Diestedde (mw/bb). Das Klappern der Hufen nimmt Fahrt auf. Erst leise, dann immer lauter schallt es über die Pfarrer-Johannes-Klein-Allee. Die VIP-Gäste sind da! Die bunte Menschentraube umschließt den Stargast mit Gefolge. Nette Worte, eine Süßigkeit und viele Selfies: Sankt Nikolaus ist da und mit ihm Gefährte Knecht Ruprecht und zwei Engelchen. Der weite Weg ist längst vergessen, die Kutsche komfortabel. Der heilige Mann im Bischofsgewand genießt das Bad in der Menge. Ein Jahr lang freuten sich die Familien auf die Ankunft am Kutschenbahnhof vor dem Hauptportal der Kirche, der Nikolaus ihren Namen gab.




Auch Ophelia und Frieda sind am Sonntagnachmittag mittendrin: Die beiden Diestedder Grundschülerinnen haben die große Ehre, die diesjährigen Engelchen im Gefolge des himmlischen Duos zu sein. Warm eingepackt mit Mütze und Handschuhen strahlen beide um die Wette. Das Lampenfieber ist längst verflogen, der Empfang überaus herzlich. Im Schlepptau mit dem Bürgermeister und der Delegation des ausrichtenden Gewerbevereins geht es hinauf zum Backhaus-Areal, wo das Blasorchester Diestedde unter dem Dirigat von Verena Steinbrink die klassischen Nikolausmelodien anspielt. Die Ankunft samt Begrüßung um 15 Uhr war nur eine von vielen Momentaufnahmen des Sonntags.



Zwei Tage später ist der Nikolaussonntag, der zweite Tag der Nikolaus-Tage, noch immer DAS große Dorfgespräch: „Es war einfach wunderschön.“ – „Alle Beteiligten hat viel Freude.“ – „Die Besucher waren gut drauf und haben fleißig gekauft und konsumiert.“ – „Also, das neue Fachwerkhaus ist ja mal schick geworden und die Kartoffelsuppe von den Rotariern war richtig lecker.“ – „Das war einfach mal wieder eine gemeinsame Dorf-Aktion, die uns Menschen zusammenbringt!“
Voll des Lobes schwärmen die, die dabei waren. Alle anderen? Die haben etwas verpasst. Soviel steht fest. So richtig trennen wollten sich die Weihnachtsmarktgäste in Diestedde nicht. Viele verweilten bis zum Einbruch der Dämmerung im LED-Kerzen-Schein am stimmungsvoll beleuchteten Backhaus-Areal, tranken Punsch, genossen „Schmachtlappen“ aus dem Steinofen, süße Crêpes und noch süßere Kuchen vom Torten-Büfett im KLH. Personell optimal stellten sich u.a. die Landfrauen, die Damen vom DRK-Arbeitskreis Sozialdienst, das Team des Fördervereins der Grundschule, der DRK-Bereitschaft und der anderen Vereine und Gruppen auf, um den Gästen ein schönes Erlebnis am Nachmittag zu bieten. Bei Reibeplätzchen- und Möpkenbrot-Duft in der Luft wurde der urige Weihnachtsmarkt am 1. Advent zum kommunikativen Stelldichein mit exklusivem Zusatznutzen.







Denn neben der Kulinarik und Kommunikation durfte auch die Kreativität nicht zu kurz kommen: Die Ausstellerinnen und Aussteller übertreffen sich Jahr für Jahr selbst. Bei Jasmin und Isabell Schlieper etwa gab es wahlweise wunderschöne Tonwerke (die Weihnachtstassen waren schneller ausverkauft, als man ein Nikolaushaus malen kann!) oder funkelnden Schmuck. In der Remise richtete sich das Team der Quadkinder-Gruppe häuslich mit Popcorn-Maschine, Hot-Dog-Maker und gefühlt tonnenweise leckerem Süßkram für’s Fest ein. Und weil der Nikolaussonntag nicht bierernst zu nehmen ist (Hopfensaft gab es übrigens in der Bude des Schützenvereins), warf Sonja Westermann sich als herzensguten Weihnachtsschreck „Grinch“ in grüne Schale! Familie Van den Berg überraschte traditionell mit kreativen Holzwerken, die frisch mit dem Heimatpreis gekürten „ReCandleGirls“ boten selbst gemachte Kerzen in weihnachtlichen Formen für den guten Zweck an. Und dann war dann auch noch der Stand des MGC. Der Chor, der im kommenden Jahr schon sein zehnjähriges Bestehen feiern darf, plant eine große Chor-Fahrt nach Italien. Um einen Teil der Reisekosten zu decken, boten die Chormitglieder Gebackenes, Gebasteltes und vieles mehr an. Während Nikolaus und Co., noch immer von freudestrahlenden Familien umringt war, spielte das BOD (inklusive Jugend-BOD) noch ein weiteres Ständchen, bevor Alex Hauffen mit seiner Gitarre den finalen Bühnenprogrammpunkt gestaltete.



Der Gewerbeverein dürfte hochzufrieden sein mit der Resonanz. Fast der gesamte Vorstand wärmte sich mit einem Heißgetränk die Hände. Und auch Organisatorin Lara Rassenhövel wirkte rundum zufrieden mit dem Ergebnis der zeitintensiven Umsetzung der Nikolaus-Tage. Schade eigentlich, dass die Nikolaus-Tage nur einmal im Jahr stattfinden. Immerhin lässt sich Sankt Nikolaus nicht zweimal bitten für einen Folgebesuch in „seinem“ Dorf. Schon am kommenden Donnerstag (5. Dezember) ist er ab 17 Uhr zum traditionellen Nikolausumzug über die Lange Straße bis zur Nikolauskirche wieder da. Wer am Sonntag also noch kein Selfie machen konnte: Nutzt eure Chance! Der Autor dieser Zeilen hat es auch getan!
Fotos/Text: B. Brüggenthies
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