Wadersloh-Geist (mw/bb). Sirenen waren an diesem Samstag nicht zu hören, dafür aber viele Kommandos, Anfeuerungsrufe und Gespräche unter Kameradinnen und Kameraden: Der Leistungsnachweis der Feuerwehren im Kreis Warendorf machte in diesem Jahr Station in Wadersloh-Geist. Auf dem Gelände der ehemaligen Schule Geist stellten sich 71 Gruppen der Feuerwehren sowie des Technischen Hilfswerks den vielfältigen Aufgaben des traditionsreichen Wettbewerbs.




„Der Leistungsnachweis findet jedes Jahr an einem anderen Ort im Kreis statt“, erläuterte Mitorganisator Bernd Stratkötter vom Löschzug Wadersloh. Der Löschzug hatte sich bereits im vergangenen Jahr für die Ausrichtung interessiert gezeigt. Zuletzt hatte der Löschzug Wadersloh die Großveranstaltung vor rund 20 Jahren ausgerichtet. Als Austragungsort erwies sich der geografische Mittelpunkt der Gemeinde in Wadersloh-Geist als ideal. Die vorhandene Infrastruktur rund um die Alte Schule bot beste Voraussetzungen für die verschiedenen Prüfungsstationen und die Versorgung der Teilnehmenden. Insgesamt kamen rund 1.000 Feuerwehrangehörige und Helferinnen und Helfer zusammen. Jede der 71 Gruppen bestand aus neun Personen. Der Löschzug Wadersloh selbst war mit zwei Mannschaften vertreten.
Der Leistungsnachweis verlangt den Teilnehmenden einiges ab. Innerhalb eines engen Zeitrahmens mussten mehrere Aufgaben bewältigt werden. Dazu gehörten ein feuerwehrtechnischer Löschangriff mit einem Schaumrohr und zwei C-Rohren aus offenem Gewässer, ein sportlicher Staffellauf mit Hindernissen, das Anlegen von Knoten und Stichen, ein Erste-Hilfe-Teil sowie die schriftliche Beantwortung von 30 Fachfragen aus dem aktuellen Fragenkatalog des Verbandes der Feuerwehren Nordrhein-Westfalen. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei den praktischen Übungen. Im Bereich Erste Hilfe mussten die Teilnehmer unter anderem eine Herz-Lungen-Wiederbelebung mit AED, die stabile Seitenlage sowie einen Druckverband am Unterarm demonstrieren. Bei den Knoten standen Kreuzknoten, Mastwurf und Rettungsknoten auf dem Programm.

Der Leistungsnachweis dient jedoch nicht allein der Überprüfung fachlicher Kenntnisse. Seit Jahrzehnten steht ebenso die Kameradschaftspflege im Mittelpunkt. Alle Gruppen, die die Anforderungen erfolgreich absolvieren, erhalten eine entsprechende Auszeichnung.
Großwetterlage am Vortag sorgte für eine kurze Nacht
Für den Löschzug Wadersloh bedeutete die Ausrichtung einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Rund ein Jahr lang liefen die Vorbereitungen. Ein sechsköpfiges Organisationsteam koordinierte die Planungen, ehe am Freitag vor der Veranstaltung der Aufbau begann. Gegen 18 Uhr war das Gelände eigentlich einsatzbereit, doch dann machte das Unwetter den Helferinnen und Helfern einen Strich durch die Rechnung. Zahlreiche Feuerwehrangehörige mussten kurzfristig zu wetterbedingten Einsätzen ausrücken. Auch auf dem Veranstaltungsgelände sorgten die Folgen der Großwetterlage für zusätzlichen Aufwand. Zum Glück blieben größere Schäden aus.
Trotz der kurzen Nacht lief am Samstag alles nach Plan. Bereits um 6 Uhr trafen sich die Schiedsrichter zur Einsatzbesprechung, eine Stunde später startete die erste Wettbewerbsgruppe. Den Auftakt machte der gastgebende Löschzug Wadersloh. Bis zum Nachmittag absolvierten alle Mannschaften ihre Prüfungen, ehe der Tag in einen geselligen Ausklang überging. Für die Organisatoren war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Sie zeigte einmal mehr, wie wichtig Ausbildung, Teamarbeit und Kameradschaft für die Feuerwehren im Kreis Warendorf sind. Im kommenden Jahr wird der Leistungsnachweis in Füchtdorf ausgetragen.
Fotos/Text: B. Brüggenthies

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