender Persönlichkeiten der deutschen Demokratiegeschichte. Zudem mit Rita Süßmuth eine mit Wadersloher Wurzeln. Die endgültige Entscheidung fällt jedoch erst in den kommenden Sitzungen von Hauptausschuss und Rat.
Symbolfoto/Text: mw/bb.

