Wadersloh (mw/bb). Die Gemeinde Wadersloh plant, den Zuschuss zum Mittagessen in Kindertageseinrichtungen und Spielstuben zum 1. Januar 2027 vollständig abzuschaffen. Bislang beteiligt sich die Kommune mit 50 Cent pro Essen an den Kosten der Mittagsverpflegung. Mit der geplanten Streichung würde eine freiwillige Unterstützungsleistung wegfallen, die seit Februar 2015 besteht. Über den Vorschlag beraten zunächst der Ausschuss für Jugend, Familie, Soziales und Inklusion am 10. November, anschließend der Hauptausschuss am 2. Dezember und der Gemeinderat am 15. Dezember 2026.
Wie aus der Beschlussvorlage der Verwaltung hervorgeht, lagen die Ausgaben für den Zuschuss im vergangenen Haushaltsjahr bei rund 39.000 Euro. Angesichts der angespannten Haushaltslage sieht die Verwaltung in der Beendigung der freiwilligen Leistung einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung. Zudem sei eine dauerhafte unterschiedliche Behandlung von KiTa- und Schulkindern nicht sachgerecht. Hintergrund ist eine bereits 2021 getroffene Entscheidung: Damals hatte der Rat beziehungsweise der Hauptausschuss die Bezuschussung des Mittagessens an den Schulen neu geregelt. Seit dem Schuljahr 2021/2022 entfällt der allgemeine Zuschuss von 50 Cent für die Schulverpflegung. Der KiTa-Zuschuss blieb dagegen bestehen. Mit der nun vorliegenden Beschlussvorlage soll diese unterschiedliche Regelung beendet werden.
Bereits 2021 kontroverse Diskussion um Schulessen
Die damalige Entscheidung war von einer intensiven politischen Auseinandersetzung begleitet worden. SPD und FWG hatten sich seinerzeit für eine Fortführung des Zuschusses ausgesprochen (MW berichtete). Die CDU-Fraktion setzte sich schließlich mit einer Stimme Mehrheit mit einem anderen Modell durch: Eine Unterstützung sollte nur noch Familien mit drei oder mehr Schulkindern zugutekommen. Die Verwaltung sollte dafür ein entsprechendes Konzept erarbeiten. Während die CDU unter anderem auf die Möglichkeiten sozialer Unterstützung und die aus ihrer Sicht nicht mehr gegebene Zielgenauigkeit des allgemeinen Zuschusses verwies, kritisierten SPD, FWG und FDP zusätzliche Verwaltungshürden und eine Benachteiligung vieler Familien. Auch Bürgermeister Christian Thegelkamp hatte sich im Corona-Jahr 2021 für einen Fortbestand der Unterstützung ausgesprochen. Eine vollständige Abschaffung sende gerade an junge Familien ein falsches Signal, hatte er in der damaligen Diskussion betont.
Unterstützung über Bildungs- und Teilhabepaket bleibt möglich
In der aktuellen Beschlussvorlage verweist die Gemeindeverwaltung darauf, dass die Streichung des Zuschusses nicht dazu führen müsse, dass Familien mit geringem Einkommen von der Mittagsverpflegung ausgeschlossen werden. Bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen könnten weiterhin Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket in Anspruch genommen werden. Damit würde die Unterstützung künftig stärker an individuelle Anspruchsvoraussetzungen geknüpft sein, statt allen Kindern in den betreffenden Einrichtungen gleichermaßen zugutezukommen. Für Familien, die bislang vom pauschalen Gemeindezuschuss profitieren, bedeutet die geplante Änderung zunächst eine Mehrbelastung von 50 Cent pro Mittagessen und Kind.
Ob der Zuschuss tatsächlich zum Jahreswechsel 2026/2027 entfällt, entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung am 15. Dezember.
zus. Quelle: Gemeinde Wadersloh


