Wadersloh (mw/bb). Mit großem Engagement und viel organisatorischem Einsatz hat die Schülervertretung des Gymnasiums Johanneums Wadersloh am Donnerstagvormittag eine DKMS-Registrierungsaktion auf die Beine gestellt. Das Besondere dabei: Die gesamte Initiative ging von den Schülerinnen und Schülern selbst aus. Von der ersten Idee über die Planung bis zur Durchführung lag die Aktion federführend in den Händen der SV. Das Ziel: Maximal viele Mitschülerinnen und Mitschüler überzeugen, potentielle Lebensretter zu werden.
„Heute war das Finale einer langen Vorbereitungszeit“, sagten die Schülersprecher Jona Westkemper und Mirja Köhler nach der Veranstaltung. Gemeinsam mit dem gesamten SV-Team habe man die Aktion über mehrere Monate vorbereitet, Räume organisiert, Abläufe geplant und die Zusammenarbeit mit der DKMS koordiniert. „Wir wollten nicht nur informieren, sondern konkret helfen“, hatte die Schülervertretung bereits im Vorfeld betont.






In der Aula des Johanneums begrüßte zunächst Schulleiter Wolfram Wenner die Teilnehmenden und schilderte eindrucksvoll die persönliche Geschichte einer Freundin, die vor neun Jahren an Blutkrebs erkrankte. Nur durch eine Stammzellspende habe ihr Leben gerettet werden können. „Man hat ihr damals zwei Jahre gegeben – mittlerweile sind es neun geworden“, berichtete Wenner. Besonders bewegt habe ihn damals erlebt, wie Hoffnung und Verzweiflung innerhalb kürzester Zeit wechseln können, wenn passende Spender gesucht werden. Die Geschichte verdeutlichte eindrucksvoll, wie lebenswichtig eine Registrierung sein kann.
Anschließend informierten die DKMS-Referentinnen Victoria Ströker und Carolin Berger gemeinsam mit Stammzellspender Nils Rickfelder über Blutkrebs und die Möglichkeiten einer Stammzellspende. Beide Referentinnen engagieren sich regelmäßig bei Informationsveranstaltungen an Schulen, bei Sportvereinen und Patientenaktionen, um insbesondere junge Menschen zur Registrierung zu motivieren. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erfuhren dabei, dass weltweit alle 27 Sekunden ein Mensch die Diagnose Blutkrebs erhält. Oft sei eine Stammzellspende die einzige Überlebenschance. Besonders eindrücklich wurde erklärt, wie einfach die Registrierung funktioniert: Drei Wangenabstriche genügen, um in die weltweite Spenderdatei aufgenommen zu werden.
Auch über den Ablauf nach einer möglichen Übereinstimmung wurde informiert. Nach einer Laborauswertung und medizinischen Untersuchung komme es entweder zur peripheren Stammzellspende, die in rund 90 Prozent der Fälle angewendet wird oder in selteneren Fällen zu einer Knochenmarkspende. Dabei wurde betont, dass die Registrierung keinerlei Verpflichtung bedeutet.
Besonders aufmerksam verfolgten die Schülerinnen und Schüler den Erfahrungsbericht von Nils Rickfelder. Er hatte sich 2024 beim Wacken-Festival registrieren lassen und bereits sechs Monate später die Nachricht über ein mögliches Match erhalten. Durch seine Stammzellspende konnte einem Familienvater das Leben gerettet werden. Die gesamte Organisation rund um die Spende habe er als sehr professionell und unkompliziert erlebt.
Im Anschluss an die Veranstaltung konnten sich alle Schülerinnen und Schüler ab 17 Jahren direkt vor Ort registrieren lassen. Insgesamt entschieden sich 72 junge Menschen dafür, sich in die DKMS-Datenbank aufnehmen zu lassen. Ein Ergebnis, das die Organisatoren stolz macht: „Es wurden viele Fragen gestellt und viele haben mitgemacht“, resümierte Jona Westkemper zufrieden. Besonders wichtig sei gewesen, dass auch die Schülervertretung selbst mit gutem Beispiel vorangegangen sei. Aufgrund der positiven Resonanz könne er sich vorstellen, die Aktion künftig regelmäßig – vielleicht alle zwei Jahre – am Johanneum stattfinden zu lassen.



Wer sich ebenfalls registrieren möchte, erhält dazu erneut Gelegenheit: Im Rahmen der „Glücksrallye“ am Sonntag, 31. Mai 2026, wird die DKMS-Aktion der Schülervertretung am Stand der Fleiter Media GmbH und der Karl-Heinz Junker GmbH an der Dieselstraße in Wadersloh fortgesetzt. Dort können weitere potenzielle Lebensretter mit einem einfachen Wangenabstrich Teil der weltweiten Stammzellspenderdatei werden.
Fotos/Text: B. Brüggenthies



