Wadersloh (mw/bb). In allen drei Ortsteilen der Gemeinde Wadersloh wurde am gestrigen Sonntag (16. November 2025) der Volkstrauertag begangen. Der bundesweite Gedenktag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge erinnert an die Opfer beider Weltkriege, an die Toten von Gewaltherrschaft, Vertreibung und Terror und gewinnt angesichts aktueller weltpolitischer Entwicklungen Jahr für Jahr an Bedeutung. Im Ortsteil Wadersloh kamen Bürgerinnen und Bürger, Vereine sowie Vertreter des öffentlichen Lebens nach dem Hochamt in der Pfarrkirche zu einer stillen Gedenkstunde am Ehrenmal am Generationenpark zusammen. Florian Rampelmann, Oberst und 1. Vorsitzender des Schützenvereins Wadersloh-Geist, hielt die zentrale Ansprache.
Rampelmann erinnerte eindringlich an die Männer, Frauen und Kinder, deren Leben durch Kriege zerstört wurden und betonte die bleibende Verantwortung der heutigen Generation: „Dieser Platz erinnert uns an Menschen, die einst hier lebten, lachten, arbeiteten und deren Leben durch Krieg und Gewalt zu früh endete“, sagte er. Der Volkstrauertag sei nicht nur ein Tag der Trauer, sondern auch „ein Tag der Verantwortung“.
Vor dem Hintergrund aktueller Konflikte, insbesondere des andauernden Krieges in der Ukraine, fand Rampelmann klare Worte: Frieden, so betonte er, sei kein Zustand, der von selbst bleibe: „Frieden ist kein Zustand, den man erreicht und dann bewahrt, ohne etwas dafür zu tun. […] Frieden beginnt im Kleinen. In unserer Sprache, in unserem Umgang miteinander, in der Bereitschaft, zuzuhören, zu verstehen, zu verzeihen. Frieden entsteht dort, wo wir Verantwortung füreinander übernehmen, wo wir Empathie zeigen, wo wir uns gegen Hass und Ausgrenzung stellen.“
Er mahnte, wachsam zu sein gegenüber der Verrohung gesellschaftlicher Debatten: Gewalt beginne nicht mit Waffen, sondern „mit Worten, mit der Entmenschlichung des Anderen“. Gerade deshalb sei das gemeinsame Gedenken ein wichtiges Zeichen der Einigkeit innerhalb der Gemeinde Wadersloh.
Mit dem Niederlegen eines Kranzes gedachte die Versammlung der Gefallenen und Opfer von Krieg, Terror und Gewalt. Die Namen auf den Tafeln am Ehrenmal, so Rampelmann, seien „nicht bloß Buchstaben im Stein, sondern Schicksale für Leben, die verloren gingen, weil Menschen sich von Frieden abwanden“ und stünden somit auch als Mahnung. Der Redner rief dazu auf, Erinnerung als Auftrag für die Gegenwart zu verstehen: Dankbarkeit für Freiheit und Demokratie allein genüge nicht. Sie müsse täglich gestaltet und verteidigt werden. Der Volkstrauertag sei daher auch ein Tag der Hoffnung: Hoffnung darauf, dass Erinnerung menschlicher macht und Brücken baue statt Mauern.
Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Im Anschluss an die Gedenkfeiern begann, wie in jedem Jahr, die Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Bis zum 30. November bittet der Volksbund um Spenden für die Pflege der Kriegsgräberstätten sowie für seine umfangreiche historisch-politische Bildungsarbeit. Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, diese Arbeit mit einer Spende zu unterstützen.
Text: B. Brüggenthies, Foto: M. Wachsmann für Mein-Wadersloh.de


