Wadersloh (mw/bb). Die Toilettenanlage der Sekundarschule Wadersloh war Thema im Schulausschuss am 10. Februar. Hintergrund sind Diskussionen über den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Schülerinnen und Schüler sowie mögliche bauliche Veränderungen. 15.000 Euro sind dafür bereits im Haushalt vorgesehen. Jürgen Rühl (CDU) hatte die Diskussion bei Haushaltsplanberatungen angestoßen.
Die Schulleiterin der Sekundarschule, Klementine Reuter, berichtete von Schülerumfragen, in denen die Toiletten als sogenannte „Unwohlorte“ benannt worden seien. Aus Reihen der Elternpflegschaft sei geschildert worden, dass Kinder Toilettengänge vermeiden, aus Sorge, andere könnten Handys über oder unter die Kabinen halten. Bodentiefe und deckenhohe Abtrennungen könnten aus Sicht der Schulleitung dazu beitragen, dass sich Kinder sicher fühlen und ungestört die Toiletten nutzen können. Für die Verwaltung erklärte Elmar Ahlke, dass Fehlverhalten in Toilettenanlagen kein neues Phänomen sei. Nach seinem Eindruck würden solche Themen an Schulen unterschiedlich behandelt. Eine rein organisatorische Lösung sei schwierig, weshalb aus Verwaltungssicht letztlich vor allem bauliche Maßnahmen infrage kämen. Bodentiefe Kabinen seien andernorts nicht gänzlich unbekannt. Eine einfache Antwort auf die Problematik gebe es jedoch nicht.
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Eine verstärkte Aufsicht wurde ebenfalls diskutiert. Andreas Wessler (CDU) fragte nach einer Ausweitung der Pausenaufsicht. Klementine Reuter machte jedoch deutlich, dass eine vollständige Kontrolle faktisch unmöglich sei. Lehrkräfte könnten außerhalb der Toiletten Präsenz zeigen, nicht aber in den Räumen selbst. Auch Olaf Smyczek (SPD) sprach das Thema Aufsicht an. Eine Videoüberwachung komme aus Datenschutzgründen nicht infrage. Alexandra Essel (FWG) zeigte sich überrascht, dass noch keine Ausschreibung erfolgt sei, wenn bauliche Veränderungen offenbar in Betracht gezogen würden.
Bürgermeister Christian Thegelkamp richtete die Frage nach vergleichbaren Erfahrungen an Schulleiter Wolfram Wenner (Gymnasium Johanneum). Dort bestehe die Problematik nach dessen Angaben nicht in dieser Form. Jessica Scheja (CDU) wollte wissen, ob es ernsthafte Vorfälle gegeben habe. Reuter verneinte dies, betonte jedoch die präventive Ausrichtung der geplanten Maßnahmen auf Basis der Erkenntnisse der Umfrage. Größere Vorfälle habe es bislang nicht gegeben, einzelne Fälle des „Drüberschauens“ seien geahndet worden.
Ein mehrfacher Austausch zwischen Schule, Politik und Verwaltung hat bislang keine abschließende Lösung hervorgebracht. Klar ist jedoch: Die Wahrung der Persönlichkeitsrechte und das Sicherheitsgefühl der Schülerinnen und Schüler stehen im Mittelpunkt. Die weitere Beratung wurde in den nächsten Schulausschuss vertagt. Dort soll entschieden werden, ob die baulichen Veränderungen umgesetzt werden.
Text: B. Brüggenthies


