Diestedde (mw/bb). Ein fester Bestandteil der jährlichen Vesammlung des DRK-Ortvereins Wadersloh ist die Ehrung langjähriger Mitglieder. Für ihre Verdienste wurden in diesem Jahr zunächst Anina Bolzenius (10 Jahre), Philipp Leismann (15 Jahre) sowie Michael Schnitker (25 Jahre) ausgezeichnet. Bereits drei Jahrzehnte im Zeichen des Roten Kreuzes engagieren sich Sebastian Brunsing, Pascal Dieckmann und Silvia Nienaber-Schmolke, die ebenfalls geehrt wurden. Ein halbes Jahrhundert im Dienst der Idee des Roten Kreuzes steht Ernst Leismann, der für eine beeindruckende 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde.

Henry Dunant hätte seine helle Freude gehabt
Besonders gewürdigt wurden aber vor allem Sonja Westkemper und Alfons Wollenhöfer, die mit der Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe ausgezeichnet wurden. Die Auszeichnungen nahmen innerhalb der Versammlung einen besonders würdigen und zugleich persönlichen Rahmen ein, nicht nur aufgrund der Verleihung der Verdienstmedaille, sondern vor allem wegen der eindrucksvollen Lebensleistungen beider Geehrten.
In seiner Laudatio zeichnete Heinz-S. Gosmann, Landesjustiziar des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe e.V., ein detailliertes Bild des jahrzehntelangen Engagements beider Geeherten. Sonja Westkemper habe sich seit ihren Anfängen im Jugendrotkreuz im Jahr 1993 kontinuierlich weiterentwickelt und übernehme seit 2004 als Rotkreuzleiterin eine zentrale Rolle im Ortsverein. Darüber hinaus ist sie inzwischen auch auf Kreisebene als Fachberaterin Ausbildung tätig. Ihre fachliche Qualifikation sei außergewöhnlich breit: von Notfalldarstellung über Führungsaufgaben bis hin zu spezialisierten Einsatzbereichen wie Stromversorgung, Bootsführung oder psychosoziale Notfallversorgung.

Besonders hervorgehoben wurde ihre Mitwirkung bei Großlagen und überregionalen Einsätzen, etwa beim Weltjugendtag 2005, der Frauen-Fußball-WM 2011, während der Corona-Pandemie oder beim Hochwasser 2023. Gosmann betonte, dass Westkemper nicht nur durch Fachwissen, sondern vor allem durch Verlässlichkeit, Organisationstalent und ihr hohes Verantwortungsbewusstsein herausrage. Sie sei in allen drei Bereitschaften hervorragend vernetzt und häufig erste Ansprechpartnerin bei komplexen Fragestellungen.

Auch die Verdienste von Alfons Wollenhöfer wurden mit großer Anerkennung gewürdigt. Seit seinem Eintritt im Jahr 1969 steht er dem Roten Kreuz zur Seite, über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg. Gosmann hob insbesondere seine kontinuierliche Einsatzbereitschaft hervor: Ob bei der Friedlandhilfe, die er seit Jahrzehnten unterstützt, bei der Altkleidersammlung, in der Betreuung von Seniorenfahrten oder bei der Pflege und Wartung von Einsatzfahrzeugen.
Seine Qualifikationen reichen vom Sanitätsdienst über Funk bis hin zur Funktion als Gruppenführer und Gerätewart. Auch bei besonderen Einsätzen im In- unn Ausland, etwa im Katastrophenschutz, bei Großveranstaltungen oder in der Flüchtlingshilfe, habe Wollenhöfer stets Verantwortung übernommen. Dabei sei er im Ortsverein vor allem als verlässliche, stets hilfsbereite Persönlichkeit bekannt, die ohne große Worte anpackt.
Im Anschluss ergänzte Bernhard Schniederjohann die offiziellen Worte um eine persönliche Würdigung, die den emotionalen Stellenwert der Ehrung unterstrich. Über Sonja Westkemper sagte er, sie habe „den Blick für das Ganze“ und verbinde im Ortsverein Menschen und Strukturen zu einer starken Einheit. Ihre klare Haltung und ihr Engagement schafften Orientierung und Vertrauen. Ein augenzwinkernder, aber treffenden Satz bringt es wertschätzend auf den Punkt: „Henry Dunant hätte seine helle Freude an dir gehabt.“
Mit Blick auf Alfons Wollenhöfer stellte Schniederjohann die außergewöhnliche Dauer seines Engagements in den Mittelpunkt. Über 55 Jahre aktiver Dienst seien Ausdruck einer Haltung, die den Ortsverein trage: Da sein, wenn man gebraucht werde. Selbstverständlich und ohne großes Aufheben. Besonders betonte er dabei auch Wollenhöfers menschliche Art: Seine Offenheit, seine Herzlichkeit und seinen Humor.
Beide Geehrten, so der Tenor der Versammlung, stehen exemplarisch für das, was das Deutsche Rote Kreuz im Kern ausmacht: Gelebte Menschlichkeit, Verlässlichkeit und generationenübergreifendes Engagement. Ihre Auszeichnung wurde daher nicht nur als persönliche Ehrung verstanden, sondern auch als sichtbares Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt insgesamt.
Fotos/Text: B. Brüggenthies


