Musikalische Reise: Esther Lorenz bewegte das Publikum mit hebräischer Musik

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Diestedde (mw/bb). Die Evangelische Kirchengemeinde Wadersloh intensiviert weiter das Angebot in den beiden kleineren Gemeindekirchen Diestedde und Liesborn. Dazu fand am Sonntagabend mit einer „Musikalischen Reise durch das Judentum“ ein außergewöhnliches Konzert mit Esther Lorenz (Gesang und Rezitation) und Hendrik Schacht (Gitarre) in der Erlöserkapelle statt.

Die bekannte Sängerin Esther Lorenz schaffte es, die Verletzlichkeit der jüdischen Seele mit ihrer Stimme zu intonieren und die Menschen zu berühren. Die lange Reise eines Volkes erzählten die beiden Musiker mit einem breiten Querschnitt durch altes und modernes Liedgut in hebräischer Sprache. Zwischen den bekannteren Stücken fanden sich dabei aber auch immer wieder Musikwerke aus der Zeit der Vertreibung der Juden aus Spanien im Mittelalter (Anmerkung: Toledo galt im Mittelalter als das Jerusalem des Westens). Erstaunlich war dabei, wie frisch die einzelnen Werke auch im Jahr 2019 zu Gehör gebracht wurden. Großen Anteil daran hatte auch Hendrik Schacht, der die Stimme von Esther Lorenz mit zurückhaltenden Gitarrenklängen unterstrich.

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Unterbrochen wurden die Lieder durch Anekdoten aus dem jüdischen Leben, Hintergrundinformationen zu jüdischen Feiertagen und gewürzt mit einer Prise Humor. Viele der vorgetragenen Stücke versuchten nicht, die zentralen Themen jüdischer Künstler zu verbergen. Es wurden Geschichten vorgetragen, die die Heimatlosigkeit und Entwurzelung thematisieren. Musik und Poesie aus dem Alltag. Genau diese mitschwingende Melancholie begeisterte das Publikum in Diestedde. Eine musikalische Entschleunigung in stürmischen Zeiten! Kaum verwunderlich, dass Esther Lorenz und Hendrik Schacht gleich mehrere Zugaben geben durften und es schallenden Applaus für die Darbietungen gab.

Zufrieden zeigte sich auch Petra Hillmer vom „Neuen Gemeindekreis“ über den gelungenen Konzertabend: „Wir versuchen in Diestedde und Liesborn die Kirchen zu erhalten und das Kirchenangebot bunter zu gestalten. Die Konzerte, Lesungen und Märchenabende sollen die Menschen in die Kirche bringen. Wir möchten alle einladen, Teil der Gemeinschaft zu sein und dabei auch neue Leute erreichen“, so Hillmer. Mit dem Kulturabend rund um die jüdische Kultur zeigte der Gemeindekreis eindrucksvoll, wie offen die Evangelische Kirche für neue Ansätze ist und holte ein besonderes Musikprogramm in den kleinsten Ortsteil de Großgemeinde Wadersloh. Bereits am 20. März steht auch in Liesborn ein neues Angebot auf der Agenda: Mit „Brot und Bibel“ bietet der Gemeindekreis einen neuen offenen Gesprächsabend an, zu dem alle Interessenten herzlich eingeladen sind.

Fotos/Konzertkritik: B. Brüggenthies

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