Wadersloh/Lippetal (mw). Die CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Lippetal und die CDU im Rat der Gemeinde Wadersloh haben sich zusammengeschlossen und einen übergreifenden Antrag zur Planung und zum Bau eines Radweges an der L822 zwischen den Ortslagen Liesborn-Göttingen und Herzfeld gestellt. Bereits seit vielen Jahren gab es auf beiden Seiten immer wieder Initiativen seitens Anwohnern bzw. der Politik. Nun soll dieser gemeinsame Antrag deutlichen Nachdruck in dieses Thema bringen, teilt die CDU Liesborn mit.
Mit den ca. 6 km Radweg würde die Lücke zwischen den Anbindungen von und nach Liesborn, Benninghausen, Lippstadt bzw. Herzfeld, Hovestadt, Soest, Hamm geschlossen. Ebenfalls würde die Verkehrssicherheit vor allem der Anwohner an der schnell befahrenen und kurvigen Strecke deutlich erhöht. Der gemeinsame Antrag ist in den vergangenen Tagen bei den Bürgermeistern Matthias Lürbke (Lippetal) und Christian Thegelkamp (Wadersloh) eingereicht worden, heißt es in der Mitteilung.
Quelle: CDU
Kommentar: Radwege-Ausbau nicht nur zwischen Liesborn und Herzfeld nötig
Der Vorstoß der CDU-Fraktionen aus Lippetal und Wadersloh, die Planungen für einen Radweg entlang der L822 zwischen Liesborn-Göttingen und Herzfeld voranzutreiben, ist zweifellos ein wichtiger (und längst überfälliger) Schritt für mehr Verkehrssicherheit und bessere Mobilität in der Region. Der Schulterschluss über Gemeindegrenzen hinweg ist zu begrüßen – zeigt er doch, dass Infrastrukturprojekte nicht an Ortsausgangsschildern enden dürfen.
Bei aller berechtigten Aufmerksamkeit für die L822 darf nicht übersehen werden: Auch innerhalb der Gemeinde Wadersloh besteht noch erheblicher Handlungsbedarf beim Ausbau des Radwegenetzes. Insbesondere die innergemeindlichen Verbindungen – etwa von den Sportanlagen „Am Schloss“ in Diestedde über die Winkelstraße nach Wadersloh oder die Strecke zwischen Diestedde und Liesborn sind bislang unzureichend erschlossen oder in schlechtem Zustand (von der Dauerbaustelle und dem ungeeigneten Weg durch das Liesborner Holz sei an dieser Stelle nur nebenbei hingewiesen). Auch in Richtung Beckum sind noch Verbesserungen im Radwegebereich wünschenswert. Die Routen werden von Schulkindern, Freizeitradlern und Berufspendlern (inklusive des „radelnden Reporters“) genutzt und verdienen daher ebenso Priorität in der politischen Diskussion – und zwar nicht nur in der Wahlkampfzeit vor den anstehenden Kommunalwahlen!
Die alltagsrelevanten Strecken vor Ort dürfen nicht in den Hintergrund geraten und verdienen mehr Aufmerksamkeit in der öffentlichen Diskussion. Deshalb sollte der neue Impuls für die L822 als Startpunkt genutzt werden, um eine Gesamtstrategie für den Radverkehr in der Gemeinde Wadersloh zu entwickeln – inklusive einer ehrlichen Bestandsaufnahme und Priorisierung aller noch offenen Projekte. Gab es dazu nicht vor geraumer Zeit eine öffentliche Online-Abfrage hierzu? Die Verkehrswende wird nur dann gelingen, wenn es nicht bei Absichtserklärungen bleibt, sondern endlich durchgängige, sichere und attraktive Schnellverbindungen für den Radverkehr geschaffen werden.
Kommentar von Benedikt Brüggenthies


