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30. Ratssitzung: Hitzige Diskussion beim Standort des neuen Feuerwehrgerätehauses

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Wadersloh (mw/bb). Am 9. April 2019 hatte der Rat der Gemeinde Wadersloh beschlossen, den jetzigen Standort des Feuerwehrgerätehauses in Wadersloh aufzugeben. Die Verwaltung wurde zeitgleich beauftragt ein Grundstück für einen neuen Standort zu finden. Vorgeschlagen wurden Grundstücke an der Liesborner Straße, Dieselstraße, Stromberger Straße, Meerweg, Mauritz, und Centraliapark. Bis auf das Grundstück an der Liesborner Straße wurden alle Grundstücke als ungeeignet eingestuft. Bei der heutigen Ratssitzung wurden die Details vorgestellt.

Das bisherige Gerätehaus wird bei den Planungen des Realschulcampus miteinbezogen – Das stand bereits seit einigen Monaten fest. Das Haus sei sehr in die Jahre gekommen. Hinzu kommen neue rechtliche Rahmenbedingungen. Bauliche Mängel haben die die Zeit für einen Neubau kommen lassen. Und hinter den Kulissen wurde bei der Gemeinde und bei der Feuerwehr in den vergangenen Monaten geplant. Die Entscheidung habe eine große Tragweite für die Zukunft und wird die Gemeinde mehrere Jahrzehnte begleiten, betonte Bürgermeister Christian Thegelkamp und konnte am Abend Bernd Helfmeier (Ingenieurbüro Greise & Helfmeier) und Nico Streffer (Feuerwehr) als fachkundige Planer im Ratssaal begrüßen.

Helfmeier stellte die Standortuntersuchung vor, die er gemeinsam mit Nico Streffer erarbeitet hat. Die Feuerwehr überprüfte vor allem die Hilfsfristen. Maximal acht Minuten darf diese Frist dauern von der Alarmierung bis zur Ankunft am Einsatzort. Mindestens neun Feuerwehrleute müssen bei einem Einsatz dann vor Ort sein. Helfmeier erläuterte anhand eines Kriterienkatalogs die Vorüberlegungen. Die Dieselstraße erlaube die Hilfsfrist nicht, da der „Vogelbusch“ und Umgebung zu weit entfernt sind. Auch der Meerweg, Mauritz und Centraliapark seien nicht optimal. Alle drei Standorte erfüllen das Kriterium Hilfsfristen nicht. Nur die Liesborner Straße könne alle Kriterien erfüllen. Auch die Stromberger Straße wurde überprüft. Allerdings handelt es sich um ein Siedlungsgebiet. Die Kriterien Zugang/Hilfsfrist/Nachbarn/ Größe/Grundstück/ würde demnach nur die Liesborner Straße erfüllen.

Das Ende des Biotops am Johanneum und Störung bei Beerdigungen?

Dezernent Elmar Ahlke erläuterte, dass viele Feuerwehrleute im Gewerbegebiet tätig seien, deswegen müsse ein möglichst naher Standort gefunden werden. Anne Claßen (SPD) kritisierte den Standort in Nähe des Johanneums und begründete das u.a. mit dem hohen Verkehrsaufkommen. Zudem sei das Biotop am Gymnasium in Gefahr., was angesichts der aktuellen Klimadiskussion als schlechtes Zeichen gewertet werden müsse. Dieses Thema sprach auch die FWG an. Aufgrund der knappen Vorlaufzeit wünschte sich Claßen weitere Beratungszeit in den Fraktionen. Heino Teckentrup (FWG) hatte einige Detailfragen zu dem geplanten Bau. Am möglichen Standort Liesborner Straße müssten teilweise neue Parkplätze geschaffen werden. Eine separate Zuwegung von der Mauritz könnte erfolgen. Von der Zuwegung Friedhof soll man komplett getrennt bleiben. Die Alarmzufahrt würde dann 3,50 Meter betragen. Die Zufahrt zum Friedhof soll bestehen bleiben. Separat soll ein Gehweg zum Friedhof auf gemeindlichen Grünflächen entstehen. Es soll kein Einfluss auf den anderen Verkehr geben.

Bürgermeister Thegelkamp machte deutlich, dass die Feuerwehr mit dem Standort nur einverstanden sei, wenn im Alarmfall keine Busse auf der Straße stehen. Heino Teckentrup von der FWG sprach ebenfalls den alten Schulgarten an, denn die Schüler eigentlich reaktivieren möchten. Ebenfalls sprach Teckentrup die geplante Extrafahrspur für die Einsatzkräfte an, die man kaum realisieren könne. Im Falle von Beisetzungen sieht die FWG zudem erhebliche Parkplatzprobleme. Nach FWG-Recherchen habe es zudem bisher keine Gespräche mit der Kirche gegeben. Könnte es möglicherweise zu Störung bei Beerdigungen kommen? „Das macht eine Trauerbewältigung unmöglich“, so Ratsmitglied Teckentrup.

Der Bürgermeister äußerte sich zu den Bedenken. Es würde genug Fläche für eine etwaige Erweiterung des Johanneums bestehen bleiben. Auch an jedem anderen Ort müsste es Grundstücksausgleiche geben. Die Anzahl der Parkplätze werde ebenfalls nicht reduziert. Der Bürgersteig soll von der westliche auf die östliche Seite verlegt werden. Die Gesamtfläche gehört der Gemeinde. Die einspurige Alarmspur kann darüberhinaus nur in einer Richtung befahren werden und wird mit einer Schranke geregelt. Fahrpuren und Parkplätzen werden nicht reduziert. Zeitgleiche Beerdigungen und Einsätze dürfte nach Vermutung des BMs einer Ausnahme bleiben, auch wenn man das nicht ausschließen könne. „Diese Fragen werden wir heute nicht endgültig klären können. Unser Ziel ist es, das Feuerwehrgeräte da zu bauen, wo die Hilfsfristen zu 100 Prozent abgedeckt werden können“, so der Bürgermeister. „Am einfachsten wäre es sicher, dass Feuerwehrhaus im Centraliapark zu bauen. Wir können aber nicht so tun, als gäbe es die Bahnschranken nicht.“ Man habe sich sehr viele Gedanken zu dem Thema gemacht. Der Antrag der SPD auf das Verweisen in die Fraktionen wurde mit einer Enthaltung angenommen. Somit ist eine Entscheidung zunächst vertagt.

Die Feuerwehr probt derzeit schon den Ernstfall – auf dem Gelände der Sekundarschule (Herbstabschlussübung 2019)

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Text/Fotos: B. Brüggenthies


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Gründer & Chefredakteur von Mein-Wadersloh.de

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