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Standort Feuerwehrgerätehaus: „Kein Baum darf hier verloren gehen“ – Schulleitung nennt Bedingungen für möglichen Neubau am Johanneum

Wadersloh (mw/bb). Am heutigen Montag hatte Mein-Wadersloh.de die Gelegenheit, mit Hans-Jürgen Lang, Schulleiter des Gymnasiums Johanneum Wadersloh über den geplanten Standort des neuen Feuerwehrgerätehauses zu sprechen. Der Schulleiter nahm dabei Bezug auf das Biotop/den Schulgarten, die Verkehrssicherheit und die Bäume. Grundsätzlich sieht er in dem Bauvorhaben an dem Standort Liesborner Straße eine Win-Win-Situation für Feuerwehr, Schule und Schülerschaft, die er jedoch an Bedingungen geknüpft sehen möchte, die die Gemeinde Wadersloh erfüllen muss, damit der Schulträger den Standort für das Feuerwehrgerätehaus in seiner Nachbarschaft befürworten kann.

Schulleiter Hans-Jürgen Lang (Gymnasium Johanneum)

Die Baumaßnahme kann ein Gewinn für die Schule sein, wenn folgende Abmachungen eingehalten werden: Die Verbesserung der Verkehrssicherheit an den Bushaltestellen, der Erhalt der angepflanzten „Schulbäume“ sowie die Schaffung einer Ausgleichsfläche als Ersatz für den bisherigen Schulgartenbereich. Schon zu Beginn des Gesprächs machte Hans-Jürgen Lang deutlich, dass er das Engagement der Schülerinnen und Schüler der Fridays-For-Future-Gruppe (FFF) des Johanneums als positiv ansieht: „Die Gruppe möchte ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen. Das ist sehr zu befürworten. Als Schulleiter kann ich natürlich nicht das Schule schwänzen zulassen, aber sehr wohl das Thema Nachhaltigkeit unterstützen. Am Johanneum werden die Themen Energie, Müllvermeidung und Umweltschutz im Unterricht behandelt. Nicht umsonst haben wir im Jahr 2019 das Jahr unter Schulmotto ‚Franziskus for future‘ gestellt“, so der Schulleiter.

Angesprochen auf das Biotop sagte Lang: „Das Biotop ist ein kleiner Mosaikstein und zugleich ein sehr große Projekt, welches einen Arbeitsaufwand darstellt, den die Schüler nicht unterschätzen sollten.“ Das künstlich angelegte Biotop bzw. der Schulgarten existiere seit den 1980er-Jahren und wurde seinerzeit ambitioniert umgesetzt. Im Rahmen der „Regionale“ kam es im Jahr 2005 zu einer letzten großen Reinigungsaktion, bei der u.a. der Zugang zum Teich freigeschnitten wurde. Seitdem sei es Schülern und Schule nicht gelungen, den Bereich zu reaktivieren. „Eine Ersatzfläche für das sehr verwilderte Biotop zu schaffen, in der auch die Wasserversorgung sichergestellt ist, sehe ich als vorteilhaft an. Das Kernproblem ist, dass es keine Quelle in dem Feuchtbiotop gibt. Die Gemeinde Wadersloh hat die Zusage gemacht, dass ein Ersatz-Feuchtbiotop mit Wasserversorgung umgesetzt wird. Unsere Biologie-Fachschaft würde eine solche Maßnahme von Anfang an begleiten.“ Mögliche Flächen dafür wären der nicht genutzte Aschenplatz, der Bereich an der alten Turnhalle, oder die Schulgartenfläche an der Kleinsportanlage.

Eine weitere Bedingung an die Gemeinde Wadersloh wäre, dass die 17 betroffenen „Schulbäume“ und vier Säuleneichen, letztere wurden von der Schulleitung eigenhändig gepflanzt, gerettet und schonend umgesetzt sowie Ausgleichsgrünflächen geschaffen werden: „Die Bäume sind eine Anlaufstelle für unsere Ehemaligen und somit eine wichtige Verbindung zwischen Schule und Schülerschaft. Kein Baum darf hier verloren gehen“, versicherte Hans-Jürgen Lang. Eine Umsetzung wäre mit Unterstützung eines Fachbetriebs möglich.

Hier könnten künftig die Schulbusse halten

Auch die dritte Bedingung wird von Seiten des Schulträges als essenziell angesehen. Eine Entschärfung der bisherigen Schulbushaltestellen-Situation sei von Seite des Schulträgers sehr zu begrüßen: „Eine Gefährdung der Schülerinnen und Schüler durch den Verkehr muss ausgeschlossen sein. Das Verkehrsaufkommen ist gerade in der dunklen Jahreszeit nicht ohne. Eine sichere Lösung für unsere Schüler muss hier Priorität haben“, machte Hans-Jürgen Lang deutlich.

Bei dem Thema einer möglichen Erweiterung des Gymnasiums im Zuge der G9-Umstellung, vertritt die Schulleitung die Auffassung, dass andere Möglichkeiten für die Erweiterung des Raumangebots bestehen: „Uns wäre schon wichtig, dass etwa das Sportgelände aufgewertet wird.  Aber das ist noch Zukunftsmusik. Mein Wunsch wäre es, dass alle beteiligten Akteure an einem runden Tisch zusammen kommen und dabei auch unsere Fridays-For-Future-Gruppe involviert wird“, so der Schulleiter abschließend.

Weiterführende Informationen

Fotos/Text: B. Brüggenthies. Das Gespräch fand am 18.11.2019 (vormittags) statt.


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