Wadersloh (mw/bb). Ein halbes Jahrhundert ist fast vergangen, seit sich die Schülerinnen und Schüler der damaligen Konrad-Adenauer-Hauptschule in Wadersloh (heute Sekundarschule Wadersloh) zum letzten Mal als Klasse gesehen haben. Rund 45 Jahre später kam es am 18. Oktober 2025 zu einem ganz besonderen Wiedersehen: Zehn Ehemalige der 10. Klasse von 1980 trafen sich erstmals wieder und erlebten einen Tag voller Erinnerungen an ihre gemeinsame Schulzeit.
Die Geschichte dieser Klasse ist eine kleine Besonderheit in der Schulchronik: Im Jahr 1979 verließen die Schülerinnen und Schüler nach der 9. Klasse die Hauptschule mit der Möglichkeit, als erste freiwillige 10. Klasse die mittlere Reife zu erwerben. Doch mit nur elf Interessierten in Wadersloh war die Zahl zu gering für eine eigene Abschlussklasse. Kurzerhand schlossen sich sieben weitere Jugendliche der Zweigstelle der Hauptschule Liesborn (heute: Grundschule Liesborn) an. Eine Entscheidung, die das Fundament für viele neue Freundschaften legte. Klassenlehrer Helmut Liebelt übernahm die Leitung der zusammengeführten Gruppe, nachdem das Los zwischen ihm und Franz-Josef Köhler entschieden hatte.
Ein Jahr lernten, lachten und feierten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam und dann trennten sich ihre Wege schon wieder. Manche zog es in die Ferne, nach Hamburg, Berlin oder Hockenheim, andere blieben in der Region. Erst Jahrzehnte später gelang es Andreas Brökelmann (geb. Dieckmann) und Bärbel Pälmke (geb. Kozak), die Ehemaligen wieder zusammenzubringen. Mit viel Engagement spürten sie alte Adressen auf, organisierten den Ablauf und schufen damit den Rahmen für das Wiedersehen in Wadersloh.
Der Treffpunkt war zunächst die Bäckerei Hosselmann in Wadersloh. Danach folgte eine ausgiebige Besichtigung der ehemaligen Hauptschule an der Winkelstraße. Lehrer Markus Mucha führte die Gruppe 90 Minuten lang durch die vertrauten, aber teils völlig veränderten Räumlichkeiten und erntete für seine lebendige Führung viel Lob.
Im Anschluss ging es ins Restaurant „Der.Freitag“, wo die Ehemaligen beim Essen und alten Fotos in Erinnerungen schwelgten. Manche Gesichter mussten erst wieder zugeordnet werden, doch das Eis war schnell gebrochen. „Hatte man es beim Kaffeetrinken noch mit fast unbekannten Menschen zu tun, so wurden im Laufe des Nachmittags und Abends die Gesichter und Stimmen immer vertrauter und es kamen immer mehr Erinnerungen auf. Absolut toll!“, fasste ein Teilnehmer das Wiedersehen begeistert zusammen.
Nicht alle konnten dabei sein: Sechs frühere Klassenkameradinnen und -kameraden waren verhindert, zwei sind leider bereits verstorben. Zwei weitere meldeten sich mit einer Videobotschaft. Ein schönes Zeichen dafür, dass die Verbundenheit auch nach Jahrzehnten nicht verloren gegangen ist. Am Ende des Tages stand für alle fest: Dieses Treffen war nicht das Letzte: In fünf Jahren soll es das nächste Wiedersehen geben.
Text: mw/bb.; Foto: Privat


