Wadersloh (mw/bb). Im Rahmen der Haushaltsplanberatungen 2026 hat der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport am 10. Februar kontrovers über die Zukunft kommunaler Zuschüsse für die Volkshochschule (VHS), die Schule für Musik sowie die Gemeindepartnerschaften beraten. Ein Antrag der AfD-Fraktion, sämtliche Zuschüsse in diesen Bereichen ersatzlos zu streichen, fand jedoch keine Mehrheit.
AfD-Ratsmitglied Dr. Klaus Blex begründete den Vorstoß mit der angespannten Haushaltslage. In Zeiten defizitärer Haushalte müsse man sich auf Pflichtaufgaben konzentrieren, freiwillige Leistungen seien kritisch zu prüfen oder zu beenden. Zwischenzeitlich relativierte Blex seine Position: Die Zuschüsse für Gemeindepartnerschaften und Musikschule sollten bestehen bleiben, bei der Volkshochschule stelle sich jedoch die Frage, ob ein Ausstieg möglich sei.
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Bürgermeister Christian Thegelkamp erläuterte, dass die Gemeindepartnerschaften unter anderem Schüleraustausche, Bürgerbusfahrten sowie Projekte zur europäischen Verständigung umfassen. Sie förderten die Kenntnis der europäischen Partnerkommunen im Ausland und beinhalteten zudem Fortbildungen. Die Schule für Musik biete musikalische Früherziehung sowie das Programm JEKITS an. Hunderte Schülerinnen und Schüler nähmen daran teil. Die Angebote der Musikschule seien zwar kostenpflichtig, arbeiteten jedoch nicht immer kostendeckend. Gemeindemitarbeiter Elmar Ahlke ergänzte, dass die Arbeit der VHS im Weiterbildungs-Gesetz öffentlich-rechtlich geregelt. Das Angebot ist Teil eines seit mehr als 50 Jahren bestehenden Zweckverbandes zwischen der Gemeinde Wadersloh und der Stadt Beckum. Sowohl VHS als auch Musikschule stellen zudem niederschwellige Angebote für alle Bildungs- und Einkommensniveaus dar, stellte Thegelkamp heraus.
Mehrere Ausschussmitglieder verwiesen auf den gesetzlichen Auftrag sowie die kulturelle Bedeutung der Einrichtungen. Jürgen Rühl (CDU) betonte, Sparen sei das eine, doch man könne auch stolz darauf sein, Kulturstandort zu sein. Gerade die Musikschule mit ihren vielfältigen Angeboten leiste einen wichtigen Beitrag zur Bildungs- und Kulturlandschaft vor Ort. Hubert Funke (FWG) widersprach der AfD: Partnerschaften seien kein Luxus. Man wolle keine Mauern hochziehen, sondern eine Gemeinde bleiben, die verbindet. Auch der SPD-Vertreter Olaf Smyczek kündigte an, dem Antrag der AfD nicht zu folgen. Bei der abschließenden Abstimmung erhielt der Antrag auf Streichung der Zuschüsse zwei Ja-Stimmen – beide aus den Reihen der AfD.
Symbolbild/Text: mw/bb.


