Wadersloh (mw/bb). Rauch steigt über dem Betriebsgelände der Karl-Heinz Junker GmbH auf, Sirenen heulen – doch dieses Mal handelt es sich glücklicherweise nicht um einen realen Notfall. Die Mitglieder des Löschzugs Wadersloh der Freiwilligen Feuerwehr führten am Samstagnachmittag ihre alljährliche Herbstabschlussübung durch, um den Ernstfall zu proben und für kommende Einsätze bestens gerüstet zu sein.
Das Szenario war komplex: In einer Halle des Gewerbegebiets hatte eine Explosion stattgefunden. Durch die Detonation geriet ein Arbeiter, der gerade Steine ablud, unter die Ladung und wurde eingeklemmt. Auf dem Hallendach war ein Dachdecker beschäftigt, der durch die Wucht der Explosion ins Rutschen geriet und sich nur mit Mühe am Dachfirst halten konnte. Innerhalb kürzester Zeit mussten die Einsatzkräfte mehrere Prioritäten gleichzeitig abarbeiten: die schnelle Rettung der im Gebäude vermissten Personen, die Befreiung des unter Steinen begrabenen Arbeiters und die Sicherung des Mannes auf dem Dach. „Die oberste Priorität lag auf den Personen im Gebäude, die durch Rauchgase bedroht waren. Die eingeklemmte Person hatte Prio 2, der Mann auf dem Dach Prio 3“, erklärt Magnus Selke, der den Einsatz mitgeplant hatte.


Insgesamt rund 40 Feuerwehrleute, darunter auch Mitglieder der Jugendfeuerwehr, waren in den Einsatz eingebunden: Der gesamte Löschzug aus Wadersloh. Unterstützt wurden sie durch mehrere Einsatzfahrzeuge. Der Weg zur Einsatzstelle war für die Kameradinnen und Kameraden aus Wadersloh in diesem Jahr besonders kurz: Das Feuerwehrgerätehaus liegt nur eine halbe Straße entfernt, sodass die Einsatzkräfte schnell vor Ort sein konnten. „Wären es heute ein echter Einsatz, wären noch zwei weitere Löschzüge nachalarmiert worden, um uns hier vor Ort zu unterstützen“, so Selke.


Das Übungsszenario wurde von Magnus Selke und Bernd Stratkötter ausgearbeitet. Ziel war es nicht nur, das schnelle Handeln im Ernstfall zu trainieren, sondern auch die Koordination innerhalb des Löschzugs und den Umgang mit unerwarteten Gefahrensituationen zu üben. Beobachtet wurde die Übung aufmerksam von der Feuerwehrleitung unter Michael Linnemann sowie von den wachsamen Augen der Ehrenabteilung. „Natürlich fallen bei solchen Übungen immer Punkte auf, die man in der Nachbesprechung noch einmal genau analysiert. Aber das ist ja genau der Sinn: Erfahrungen sammeln, Abläufe verbessern und die Einsatzbereitschaft sichern“, erklärt Selke. Die Übung wurde daher auch lückenlos dokumentiert.
Die Herbstabschlussübung hat Tradition: Sie ist die letzte Außenübung des Jahres, bevor die kalte und nasse Jahreszeit beginnt. „Ab jetzt konzentrieren wir uns bis Anfang März auf Theorieunterricht im Gerätehaus, um Wissen aufzufrischen. Im Frühjahr starten dann wieder die praktischen Außenübungen“, so Selke abschließend. So zeigt der Löschzug Wadersloh einmal mehr, wie ernsthaft und professionell die Ehrenamtlichen ihre Ausbildung betreiben und wie wichtig jede Übung für den Ernstfall ist.
Bildergalerie: Herbstabschlussübung in Wadersloh (2025)






















Fotos/Text: B. Brüggenthies


