Kreis Warendorf/Wadersloh (mw/bb). Während in einigen Teilen der Welt noch fleißig Stimmen ausgezählt werden, sind die Entscheidungen der Kommunalwahlen bereits im September gefallen und viele der Bürgermeister*Innen der Gemeinde und Städte bei uns im Kreis bereits vereidigt. Bei einer ersten Zusammenkunft waren somit auch viele neue Gesichter bei der Bürgermeister-Konferenz erstmalig mit dabei.

Die Bürgermeister*Innen unseres Landkreises wählten bei der Konferenz, die im Wadersloher Ratssaal unter strengen Coranaregeln stattfand, mit Dr. Alexander Berger (Stadt Ahlen) nicht nur einen neuen Sprecher, sondern mit Berthold Lülf (Stadt Ennigerloh) und Christian Thegelkamp (Bürgermeister Gemeinde Wadersloh) auch zwei Stellvertreter. Alle Wahlen erfolgten einstimmig. Die Sprecher agieren künftig als Team. Auch die enge Zusammenarbeit mit den Kämmerern bleibt bestehen. Zu Beginn der Pressekonferenz dankte der frisch gewählte neue Sprecher Dr. Alexander Berger seinem Vorgänger Dr. Karl-Uwe Strothmann, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Beckum, der die interkommunale Zusammenarbeit der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in den Vorjahren prägte.
Auf der Tagesordnung stand nicht nur eine Kennenlernrunde, sondern auch Sachthemen, die kollegial und harmonisch besprochen wurden. Dahingehend setzen die heimischen Bürgermeister*Innen auch weiterhin auf eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe – auch in Bezug auf das Handeln mit der Kreisverwaltung Warendorf. Hauptthema des Tages war der Kreishaushalt 2020 sowie die Bewältigung der Corona-Situation. Die Ergebnisse der Haushalte wurden insgesamt als positiv eingestuft. Details werden nach der Sitzung der Kämmerer in der kommenden Woche in Form einer Stellungnahme erwartet. Auf Kostenseite ist zu erwarten, dass es zwar keinen Personalabbau, aber auch keine Personalzunahme geben wird. Während der aktuelle Haushalt noch recht ausgeglichen sei, bereite vor allem der Haushalt 2022 schon jetzt große Sorgen. „Da wird es schon etwas kritischer“, so die Sprecher der Bürgermeisterkonferenz. Man erhofft sich ein Entgegenkommen seitens des Kreises zur Erleichterung der kommunalen Haushalte.
Schwere Zeiten stehen angesichts der Corona-Pandemie auch für die Städte und Gemeinden des Kreises in der Zukunft an. Eine Herausforderung, die man im Kreis Warendorf gemeinsam bewältigen möchte. Eingehend hatten die Bürgermeister*Innen die aktuelle Lage besprochen. Das dynamische Infektionsgeschehen sei weiterhin eine große Herausforderung. „Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger im Kreis weiter mitnehmen und Verständnis wecken für die ein oder andere einschneidende Einschränkung“, sagte Berthold Lülf.
Den Kopf in den Sand zu stecken, kommt derweil nicht infrage. Großen Respekt zollten Dr. Berger und seine beiden Stellvertreter, allesamt bereits erfahrende Bürgermeister mit langjähriger Erfahrung, daher vor allem den jüngeren Kolleginnen und Kollegen, die in den kommenden fünf Jahren mit der Corona-Situation und den Auswirkungen keine leichte Aufgabe zu meistern haben. Aufgrund des heterogenen Infektionsgeschehens planen erste Rathäuser die Schließung für den Besucherverkehr. U.a. werden Wadersloh und Ennigerloh die Besuchszeiten anpassen und verweisen auf die Möglichkeit, die digitalen Bürgerservice-Angebote wahrzunehmen.
Christian Thegelkamp blickte dabei auch in die Zeit des 1. Lockdowns zurück. Man habe mit den eingeschränkten Besuchszeiten und entsprechenden Reglementierungen bereits gute Erfahrungen gesammelt. „Ziel ist es, dass man Kontakte an allen Stellen, wo es möglich ist, weitestgehend vermeidet“, appellierte der Bürgermeister von Wadersloh. Die Städte und Gemeinden arbeiten auch weiterhin eng mit dem Kreisgesundheitsamt zusammen. Nicht ausschließen wollten die Bürgermeister*Innen aber weitere einschränkende Maßnahmen durch den Erlass von Allgemeinverfügungen, wie sie bereits in der Stadt Oelde aufgrund des hohen Inzidenzwerts seit dem heutigen Freitag gelten und die auch private Zusammenkünfte stärker reglementiert, damit Infektionsketten nachvollziehbar bleiben.
Auch wenn Corona derzeit das beherrschende Thema in den Rathäusern ist, haben die 1. Bürger*Innen aber auch die weiteren wichtigen Brennpunkte im Visier. Als Gastgeber der Konferenz ergriff auch Christian Thegelkamp noch einmal das Wort. „Corona ist das bestimmende Thema in der Bevölkerung. Eine große Chance ist es, nun nicht in einen Fatalismus zu verfallen in den Wintermonaten. […] Jetzt ist der Zeitpunkt., wo wir zusammenhalten, müssen und das Ruder noch rumreißen können“, so Thegelkamp. Er appellierte eindringlich, dass die Bürgerinnen und Bürger den Abstand einhalten, Masken zu tragen, wo immer es erforderlich ist und auch im privaten Bereich die Corona-Regeln einzuhalten.
Fotos/Text: B. Brüggenthies

![Konferenz: Bürgermeister*Innen im Kreis zeigen sich entschlossen im Kampf gegen Corona [MW+]](https://i0.wp.com/www.mein-wadersloh.de/wp-content/uploads/2020/11/1014401.jpg?fit=708%2C472&ssl=1)
