Kreis Warendorf (mw). Das traditionelle Vogelschießen bleibt von den geplanten EU-Beschränkungen für Bleimunition weitgehend verschont. Das Europäische Parlament hat zwei Einsprüche gegen einen entsprechenden Kompromiss abgelehnt. Der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Peter Liese spricht von einem Erfolg für die Schützenvereine und das heimische Brauchtum.
„Das ist eine sehr gute Nachricht für die Schützen in Südwestfalen und weit darüber hinaus. Nach jahrelangen Diskussionen und intensiven Verhandlungen haben wir erreicht, dass das traditionelle Schützenwesen nicht durch europäische Vorschriften gefährdet wird“, erklärte der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese nach der Abstimmung im Europäischen Parlament.
Am Donnerstag (8. Oktober) hat das Europäische Parlament in Straßburg zwei Einsprüche der rechten und rechtsextremen Fraktionen EKR und Patrioten für Europa gegen den im Juni gefundenen Kompromiss zur Beschränkung von Bleimunition deutlich abgelehnt. Die Einsprüche scheiterten mit 166 zu 346 beziehungsweise 193 zu 333 Stimmen. Damit kann die Europäische Kommission die neue Regelung nun verabschieden.



Ursprünglich stand ein weitgehendes Verbot bleihaltiger Munition im Raum. Gemeinsam mit der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen, zahlreichen Schützenvereinen vor Ort sowie vielen Unterstützern aus Bundes- und Landespolitik hatte sich Liese seit 2023 dafür eingesetzt, dass das traditionelle Schützenwesen nicht eingeschränkt wird.
„Besonders wichtig war für uns immer das Vogelschießen. Dieses ist ein fester Bestandteil unserer Heimat, unserer Kultur und unseres gesellschaftlichen Lebens. Deshalb haben wir uns mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass die Besonderheiten des traditionellen Schützenwesens berücksichtigt werden. Dass dies jetzt gelungen ist und der Kompromiss auch die letzte entscheidende Hürde im Europäischen Parlament genommen hat, freut mich sehr“, so Liese.

Die neue Regelung sieht vor, dass klassische Kugelmunition nicht von der Beschränkung erfasst wird. Darüber hinaus sind auch Flintenlaufgeschosse, die sogenannten Königspatronen, ausdrücklich ausgenommen. Damit bleibt das traditionelle Vogelschießen mit diesen Geschossen weiterhin möglich. Auch für Sportschützen wurden wichtige Verbesserungen erreicht. Bleischrot darf auf entsprechend ausgestatteten Schießständen dauerhaft weiterverwendet werden. Zudem wurde die Übergangsfrist für die verbleibenden Beschränkungen auf sieben Jahre verlängert.
„Die rechten Fraktionen wollten den Kompromiss zu Fall bringen, obwohl alle Parteien zufrieden sind. Selbst der europäische Verband der Jäger hat seine Zustimmung signalisiert und die Einsprüche der Rechten abgelehnt. Auch die AfD hat sich dem Widerstand gegen den Kompromiss angeschlossen. Dies zeigt einmal mehr, dass es den rechten Fraktionen und gerade der AfD nicht um Lösungen geht, sondern um Krawall. Sie stellen sich gegen alles, selbst wenn die Betroffenen zufrieden sind“, kritisierte Liese.
„Dieser Erfolg ist das Ergebnis eines gemeinsamen Kraftakts. Mein besonderer Dank gilt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die sich persönlich für eine pragmatische Lösung eingesetzt hat, sowie den vielen Kolleginnen und Kollegen aus CDU und CSU im Deutschen Bundestag, insbesondere den Bundestagsabgeordneten Friedrich Merz, Carsten Linnemann und Florian Müller, die uns von Anfang an unterstützt haben. Vor allem danke ich den Vertretern der Schützen, die immer wieder auf die praktischen Probleme hingewiesen und konkrete Lösungsvorschläge eingebracht haben“, erklärte Liese.
„Wir haben gezeigt, dass Umwelt- und Gesundheitsschutz mit Tradition, Brauchtum und den berechtigten Interessen der Schützen vereinbar sind. Ich freue mich sehr, dass sich unser jahrelanger Einsatz gelohnt hat“, so Liese abschließend.
zus. Quelle, Foto (1): Europabüro, Symbolbilder: mw/bb.


