Klimanotstand: Klares Nein zum Ausruf eines symbolischen Notstands

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Wadersloh (mw/bb). Hat der globale Klimaerwärmung auch die Gemeinde Wadersloh erreicht? Wenn es nach der SPD und FWG in Wadersloh geht, ja! Im Ausschuss für Umwelt, Energie und Landschaft wurde am Montagabend lebhaft diskutiert, ob die Gemeinde den Klimanotstand ausrufen soll. Eine Mehrheit fand der Antrag jedoch nicht.

Das Ausrufen des Klimanotstands sei als erster Schritt zu verstehen und aus Solidarität mit den Schülerinnen und Schülern zu sehen, die im Mai 2019 vor dem Rathaus dem Klimastreik ausriefen: „Der Klimawandel muss mehr in das Bewusstsein der Leute“, forderte Stephan Goß (FWG). Die CDU sah den Antrag als nicht ausreichend an und forderte konkrete Beschlüsse und Maßnahmen anstatt eines plakativen Beschlusses ohne Verpflichtung.

Oliver Weinekötter (FDP) sah den Ausruf als „völlig falsch“ und als „kontraproduktiv“. Zugleich wies er auf die Gefahren bürokratischer Hürden und einen erheblichen Arbeitsaufwand hin. Man solle die bereits durchgeführten Projekte stattdessen stärker positiv nach außen darstellen und weitere Projekte anstoßen.

Adolf Vogt (CDU) hob die Bestrebungen von Gemeinde und Bürgern zur Klimaneutralität aus, fand es aber „nicht gut“ den Klimanotstand auszurufen. Klaus Grothues (CDU) tat sich mit der zu plakativen Begrifflichkeit des „Klimanotstands“ schwer und forderte ebenfalls konkrete Maßnahmen. Norbert Borghoff (FWG)

Stephan Goß (FWG) differenzierte zwischen den Begrifflichkeiten eines Notstands: „Wir müssen einen ersten Schritt machen.“ Zugleich zeigte er Unverständnis für den Widerstand gegen einen symbolischen Akt. „Wir wollen im Endeffekt alles das gleiche. Wir wollen weitermachen. Wir wollen die Bürger für das Thema sensibilisieren“, so Goß. „Wir brauchen keine Symbolpolitik. Wir brauchen Fakten“, forderte Rudi Luster-Haggeney (CDU). „Wir brauchen einen Klima-Aktionsplan mit konkreten Dingen durch Sensibilisieren und Eigenmaßnahmen“, appellierte Klaus Grothues (CDU) an den Ausschuss.

Bürgermeister Christian Thegelkamp konnte die Argumente in allen Richtungen nachvollziehen und berichtete aus eigenen Erfahrungen. Dazu zeigte er ein Bild des abschmelzenden Rhonegletschers: „Ich finde es für meinen eigenen Zugang zu dem Thema signifikant“, bezog Thegelkamp Stellung und stellte sich hinter dem Antrag: „Vor dem Hintergrund des Antrags habe ich meine Meinung geändert!“ Ein Symbol setzen und trotzdem auf dem Weg bleiben. „Wir als Kleine müssen anfangen“, resümierte Stephan Goß. In der anschließenden Abstimmung gab es ein klares Nein für das Ausrufen eines Klimanotstands.

Symbolfoto: Brüggenthies

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