Wadersloh (mw/bb). Die Entwicklung der Flüchtlingszahlen in der Gemeinde Wadersloh zeigt seit Herbst 2025 spürbare Verschiebungen. Das geht aus einer aktuellen Verwaltungsvorlage hervor, die am 18. Februar 2026 im Ausschuss für Jugend, Familie, Soziales und Inklusion öffentlich beraten wird.
Besonders deutlich ist der Anstieg bei den Asylbewerbern: Ihre Zahl hat sich seit September 2025 von 42 auf 88 Personen mehr als verdoppelt. Dabei handelt es sich ausschließlich um Menschen aus Nicht-Ukraine-Staaten, deren Asylanträge noch geprüft werden. Ursache für diesen Zuwachs sind wieder steigende Zuweisungen seit August 2025. Nach Angaben der Verwaltung kommen derzeit im Schnitt zwei bis drei Asylbewerber pro Woche nach Wadersloh. Ukrainische Geflüchtete wurden zuletzt im Mai 2025 zugewiesen. Gleichzeitig ist die Zahl der geduldeten Personen rückläufig. Sie sank im selben Zeitraum von 48 auf 37. Hintergrund ist unter anderem ein abgeschlossenes Gerichtsverfahren, nach dem eine Familie inzwischen als Flüchtlinge anerkannt wurde und damit nicht mehr unter den Status der Duldung fällt.
Die Zahl der in Wadersloh lebenden Menschen aus der Ukraine ist insgesamt leicht gesunken – von 155 auf 147 Personen. Während deutlich weniger Ukrainer sich noch im laufenden Verfahren befinden (Rückgang von 26 auf 7), ist die Zahl der anerkannten Ukrainer gestiegen: von 129 auf 140. Diese Entwicklung erklärt die Verwaltung mit abgeschlossenen Asylverfahren sowie mit Wegzügen und Statusänderungen einzelner Personen. Auch bei den anerkannten Flüchtlingen aus anderen Herkunftsländern ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Ihre Zahl sank von 226 im September 2025 auf 216 im Februar 2026.
Insgesamt leben aktuell etwas weniger Menschen in den Unterkünften der Gemeinde als noch im Herbst: Die Zahl ging von 237 auf 233 zurück. Innerhalb dieser Gesamtzahl zeigt sich jedoch eine Verschiebung. Während die Zahl der untergebrachten Asylbewerber von 116 auf 132 stieg, nahm die Zahl der anerkannten Flüchtlinge in den Unterkünften von 121 auf 101 ab. Der Grund: Anerkannte Flüchtlinge finden zunehmend eigenen Wohnraum und ziehen aus den gemeindlichen Unterkünften aus. Die Gesamtentwicklung verdeutlicht damit eine doppelte Dynamik: steigende Zugangszahlen bei Asylbewerbern einerseits und eine fortschreitende Integration anerkannter Flüchtlinge in den regulären Wohnungsmarkt andererseits.
Quelle: Gemeinde


