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Wie mit Bienchen und Blümchen Diestedder Honig entsteht: Zu Besuch bei der Hobbyimkerei Domke

Wenn man sich einen Bienenstock so aus der Nähe anschaut kann man wirklich nur Hochachtung vor den Baukünsten der Bienen haben: Die kleinen geflügelten Architekten sind darüber hinaus aber auch fleißige Lebensmittelproduzenten. So viel vorweg: Die Produktion von Honig ist nicht nur für Bienen ein Fulltime-Job, auch die Imker haben von den ersten Vorbereitungen bis zum fertigen Honigglas viel zu tun. Mein-Wadersloh.de hat die kleine Imkerei von Marion Domke in Diestedde besucht und sich über die Produktion des „Diestedder Blütenhonigs“ informiert.

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Momentan ist Hochsaison für die Honigproduktion

Vier Kinder, zwei Hunde und acht Bienenvölker mit jeweils rund 30.0000 Bienen – Man könnte fast schon sagen, dass es bei Familie Domke wie in einem Bienenstock zugeht. Marion Domke geht seit einigen Jahren einem eher ungewöhnlichen Hobby nach: Sie ist Imkerin aus Leidenschaft. Eine Faszination für die kleinen Baumeister der Natur, die sie über ihren Mann Andreas kennengelernt hat. In dieser Woche erscheint ihr erster „Diestedder Blütenhonig“ und die Vorfreude ist entsprechend groß.

Die Arbeit des Imkers beginnt schon im Winter

_MG_8024„Mein Mann hat 2010 mit der Imkerei angefangen. Zu dem Zeitpunkt wohnten wir noch in Rüthen und ich selbst hatte noch Angst vor den Bienen. Als wir dann aus familiären Gründen nach Diestedde gezogen sind und einige Jahre pausiert haben, wollten wir die Imkerei wieder aufleben lassen. Und in diesem Jahr wird es erstmals einen Diestedder Blütenhonig geben.“ Nach dem Besuch eines Honiglehrgangs, Weiterbildungen und Fachliteratur hat sich Marion Domke umfassend über das Thema informiert.

_MG_8056Der Startschuss für die Imkersaision beginnt schon in der kalten Jahreszeit. Mit Oxalsäure werden die Bienenstöcke gegen die Varroamilbe behandelt. Der etwas zu warme Winter im letzten Jahr mit seinen Temperaturschwankungen machte auch den Bienen zu schaffen. In den kalten Phasen verbrauchen die Bienen bei schon vorhandener Brut viel von ihrem Vorrat. Da gilt es regelmäßig nachzuschauen, dass die Bienen nicht verhungern. Ab Ende Januar beginnt, bei passender Witterung, dann auch die Bienenkönigin ihre Arbeit. In den vorbereiteten Brutzellen legt sie die Eier oder wie man bei den Imkern sagt: Sie bestiftet die Zellen. Ab Februar/März fangen die Bienen an sich zu entwickeln. Hier muss wöchentlich das Futter kontrolliert werden. Mit der Schwarmzeit im Mai/Juni geht es dann los.“ Spätestens dann kann es auch schon mal vorkommen, dass Besucher Marion Domke in einem Imkeranzug, dem sogenannten Vollschutz, im Garten antrifft.

Ein Bienenvolk produziert ca. 20 Kg Honig

„Regelmäßig müssen die alten, dunklen Waben ersetzt und neue Mittelwände eingesetzt werden. Dann gehe ich von Volk zu Volk und schaue nach dem Rechten. Dabei wird das ganze Rähmchen herausgenommen. Es kommen Mittelwände aus Wachs herein. Die Bienen bauen die Zellen aus und nutzen diese dann als Pollen- und/oder Nektarlager oder als Kinderstube. Wenn die Zellen mit Honig voll und getrocknet sind, werden sie verdeckelt“, erklärt die Hobbyimkerin. Wenn etwa Dreiviertel der Zellen verdeckelt sind, ist der Honig reif. Dabei muss vor allem der Wassergehalt beachtet werden, denn wenn dieser zu hoch ist, kann der Honig gären. Der Deutsche Imkerbund gibt etwa 18 Prozent vor. Der Diestedder Blütenhonig liegt mit rund 17 Prozent in der Norm. Das die Bienen den Honig umtragen und durch Flügelschläge trocknen zeigt, wie komplex der Vorgang eigentlich ist. Ein echtes Naturschauspiel.

_MG_8046Im Keller der Familie Domke werden die Holzrahmen mit den Honigwaben ausgeschleudert. Mit einem Grobsieb, einem Feinsieb und einem Spitzsieb werden die Stippen herausgefiltert und der Honig bekommt seine feine Struktur. Direkt abgefüllt wird der Honig aber nicht. Erst muss er ein paar Tage stehen gelassen, abgeschöpft und mehrfach gerührt werden, damit er nicht zu hart wird im Glas. „Wenn der Honig am Rand anfängt zu kristallisieren, wird er gerührt bis er cremig wird. Erst dann erfolgt die Abfüllung und so bleibt er schön cremig und streichfest auf dem Butterbrot“, weiß die Bienenexpertin. Etwa 20-25 Kilo Honig entstehen pro Bienenvolk. Der erste Honig ist inzwischen in Gläsern á 500 und 250 Gramm abgefüllt.

Vielfältiges Hobby mit süßer Überraschung als Belohnung

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Ab und zu ist auch mal eine Hummel bei den Domkes zu Besuch. Es hat sich wohl herumgesprochen, das es hier leckere Pollen gibt

Übrigens: Nicht nur der Honig ist ein beliebtes Produkt bei den Imkern. Auch die alten Waben sind alles andere als ein Abfallprodukt. Die alten Waben werden aus dem Bienstock entnommen und eingeschmolzen. Daraus wird das Wachs gewonnen. Den Wachs muss man reinigen und klären, bis er so sauber ist, dass er für neue Mittelwände oder Kerzen geeignet ist. „Das ist alles andere als ein Abfallprodukt – ganz im Gegenteil. Bis zu 15 Euro pro Kilo Bienenwachs muss man bei anderen Händlern bezahlen“, berichten die Domkes. Ein Privileg bleibt allerdings dem Imker vorbehalten: Der Genuss von Wabenhonig mit Stockwärme: „Die Bienen bauen in einen Leerahmen ihre Waben aus und füllen diese mit Nektar. Dies frisch geerntet ist ein kulinarischer Hochgenuss. Das kann man im Laden so nicht kaufen. Das ist unser Imkerprivileg“, schmunzelt Andreas Domke.

Ein Stück Heimat im Glas

Eine Besonderheit von heimischen Honigsorten betrifft vor allem Allergiker. Die Bienen fliegen an, was hier in der Umgebung steht Das ist ideal für Allergiker, den in dem Honig sind nur Stoffe von Pflanzen drin, die in der Region vorkommen. Kirschblüten, Ahornblüten, Lindenblüten aus dem eigenen Dorf – man isst ein Stück Heimat mit jedem Löffel Honig.

IMG_7635„Immer wenn wir Bienen summen hören, denken wir sofort: Hör mal! Unsere Bienen arbeiten wieder“, so wird bei den Domkes jeder Spaziergang mit dem Hund zur indirekten Arbeitskontrolle der 240.000 kleinen Helferlein. Es kann durchaus sein, dass auch die Biene Maja darunter ist, denn die zählt wohl auch zu der Apis mellifera carnica, der westlichen Honigbiene, eine Biene die darauf gezüchtet ist, besonders sanftmütig zu sein und viel Honig herzustellen. In diesem Sinne: Guten Appetit beim nächsten frischen Brot oder einem Glas warmer Milch mit dem Diestedder Blütenhonig.

Der Bienenhonig wird u.a. in der Tankstelle Schröder in Diestedde verkauft. Weitere Infos: Imkerei Marion Domke, Kettelerstraße 8 in 59329 Wadersloh-Diestedde. E-Mail: mariondomke [at]web.de / Tel. 0171-9368753.

Fotos: B. Brüggenthies (7), Privat (1)

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