Wadersloh/Liesborn (mw). Zum ersten Morgentreff im neuen Jahr begrüßte Marianne Böckmann 70 Frauen im Pfarrsaal in Wadersloh. Das gemeinsame Frühstück wurde begleitet von lebhaften Gesprächen und Wiedersehensfreude. Als Referentin war die ehemalige Vorsitzende des „Kulturring Liesborn“ Margarete Klein zu Gast. Frau Klein gab interessante Einblicke in die Geschichte und Entwicklungen des Klosters und des heutigen „Museum Abtei Liesborn“.
Im 9. Jahrhundert als Damenstift gegründet, im 12. Jahrhundert in ein Benediktinerkloster umgewandelt und 1803 säkularisiert, befindet sich im ehemaligen Kloster das heutige Museum. Ein wichtiger Chronist seiner Zeit für Liesborn war der aus Lippstadt stammende Mönch Bernhard Witte ( 1470 – 1534 ), der mit seiner „Historia Westphaliae“ die älteste Geschichtsdarstellung Westfalens verfasste. Der namentlich nicht erwähnte, spätgotische „Meister von Liesborn“ wurde berühmt durch seine westfälischen Tafelmalereien. Sein Hauptwerk, ein Hochaltaraufsatz, schuf er um 1480 für die Klosterkirche in Liesborn. Dieser Tafelaltar wurde später zersägt und in einzelnen Fragmenten verkauft. Mehrere Tafelgemälde befinden sich im „Museum Abtei Liesborn“ und ganzseitige Farbtafeln sind in der „National Gallery“ in London zu besichtigen.
Das „Museum Abtei Liesborn“ wurde 1966 zunächst mit zwei Räumen als Ausstellungsort gegründet und entwickelte sich erst im Lauf der folgenden Jahre mit allen Räumlichkeiten zur heutigen Kulturstätte für Kunst und Kulturgeschichte, bei dem die sakrale Kunst im Vordergrund steht. Das Herzstück ist die bedeutende Kreuzabteilung, die überregional als die größte Kruzifixsammlung in Europa bekannt ist.
Das wichtigste Buch im „Museum Abtei Liesborn“ ist das Liesborner Evangeliar, ein 1000 Jahre altes Buch, das zurückerworben werden konnte und in einem sakral anmutenden Evangeliarraum einen würdigen Platz erhalten hat.
Seit 2021 leitet Dr. Sebastian Steinbach das Museum, der, wie seine Vorgängerin Dr. Elisabeth Schwarm, persönliche Akzente gesetzt hat. Unvergessen bleibt der langjährige Museumsleiter Dr. Benny Priddy, der das Museum auch überregional bekannt gemacht hat.
Quelle: Morgentreff, Fotos/Text: Ellen Schultz



