Diestedde (mw/bb). Das Wasserschloss Crassenstein in Diestedde ist seit Jahrhunderten ein markanter Ort der Region und zugleich ein Bauwerk voller Geheimnisse. Besonders ein Raum beschäftigt Gästeführer Werner Eckey: Die ehemalige Hauskapelle im Inneren des Schlosses. Sie wurde auf Grundlage einer päpstlichen Genehmigung aus dem Jahr 1857 eingerichtet und ist heute nur noch durch wenige Spuren erkennbar.
„Mich interessiert die Geschichte der Kapelle seit Langem“, erklärt Eckey. Für seine Führungen durch das Wahrzeichen wünscht er sich zusätzliches, anschauliches Material: „Bisher gibt es nur sehr wenige Zeugnisse von der Kapelle. Es wäre ein großer Gewinn, wenn wir Fotos oder Zeichnungen der Kapelle finden könnten“, so der Diestedder, der nun einen Aufruf nach historischem Bildmaterial vom Schloss Crassenstein allgemein und der Kapelle im Speziellen startet.
Päpstliches Schreiben von 1857 belegt Existenz der Kapelle
Die Einrichtung der Schlosskapelle geht auf ein Schreiben von Papst Pius IX. an den Bischof von Münster zurück. Darin erhielt das damalige Schlossbesitzerpaar, Rudolf von Wendt-Crassenstein und seine Frau Clotilde, die Genehmigung, in den privaten Räumen des Schlosses heilige Messen feiern zu lassen. Zwei Relikte dieser Zeit sind bis heute sichtbar: ein Weihwasserbecken sowie bunte Glasfenster.


Historische Aufnahmen der Kapelle selbst fehlen bislang. Dabei wäre die Suche für Eckey besonders spannend, da die Kapelle über Jahrzehnte genutzt, dann aber nach längeren Leerständen – unter anderem zwischen 1920 und 1929 – ihre ursprüngliche Funktion verlor.
Hoffnung auf Archivfunde
Um seine Recherchen voranzubringen, hat Eckey nun verschiedene Archive und Institutionen kontaktiert. Dazu zählen das Bistumsarchiv Münster, die Stadt Lippstadt und das Stadtarchiv Velbert. „In Lippstadt könnten noch Fotos vom Verkauf des gräflichen Inventars im Jahr 1953 existieren. Auch in Velbert könnte es Verbindungen geben, da Schloss Hardenberg und Schloss Crassenstein einst denselben Eigentümern gehörten“, so der Gästeführer. Seine Anfrage richtet sich zudem an Redaktionen und Privatpersonen, die über historische Materialien verfügen könnten. „Jedes Bild wäre ein Gewinn für die Geschichtsvermittlung vor Ort“, betont Eckey.


Auch wenn die Spuren der Kapelle rar sind, blickt der Raum in eine neue Zukunft: Nach jüngsten Renovierungen soll er künftig für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. „Umso schöner wäre es, bei Führungen den Besucherinnen und Besuchern auch etwas über die historische Gestaltung zeigen zu können“, sagt Eckey.
Wer Material oder Hinweise zur Schlosskapelle besitzt, kann sich direkt an Gästeführer Werner Eckey wenden. Er ist erreichbar unter Tel. 02520-514 oder per Mail an werner.eckey[at]t-online.de.
Fotos/Text: mw/bb.


