Wadersloh (mw/bb). Die mögliche Reaktivierung der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) für den Personennahverkehr über den Abschnitt Sendenhorst über die Gemeinde Wadersloh hinaus bis Lippstadt und Warstein war Thema einer Vorlage im Umweltausschuss am Mittwoch (28. Januar). Dabei wurde deutlich: Während die Strecke Münster – Sendenhorst bereits fest in der Reaktivierungsplanung für den Personennahverkehr verankert ist, bleibt die Perspektive für den südlichen Abschnitt weiterhin offen.
Für die weiterführenden Abschnitte Sendenhorst – Warstein trifft der Regionalplan hingegen keine eindeutige Festlegung. In den Erläuterungen führte die Bezirksregierung Münster lediglich aus, dass die Abschnitte Münster – Sendenhorst und Sendenhorst – Warstein als grundsätzlich reaktivierbar und gleichrangig genannt werden. Eine konkrete Darstellung als S-Bahn-Linie erfolgt jedoch nur für den nördlichen Abschnitt, da hier die Linie S 8 der S-Bahn Münsterland vorgesehen ist. Eine höhere regionalplanerische Bewertung für den südlichen Streckenabschnitt folgt daraus nicht. Aus Sicht der Gemeindeverwaltung in Wadersloh bleibt damit eine klar positive Positionierung der Bezirksregierung in Münster zur Reaktivierung der Gesamtstrecke der WLE aus – trotz vorliegender Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, die eine Reaktivierung auf der gesamten Verbindung als sinnvoll und notwendig bewerten.
In der Sitzung des Umweltausschusses am Mittwoch erläuterte Bauleitplaner Andreas Tönnies, dass der Abschnitt Sendenhorst – Warstein im Regionalplan zwar als ÖPNV-Strecke dargestellt ist, bislang jedoch lediglich mit Blick auf den Güterverkehr. Eine explizite Ausweisung als Personennahverkehrsstrecke wurde seitens der Gemeindeverwaltung Wadersloh in das Verfahren eingebracht, von der Bezirksregierung jedoch nicht übernommen. Damit bleibt die Frage einer verbindlichen Darstellung für den Personenverkehr offen und könnte wohl frühestens in einer künftigen Regionalplanänderung erneut aufgegriffen werden. Die entsprechenden Karten und Flächendarstellungen wurden den Ausschussmitgliedern vorgestellt.
Politische Diskussion: Perspektivisch soll Münster in 60 Minuten erreicht werden
In der Diskussion erkundigte sich Ratsmitglied Wolfgang Kraume (AfD), ob eine mögliche Zugverbindung schneller und effektiver sei als bestehende Busverbindungen. Ursula Kraume (AfD) stellte die grundsätzliche Frage nach der Notwendigkeit und dem Nutzen einer Reaktivierung und wies auf bestehende Defizite im Busverkehr hin.
Bürgermeister Christian Thegelkamp machte deutlich, dass der Regionalplan zunächst unabhängig von der späteren konkreten Ausgestaltung des ÖPNV zu betrachten sei. Es gehe vor allem um die planerische Sicherheit. Das Ziel der Planer sei es, eine Verbindung zu schaffen, mit der Wadersloh perspektivisch in rund 60 Minuten an Münster angebunden werden könne. Ein attraktives Angebot sei hier entscheidend. Die bislang vorliegenden Untersuchungen zum Nutzwert und zu möglichen Fahrgastzahlen seien überraschend positiv ausgefallen und sprächen dafür, die Planungen weiterzuverfolgen, so der Bürgermeister am Abend.
Fotos/Text: B. Brüggenthies



