Düsseldorf/Liesborn (mw/bb). Mit einem feierlichen Festakt ist am Montagabend (9. Februar 2026) die „Auszeichnung vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2025“ verliehen worden. Insgesamt 25 neue oder erneuerte Gebäude und Freiraumgestaltungen aus ganz Nordrhein-Westfalen erhielten den Landespreis für Architektur. Überreicht wurden die Auszeichnungen von Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie von Architektenkammer Nordrhein-Westfalen-Präsident Ernst Uhing. Die Preisverleihung fand im Kunstmuseum K21 in Düsseldorf statt. Unter den Preisträgern ist auch der Waldkita-Bau des DRK Ortsvereins, der von Architekt Thomas Becker konzipiert wurde.

Ina Scharrenbach betonte die kulturelle Dimension des Bauens: „Der Preis zeigt vor allem auch eines: Bauen ist mehr, als Steine aufeinanderzusetzen – Bauen ist Kultur.“ Öffentlichen Auftraggebern komme dabei eine besondere Verantwortung zu, nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen zu ermöglichen. Für Ernst Uhing spiegelt das Auszeichnungsverfahren aktuelle Entwicklungen im Planen und Bauen wider. Viele der prämierten Projekte stärkten das soziale Miteinander oder setzten auf die Weiterentwicklung des Bestands. Besonders hervorzuheben sei, dass rund die Hälfte der ausgezeichneten Arbeiten aus dem geförderten Wohnungsbau stamme.
Die Bandbreite der prämierten Projekte reicht von großen öffentlichen Bauwerken über Wohn- und Bürokomplexe bis hin zu Freiraumgestaltungen und kleinen privaten Wohnhäusern. Die ausgezeichneten Bauten verteilen sich auf 16 Kommunen in NRW, darunter Aachen, Düsseldorf, Münster und eben auch Liesborn.
Materialeinsatz und kindgerechte Freiräume überzeugten die Jury
Mit dem DRK-Waldkindergarten in Liesborn gehört auch ein Projekt aus der Gemeinde Wadersloh zu den Preisträgern. Am Rand des Waldes nahe der historischen Abtei Liesborn (Museum Abtei Liesborn) zeige das Projekt, wie Architektur kindgerechte Freiräume schaffen und zugleich sensibel mit der Umgebung umgehen kann. Zwei Baukörper umrahmen eine alte Weide und bilden gemeinsam mit einer Pergola einen geschützten Ort für Aufenthalt, Spiel und Gemeinschaft. Die offenen Unterstände lassen sich flexibel nutzen, während der geschlossene Baukörper Platz für Essraum, Küche, Sanitär- und Nebenräume bietet. Eine schmale Treppe führt zu einer kleinen Spielebene, die als Rückzugsort mit Baumhaus-Charakter gedacht ist.

Besonders überzeugte die Jury der bewusste Materialeinsatz: Eine senkrechte, geflammte Lärchenholzschalung prägt die Fassade, das Dach ist mit einer Stehfalzdeckung aus Zinkblech versehen. Im Inneren dominiert unbehandeltes Holz, das sich später wieder in den natürlichen Kreislauf rückführen lässt. Nachhaltigkeit wird hier nicht nur technisch, sondern auch gestalterisch und atmosphärisch erfahrbar.
Die Jury würdigte den Waldkindergarten als „kleines, aber bemerkenswertes Projekt“, das Innen- und Außenräume sensibel verknüpft, sich zurückhaltend in die Landschaft einfügt und Kindern Sicherheit, Offenheit und Naturerfahrung gleichermaßen bietet. Damit zeige das Projekt beispielhaft, dass Architektur auch im kleinen Maßstab soziale Wirkung entfalten, Ressourcen schonen und Perspektiven für eine nachhaltige Baukultur eröffnen kann.
Ausstellung in Düsseldorf
Die 25 ausgezeichneten Arbeiten werden vom 3. März bis 17. April 2026 in einer öffentlichen Ausstellung in der Architektenkammer.NRW (Zollhof 1, Düsseldorf) präsentiert.
Hintergrund: Die „Auszeichnung vorbildlicher Bauten in NRW“ wird alle fünf Jahre vergeben und würdigt Projekte, die durch Qualität, Innovation und gesellschaftliche Relevanz überzeugen. In diesem Jahr wurde der Preis bereits zum zehnten Mal verliehen. Insgesamt waren 159 Projekte eingereicht worden, aus denen eine Fachjury die 25 Preisträger auswählte.
Text: mw/bb., zus. Quelle: AKNW; Gruppenfoto: (c) I. Lammert

