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Auf eine gute Nachbarschaft – Meine Liebe auf Distanz zu Münster und warum jetzt ein neuer Westfälischer Friede gebraucht wird [KOMMENTAR]

Münster / Wadersloh (mw/bb). Gerne erinnere ich mich an die Zeit, als meine Familie den „Musikladen Brüggenthies“ in der Innenstadt von Münster betrieben hat. Bis zur Schließung war ich immer wieder stolz darauf, dass mein Name hier in der Hauptstadt des Münsterlandes ein Zuhause hat und generell liebe ich das „Großstadt-Flair“ hier. Als die Stadt Münster am 23. Juni verfügt hat, dass sämtliche Einwohner der Landkreise Warendorf und Gütersloh die Stadt nur noch mit Maske betreten dürfen, bekam meine Liebe zu Münster aber einen kleinen Knacks.

Ob das als Schutzausrüstung durchgeht?

Die Bürgermeister im Kreis Warendorf und der Stadt Hamm, die Landräte Gericke und Adenauer, Landratskandidat Dennis Kocker: Alle haben Pressemitteilung zu diesem Thema geschickt. Sie alle sind der gleichen Meinung: Das Verhalten des Krisenstabs der Stadt Münster ist nicht nachvollziehbar. Als vor zwei Wochen die Nachbarn aus den Niederlanden das UKM (Uniklinik Münster) mit einer XXL-Ladung Matjes  als Dank für die Aufnahme Covid-19-erkrankter Patienten überraschte, dachte ich: Ja, so muss Freundschaft und Nachbarschaft aussehen. Man muss einfach stolz darauf sein, ein Münsterländer zu sein!

In Münster werden Regeln sehr ernst genommen!

Natürlich ist es verständlich, dass das UKM Patienten aus dem Kreis Warendorf nur mit einem negativen Corona-Testat aufnehmen kann (Ausnahme: Notfälle!). Aber eine Maskenpflicht für die gesamte Innenstadt? Ein Spaziergang entlang des Aasees oder am Hafen, eine Radtour entlang des Kanals bei 30 Grad im Schatten? Nein, danke! Da muss die Diestedder Schloßgräfte und das Liesborner Holz reichen reichen. Glaubt man all den Medienberichten, kommt es gerade in vielen Bundesländern zu Stigmatisierung und Häme gegen uns Bürgerinnen und Bürger aus den Landkreisen GT und WAF. Wenn andere Bundesländer uns die Einreise untersagen, mag man das nachvollziehen können. Vielleicht ist Urlaub in Pandamie-Zeiten sowieso ein Luxusproblem? Aber ausgerechnet die weltoffene Stadt Münster (ich erinnere mich so gerne an den Katholikentag zurück) grenzt uns jetzt aus. Anscheinend ohne vorherige Abstimmung mit den Landräten. Ich persönlich wünsche mir da mehr Absprache.

Münster, ich vermisse dich!

Freunde reichen in schweren Zeiten einander die Hände. Wo bleibt ein aufmunterndes Wort aus Münster: „Hey Warendorfer! Wir sitzen alle im gleiche Boot! Wir schaffen das gemeinsam. Münster ist nicht nur in guten, sondern auch schlechten Zeiten für euch da!“ – Eigentlich harmonieren wir im Münsterland doch sehr gut miteinander? Vielleicht kann man den Schnellschuß aus Münster verzeihen, da wir alle erst lernen müssen, mit dieser neuen Situation umzugehen. Vielleicht haben unsere Freunde aus Münster aber auch einfach nur Angst?

Münsterliebe!

Liebe Stadt Münster, Stadt des Westfälischen Friedens, wie wäre es denn anstatt einer Maskenpflicht z.B. mit Preisnachlässen für den Besuch des Allwetter-Zoos (der kann doch eigentlich gerade auch jede Hilfe gebrauchen) oder das Picasso-Museum? Die Familien im Kreis Warendorf, die seit März zuhause bleiben müssen und sich auf die Sommerferien und ein Stück Normalität gefreut hatten, würden das sicher sehr begrüßen und euch mit einem Lächeln begrüßen (zur Not auch hinter einer Maske, da wo es partout nicht anders geht). Vielleicht bedanken wir uns um Gegenzug in einige Wochen dann auch mit einer regionalen Spezialitäten. Statt Matjes gibt es dann die guten Pferdeäpfel (die Pralinen aus Warendorf und Harsewinkel natürlich!) oder einen guten westfälischen Korn auf unser aller Gesundheit.

In Freundschaft und bis bald <3

Ein Kommentar von Benedikt Brüggenthies

UPDATE vom 26. Juni: Die Stadt Münster ruderte heute zurück und hob die besondere erweiterte Maskenpflicht zumindest für den Kreis Warendorf wieder auf. Zuvor war der 7-Tage-Wert wieder unter die 50-Neuinfektionen-pro 100.000 Einwohner-Grenze gefallen.

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Gründer & Chefredakteur von Mein-Wadersloh.de

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