Wadersloh (mw/bb). Mit einem traditionellen Richtfest ist am Freitagnachmittag (20. März) ein weiterer Meilenstein beim inklusiven Wohnprojekt an der Benteler Straße gefeiert worden. Nachbarn, Bauherren, Handwerker und Projektverantwortliche kamen zusammen, um den sichtbaren Baufortschritt zu würdigen und um ein Zeichen für gelebte Gemeinschaft zu setzen. Einen besonderen Moment konnte man bereits zu Beginn des kleinen Festakts erleben: Die Nachbarn hatten den Richtkranz mitgebracht, der anschließend mithilfe einer „Räuberleiter“ am Baugerüst nach oben gereicht und befestigt wurde.





Zimmermann Hermann Bühlbecker übernahm in luftiger Höhe den traditionellen Richtspruch. In gewohnt launiger und zugleich feierlicher Art begrüßte er die Gäste und dankte für das gemeinsame Engagement: Man habe dieses Gebäude „mit Gottes Hilfe glücklich zustande gebracht“. Mit humorvollen Versen führte Bühlbecker durch den Brauch, der seit Generationen zum Handwerk gehört. In seinem Spruch hob er die Arbeit der Handwerker hervor, richtete aber auch das Wort an die Bauherren, nicht ohne augenzwinkernd auf das übliche „Trinkgeld“ anzuspielen. Am Ende stellte er das Gebäude unter Gottes Schutz: Alles Unheil möge dem Hause und seinen künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern fernbleiben.
Die beiden Bauherren Achim Goldhammer und Karl-Heinz Junker schlugen nacheinander die letzten zwei Nägel ins Gebälk. Der symbolische Abschluss der Rohbauphase ist geschafft. Begleitet vom gemeinsamen Gesang von „Großer Gott, wir loben dich“ klang der offizielle Teil des Richtfestes aus, während die Abendsonne langsam hinter der Pfarrkirche St. Margareta versank. Das Projekt nimmt weiter Gestalt an. Was im Vorjahr mit einem symbolischen Spatenstich begann, wächst nun sichtbar wetier in die Höhe. Die Fertigstellung des Gebäudes ist zum Jahresende 2026 geplant.




Hintergrund: Wohnmöglichkeit für Menschen mit Behinderung
Das Bauprojekt an der Benteler Straße hat eine besondere Bedeutung für Wadersloh. Bereits beim ersten Spatenstich im Dezember war die Rede von einem Vorhaben mit Vorbildcharakter. Hier entstehen zwölf Wohnplätze für Menschen mit Behinderung. Träger ist die St.-Vinzenz-Gesellschaft aus Ahlen. Die barrierefreien Wohnungen sollen nicht nur modernen Wohnraum schaffen, sondern vor allem ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Gemeinschaftsbereiche, ein Sinnesgarten sowie eine nachhaltige Bauweise mit Photovoltaik und Wärmepumpe unterstreichen den Anspruch, ein zukunftsweisendes Wohnkonzept umzusetzen.
Fotos/Text: B. Brüggenthies, Disclaimer: Werbung, unbezahlt



