Pflaumen-Dörr-Aktion: Wenn Obst zur nachhaltigen Nascherei wird

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Diestedde (mw/bb). Die Spatzen pfeifen es schon vom Backhausdach: Der Herbst rückt näher und damit auch die Zeit der Obsternte. Während unsere Nachbarn in Stromberg die Pflaume sogar zum Nationalheiligtum (Schutzmarke) erklärt haben, steht die besondere Frucht auch in Diestedde hoch im Kurs. Beim Pflaumen-Dörren konnten Interessenten den fleißigen Vereinsmitgliedern im Backhaus bei der alten Methode des Haltbarmachens über die Schulter schauen.

Einmal mehr war es das Fachwissen des Diestedder Originals und Heimatkünstlers Walter Jasper, der dem Heiamtverein wertvolle Hinweise lieferte, um Obst mit etwas Geschick, Fleiß und heissen Backhausofen-Temperaturen auf lange Zeit haltbar zu machen. Drei Tage lang hatten die Mitglieder des Traditionsvereins für die Aktion eingeplant. Dabei mussten zwar viele Arbeitsstunden eingebracht werden, aber genauso viel Wissen und fruchtig-süße Leckereien machten die Dörr-Aktion unter dem Strich zu einem lohnenswerten und schmackhaften Unterfangen. Unter fachkundiger Anleitung von Walter Jasper kümmerten sich Herbert Weinhold, Jürgen Nordhoff und Heiner Panreck um das arbeitsintensive Vorbereiten und die Durchführung. Von der Pflaume am Baum bis zur süßen Leckerei. Geerntet wurden die Pflaumen an der Steinackerstraße, wo sie vermutlich ansonsten auf dem Kompost gelandet werden. Denn die ganzen Mengen zu verarbeiten benötigte schon etwas Zeit.

Fritz Streffer (Vorstand Heimatverein Diestedde) und Heimatkünstler Walter Jasper lassen sich Kaffee und Pflaumen schmecken

Mit der nachhaltigen Idee versucht der Heimatverein Diestedde schon seit einigen Jahren Obst vor dem Wegwerfen zu bewahren und haltbar zu machen. Bereits in den Vorjahren wurden im Backhaus an der Nikolauskirche sogenannte „Speckbirnen“ im Ofen gedörrt. Die alte Methode des Haltbarmachens von Obst gänzlich ohne Zusatzstoffe war vor allem auf den Diestedder Bauernhöfen zu früheren Zeiten eine weit verbreitete Tradition. Passend gelagert können die Pflaumen so über Monate als süße Nascherei überdauern. Davon überzeugten sich auch die Mitglieder des Plattdeutschen Krinks und Heimatvereins, die am Sonntagnachmittag nach getaner Arbeit zur Dörr-Pflaumen- und Pflaumenkuchen-Verkostung ins Backhaus kamen. Eine runde und nachhaltige Sache, die dazu auch noch allen schmeckte.

Fotos/Text: B. Brüggenthies

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