Wadersloh/Diestedde/Liesborn (mw/bb). Die Initiative ZIN19 setzt sich für mehr Sicherheit im Straßenverkehr der Gemeinde Wadersloh ein. Mit einem formellen Antrag an Landrat Dr. Olaf Gericke fordert die Gruppe die Markierung von Fahrrad-Piktogrammen auf ausgewählten Durchgangsstraßen in allen Wadersloher Ortsteilen. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit von Autofahrern und LKW-Fahrern zu erhöhen und so insbesondere junge und ältere Radfahrende besser zu schützen.
Nach Angaben von ZIN19 stellen mehrere stark frequentierte Straßen im Gemeindegebiet ein erhöhtes Risiko dar. Zusätzliche Radwege seien dort aus Platzgründen nicht realisierbar; zudem fehlten häufig Geschwindigkeitsbegrenzungen wie „Tempo 30“. Fahrrad-Piktogramme auf der Fahrbahn könnten in solchen Fällen eine wirksame Alternative sein. Positive Erfahrungen aus den Städten Beckum und Oelde hätten gezeigt, dass solche Markierungen die Wahrnehmung von Radverkehr verbessern und die Unfallzahlen senken können, untermauert die Gruppe ZIN19 ihren Antrag.
Konkret hat ZIN19 zahlreiche Straßenzüge benannt, die für die Markierungen geeignet erscheinen. In Diestedde zählen dazu unter anderem ein Teilstück der Langen Straße, die Straße „Am Schloss“ sowie die Steinacker Straße. In Liesborn werden unter anderem die Nordstraße, die Königstraße und die Herzfelder Straße genannt. Auch für Wadersloh (Stromberger/Diestedder/Langenberger/Winkelstr., Mauritz), Wadersloh-Geist (Diestedder Str.) und Liesborn-Göttingen (Bennighauser Str.) liegen detaillierte Vorschläge vor, die wichtige Ortsdurchfahrten und Verbindungsachsen betreffen. Ergänzend hat die Initiative Kartenausschnitte mit den markierten Bereichen erstellt und dem Antrag beigefügt, der in Kopie auch das Rathaus in Wadersloh und an den Landtagsabgeordneten Markus Höner (CDU) verschickt wurde. Angesichts der bevorstehenden Radfahrsaison appelliert ZIN19 an eine zeitnahe Umsetzung.
Kommentar: Rücksichtnahme ist keine Einbahnstraße
Wer regelmäßig mit dem Fahrrad (Bio-Bike oder Pedelec) durch die Gemeinde Wadersloh fährt, kennt die Situation: schmale Fahrbahnen, fehlende oder beschädigte Radwege (z.B. Diestedder Straße) und wenig Ausweichraum. Als „radelnder Reporter“ weiß ich, wie schnell aus einer alltäglichen Strecke ein Moment der Unsicherheit werden kann. Ein zu enges Überholen, ein motorisiertes Fahrzeug, das den Seitenabstand unterschätzt. Es sind Kleinigkeiten im Straßenverkehr, die weitreichende Folgen haben können.
Der Vorstoß der Gruppe ZIN19 setzt genau hier an: Fahrrad-Piktogramme sind nicht als „Bevormundung“ zu verstehen, sondern dienen als Erinnerung: Hier teilen wir uns die Straße. Sie schaffen Sichtbarkeit für Radfahrende und wirken dort, wo bauliche Lösungen (leider oft) fehlen. Vor allem aber senden sie ein Signal an alle Verkehrsteilnehmenden, aufmerksam zu bleiben. Rücksichtnahme ist keine Einbahnstraße. Radfahrende müssen sich an Regeln halten, vorausschauend fahren und Verständnis zeigen. Autofahrerinnen und Autofahrer wiederum tragen Verantwortung durch Abstand, Geduld und einen kurzen Moment mehr Aufmerksamkeit. Wer selbst einmal auf zwei Rädern unterwegs war, weiß, wie viel Sicherheit ein respektvolles Miteinander bedeutet.
Deshalb ist der Appell von ZIN19 eine Einladung, den Straßenraum gemeinsam zu denken. Wenn Piktogramme dazu beitragen, dass wir uns gegenseitig wahrnehmen, dann ist das ein kleiner Schritt mit großer Wirkung. Für mehr Sicherheit! Die Kommunalpolitik hat vor den Wahlen 2025 versprochen, mehr für die Radfahrerinnen und Radfahrer auf den Weg zu bringen. Hier wäre eine gute Möglichkeit! – Kommentar von B. Brüggenthies
Fotos/Text/Kommentar: mw/bb., zus. Quelle: ZIN19



