Wadersloh (mw/bb). In der Gemeinde Wadersloh wird derzeit intensiv über die Anschaffung einer elektrisch unterstützten Fahrrad-Rikscha diskutiert. Auslöser ist ein Antrag der FWG-Fraktion, der im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport beraten wurde. Ziel des Vorstoßes: Das bestehende kommunale Verleihsystem „We Bike“ (Hotel Karger) um ein inklusives Mobilitätsangebot erweitern, insbesondere für Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie Familien mit kleinen Kindern.
LEADER-Programm böte eine passende Förderkulisse
Nach Angaben der Verwaltung belaufen sich die Anschaffungskosten für eine E-Rikscha auf rund 10.000 Euro. Über eine LEADER-Kleinprojektförderung könnten bis zu 80 Prozent der Kosten gedeckt werden. Der verbleibende Eigenanteil von etwa 2.000 Euro müsste über einen Projektträger oder Drittmittelgeber aufgebracht werden. Die Gemeinde selbst soll weder Kosten noch organisatorische Verantwortung übernehmen.
Elmar Ahlke von der Gemeindeverwaltung stellte klar, dass bislang keine verbindlichen Zusagen vorlägen. Zwar habe es eine Bedarfsabfrage gegeben, doch sei die Situation differenziert zu betrachten: Die Einrichtung St. Josef-Haus verfüge bereits über eine Förderzusage und habe ein entsprechendes Projekt beauftragt. Bei der SMMP sei derzeit kein weiterer Bedarf gesehen worden, wenngleich man die Option nicht vollständig ausschließen wolle. Weitere Gespräche mit potenziellen Trägern seien geplant, auch Fragen zu Wartung und Betrieb müssten noch geklärt werden
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FWG widerspricht: Interesse durchaus vorhanden
Seitens der FWG zeigte man sich überrascht über die Darstellung der Verwaltung. Hubert Funke (FWG) berichtete, dass mehrere Einrichtungen durchaus Interesse signalisiert hätten. So verfüge die SMMP lediglich am Standort Oelde-Stromberg über eine Rikscha. Andere Einrichtungen wie das C.E.M.M. (Anm. d. Red.: gemeint ist die Caritas-Tagespflege) seien bislang nicht angefragt worden, hätten jedoch Interesse bekundet. Auch das „Haus Stritzl“ (Liesborn) habe ausdrücklich Bereitschaft signalisiert, sogar inklusive der Möglichkeit, einen Unterstand bereitzustellen. Damit sei ein zentrales Problem lösbar, das bislang angeführt wurde: Fehlende Stellflächen beim „We Bike“-Standort in Wadersloh. Die FWG betonte zudem, dass durch die angestrebte Förderung und Drittmittel keine Belastung des Gemeindehaushalts entstünde. Vielmehr sehe man in dem Projekt eine gute Werbung für den Ort und einen Mehrwert nicht nur für Seniorinnen und Senioren, sondern auch für Familien und touristische Gäste.
Auch CDU und Grüne hatten noch Fragen
Auch aus anderen Fraktionen kamen Nachfragen. Jürgen Rühl (CDU) stellte die praktische Umsetzbarkeit in den Mittelpunkt: Wer garantiere Unterstand, Pflege und Wartung? Diese Fragen müssten vor einer Umsetzung verlässlich geklärt sein. Elisabeth Hollenhorst (Grüne) verwies auf Erfahrungen aus dem „Lippetaler Kleeblatt“, wo die Nachfrage nach einer vergleichbaren Rikscha gering gewesen sei. Zudem erfordere das Fahren einer solchen Rikscha eine besondere Einarbeitung. Die SPD zeigte wiederum sich irritert, dass die FWG die vertiefenden Infos nicht bereitgestellt habe.
Die Gemeindeverwaltung kündigte an, mit potenziellen Projektträgern vertiefende Gespräche zu führen. Voraussetzung sei, dass Organisation, Wartung und Finanzierung außerhalb der Gemeindestruktur verlässlich geregelt würden. Die Kommune selbst werde weder finanzielle noch organisatorische Verantwortung übernehmen. Am Ende der Beratung zeichnete sich dennoch Einigkeit darüber ab, das Thema weiterzuverfolgen. Der Beschluss erfolgte einstimmig, allerdings mit dem Auftrag, offene Fragen zu klären.
Symbolfoto/Text: B. Brüggenthies


