Diestedde (mw). Verona, Assisi, Rom und San Gimignano: Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens machte sich der Mehr-Generationen-Chor (MGC) Diestedde auf eine außergewöhnliche musikalische Reise durch Italien. Über 100 Sängerinnen, Sänger und Begleitpersonen erlebten dabei nicht nur einige der bedeutendsten Kultur- und Glaubensorte des Landes, sondern gestalteten selbst Gottesdienste an herausragenden Stätten. Zu den Höhepunkten gehörten die musikalische Gestaltung einer Messe in der Basilika San Francesco in Assisi und im Petersdom in Rom sowie zum Abschluss die Teilnahme an der Generalaudienz im Vatikan.
Acht Tage, vier große Reisestationen, zwei Busse, mehr als 100 Reisende und musikalische Erlebnisse an einigen der bedeutendsten Orte Italiens: Mit zahlreichen Eindrücken und bewegenden Erinnerungen ist der Mehr-Generationen-Chor Diestedde von seiner großen Jubiläumsreise durch Italien zurückgekehrt. Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens führte die Reise den Chor nach Verona, Assisi und Rom sowie zum Abschluss in die Toskana. Dabei standen nicht allein touristische Höhepunkte auf dem Programm. Vor allem das gemeinsame Singen an außergewöhnlichen kirchlichen Orten machte die Fahrt für die Sängerinnen und Sänger zu einer besonderen Pilger- und Chorreise.
Bereits die Dimension der Unternehmung war außergewöhnlich. Mehr als 100 Sängerinnen und Sänger sowie Begleitpersonen machten sich gemeinsam in zwei Reisebussen auf den Weg in Richtung Süden. Für den Chor, der seit seiner Gründung Menschen verschiedener Generationen durch die gemeinsame Freude an der Musik verbindet, wurde die Fahrt damit auch zu einem sichtbaren Zeichen dessen, was in den vergangenen zehn Jahren gewachsen ist.
Opernluft zum Auftakt in Verona
Die erste große Station war Verona. Nach der langen Anreise blieb Zeit, die norditalienische Stadt mit ihren historischen Gassen, Plätzen und Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Ein besonderer musikalischer Auftakt wartete am Abend in der weltberühmten Arena di Verona. In dem fast 2.000 Jahre alten römischen Amphitheater erlebte die Reisegruppe Giacomo Puccinis Oper Turandot. Die Verbindung aus monumentaler Kulisse, Musik und italienischer Sommernacht sorgte gleich zu Beginn der Reise für einen besonderen Eindruck. Für einen Chor, dessen Mitglieder selbst regelmäßig auf der Bühne stehen, war der Besuch der großen Opernaufführung zugleich Inspiration und gemeinsames musikalisches Erlebnis. Doch Verona bildete nur den Auftakt. Von Norditalien führte die Reise weiter nach Süden – zu einem Ort, an dem Musik, Geschichte und Glaube auf ganz andere Weise miteinander verbunden sind.

Auf den Spuren des heiligen Franziskus in Assisi
Mit Assisi erreichte die Reisegruppe einen der bedeutendsten christlichen Wallfahrtsorte Italiens. Bei einer ausführlichen Erkundung der mittelalterlichen Stadt lernten die Teilnehmenden nicht nur die Geschichte Assisis kennen, sondern beschäftigten sich besonders mit dem Leben und Wirken des heiligen Franziskus. Zwischen engen Gassen, mittelalterlichen Mauern und den zahlreichen Kirchen der Stadt wurde dabei schnell deutlich, warum Assisi bis heute Menschen aus aller Welt anzieht. Der eigentliche Höhepunkt des Aufenthalts folgte am nächsten Tag: Der Mehr-Generationen-Chor durfte die Heilige Messe in der Basilika San Francesco musikalisch mitgestalten. In jener Basilika zu singen, die über dem Grab des heiligen Franziskus errichtet wurde und seit Jahrhunderten Ziel von Pilgerinnen und Pilgern aus aller Welt ist, sorgte für einen besonderen Moment der Reise. Wo täglich Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenkommen, erfüllte nun auch der Gesang aus Diestedde für einen Gottesdienst die Basilika. Die besondere Akustik, die jahrhundertealte Architektur und das Wissen um die Bedeutung des Ortes machten die musikalische Gestaltung für viele zu einem der ersten großen emotionalen Höhepunkte der Fahrt.

Außergewöhnliche Eindrücke in Rom
Nach dem Aufenthalt in Assisi ging es schließlich weiter nach Rom. Schon die Einfahrt in die italienische Hauptstadt machte deutlich, dass nun ein weiterer Höhepunkt der Reise begonnen hatte. In den folgenden Tagen erlebte die Gruppe Rom zwischen Antike, Gegenwart und Weltkirche. Natürlich gehörten auch die großen historischen Orte der Stadt zum Programm:. Forum Romanum, Palatin, Circus Maximus und zahlreiche weitere Zeugnisse der Antike ließen die Dimension des einstigen Römischen Reiches erahnen. Zugleich begegnete die Reisegruppe überall der späteren christlichen Geschichte der Stadt. Doch auch in Rom sollte es nicht beim Besichtigen bleiben. Der Chor war gekommen, um selbst Musik an besonderen Orten erklingen zu lassen.

Zu den außergewöhnlichsten Momenten der gesamten Jubiläumsreise gehörte die musikalische Gestaltung einer Heiligen Messe im Petersdom. Schon der Einzug in die größte Kirche der katholischen Welt war für viele Sängerinnen und Sänger bewegend. Dort zu stehen, wo täglich Gläubige und Pilger aus aller Welt zusammenkommen, und diesen Gottesdienst mit der eigenen Musik gestalten zu dürfen, war für den Chor eine besondere Ehre. Das musikalische Programm umfasste unter anderem „Christus Vincit“ von Joseph Noyon, das „Magnificat“ von Jan Szopiński, John Rutters „Look at the World“ sowie „This Is My Song“ von Douglas E. Wagner. Dabei mussten sich Chor und musikalische Leitung den besonderen liturgischen Vorgaben des Petersdoms anpassen. Für die einzelnen Gesänge waren teilweise genaue zeitliche Rahmen vorgegeben, und als Instrument war ausschließlich die Orgel zugelassen. Gerade diese Bedingungen machten die musikalische Gestaltung zu einer besonderen Herausforderung und gleichzeitig zu einem eindrucksvollen Erlebnis.
Jonathan Rochol als musikalische Stütze der Reise
Eine wichtige Rolle für das musikalische Gelingen der gesamten Reise spielte Jonathan Rochol, der den Mehr-Generationen-Chor nach Italien begleitete und bei den Gottesdiensten und musikalischen Gelegenheiten immer wieder an der Orgel unterstützte. Dabei war seine Aufgabe durchaus anspruchsvoll: An jedem Ort wartete ein anderes Instrument, eine andere Akustik und eine neue liturgische Situation. Gerade in den großen Kirchen Italiens galt es, sich innerhalb kurzer Zeit auf die jeweiligen Bedingungen einzustellen und den Chor sicher und zugleich sensibel zu begleiten. Gerade bei den Gottesdiensten in Assisi und Rom entstand so ein Zusammenspiel von Chor, Raum und Orgel, das viele der musikalischen Momente dieser Reise nachhaltig prägte. Für Chorleiter Raul Huesca war es deshalb besonders wertvoll, während der gesamten Reise einen so verlässlichen musikalischen Partner an seiner Seite zu wissen.

Begegnung mit dem Papst als besonderer Höhepunkt
Am letzten Tag in Rom wartete schließlich noch ein Erlebnis, das für viele kaum planbar erschienen war: Die Teilnahme an der Generalaudienz mit Papst Leo XIV. im Vatikan. Die Reisegruppe hatte zuvor Kontakt mit der Präfektur des Päpstlichen Hauses aufgenommen und eine entsprechende Zusage zur Teilnahme erhalten. Für den Chor war bereits die gemeinsame Teilnahme an der Audienz ein besonderer Abschluss der Tage in Rom. Für Chorleiter Raul Huesca kam schließlich noch eine persönliche Begegnung hinzu: Er erhielt die Gelegenheit, den Heiligen Vater persönlich zu begrüßen. Damit verband die Reise auf besondere Weise ganz unterschiedliche Erlebnisse: Den Besuch einer großen Oper in Verona, die franziskanische Spiritualität Assisis, die Geschichte des antiken Rom, das gemeinsame Musizieren im Petersdom und schließlich die unmittelbare Begegnung mit dem Zentrum der katholischen Weltkirche.

Gemeinschaft als eigentlicher Mittelpunkt
So außergewöhnlich die Orte auch waren, zeigte sich im Laufe der acht Tage immer wieder, dass der eigentliche Mittelpunkt der Reise die Gemeinschaft innerhalb des Chores war. Mit einer Reisegruppe dieser Größe unterwegs zu sein, verlangt Geduld, Rücksichtnahme und eine gehörige Portion Organisation. Zwei Busse mussten koordiniert, Treffpunkte eingehalten, Hotelankünfte organisiert, Gottesdienste vorbereitet und kurzfristige Veränderungen aufgefangen werden. Dass all dies gelang, war vor allem dem großen Engagement zahlreicher Menschen zu verdanken, die bereits lange vor der Abfahrt mit der Vorbereitung begonnen hatten.
Ein besonderer Dank richtete die musikalische Reisegemeinschaft daher dem Organisationsteam der Italienreise. Sie hatte im Vorfeld und während der Reise unzählige große und kleine Aufgaben übernommen. Vieles davon blieb für die übrigen Reisenden nahezu unsichtbar, gerade weil Probleme oftmals schon gelöst waren, bevor sie überhaupt zu Problemen für die gesamte Gruppe werden konnten. Besonders hob Chorleiter Raul Huesca dabei Norbert und Simon Göbel hervor, die während der Reise immer wieder im Hintergrund zur Stelle waren, Verantwortung übernahmen und dort unterstützten, wo gerade Hilfe benötigt wurde.

Dass auch Freunde, Familien und Daheimgebliebene die Reise verfolgen konnten, war insbesondere Jule zu verdanken. Sie begleitete die Fahrt medial und versorgte die sozialen Medien des Chores kontinuierlich mit Eindrücken aus Verona, Assisi und Rom. Fotos, Videos und kleine Berichte ermöglichten es, die zahlreichen Erlebnisse nahezu unmittelbar mit den Menschen in der Heimat zu teilen. Eine weitere besondere Dokumentation der Reise entstand durch Klaus Cox, der die Gruppe mit seiner Fotokamera begleitete. Über die gesamte Woche hielt er nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten und offiziellen Auftritte fest, sondern auch zahlreiche kleine Momente am Rande der Reise. Schon jetzt freut sich der Chor darauf, die Fahrt anhand seiner Bilder noch einmal Revue passieren zu lassen. Eine Reise dieser Größenordnung wäre außerdem ohne zwei Menschen kaum denkbar gewesen: Die beiden Busfahrer Claus und Ben, denen der MGC für den sicheren Transfer dankte. Ein weiterer Dank galt ebenso Pastor Ehlert, der die Gruppe auf ihrer Fahrt geistlich begleitete. Gerade weil die Reise nicht nur als touristische Chorfahrt, sondern auch als Pilgerreise verstanden wurde, waren die gemeinsamen Gottesdienste und geistlichen Momente ein wichtiger Bestandteil des Programms.
Abschluss zwischen Weinbergen und mittelalterlichen Türmen
Nach den intensiven Tagen in Rom führte die Reise schließlich nach San Gimignano. Zwischen der berühmten mittelalterlichen Silhouette der Stadt und der toskanischen Landschaft kam die gesamte Reisegruppe noch einmal zu einem gemeinsamen Abschlussabend mit Essen und Weinprobe zusammen. Dabei nutzte Chorleiter Raul Huesca die Gelegenheit, nicht nur auf die zurückliegenden Tage zu blicken, sondern vor allem den vielen Menschen zu danken, die zum Gelingen der Reise beigetragen hatten. Als besondere Erinnerung erhielt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer einen Vatikan-Pin als persönliches Erinnerungszeichen für die außergewöhnlichen Erlebnisse miteinander.
Höhepunkt von 10 Jahren Mehr-Generationen-Chor Diestedde
Die Italienfahrt bildete den Höhepunkt der mittlerweile zehnjährigen Geschichte des Mehr-Generationen-Chores Diestedde. Seit seiner Gründung steht der Chor für die Idee, Menschen unterschiedlichen Alters durch gemeinsames Singen zusammenzubringen. Dass sich nun eine so große Gruppe gemeinsam auf den Weg nach Italien machte, war deshalb auch Ausdruck der Gemeinschaft, die in diesen Jahren entstanden ist. „Natürlich waren die Orte, an denen wir singen durften, außergewöhnlich“, blickte Chorleiter Raul Huesca auf die Fahrt zurück. „Aber irgendwann merkt man, dass selbst der schönste Ort erst durch die Menschen zu einer wirklichen Erinnerung wird. Ich durfte in dieser Woche so viele wunderbare Momente durch und mit diesem Chor erleben. Dafür bin ich unglaublich dankbar.“

Für Huesca selbst war die Reise deshalb auch Anlass für sehr persönliche Worte an seine Sängerinnen und Sänger: „Es ist für mich eine große Ehre und Freude, Chorleiter dieser Gemeinschaft sein zu dürfen. Was wir in diesen zehn Jahren gemeinsam aufgebaut haben und was wir auf dieser Reise erleben durften, ist alles andere als selbstverständlich. Wenn mehr als 100 Menschen gemeinsam unterwegs sind, miteinander singen, lachen, beten, sich gegenseitig helfen und am Ende mit so vielen gemeinsamen Erinnerungen nach Hause fahren, dann zeigt sich, dass ein Chor sehr viel mehr sein kann als eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam Musik macht.“
zus. Quelle: MGC Diestedde, Fotos: Klaus Cox; Vatikan Media, Privat


