Diestedde (mw/bb). Ein Stück Diestedder Geschichte hat am heutigen Donnerstag (15. Oktober) einen neuen Platz gefunden: Der Heimatverein Diestedde (HVD) hat mit großem ehrenamtlichen Einsatz den „Femetisch“ vom Dorfplatz in das Naherholungsgebiet an der Fischtreppe am Mühlenweg versetzt. Dort fügt sich das rund 2,4 Tonnen schwere Denkmal perfekt in die sattgrüne Natur mit gelben Crassenstein-Tupfer am Mühlenbach ein.

Die Idee, dem „Femetisch“ einen neuen Standort zu geben, reicht bereits einige Jahre zurück. Schon 2020 hatte ein Vereinsmitglied des Heimatvereins beantragt, das beliebte Denkmal an einen Ort zu versetzen, an dem seine „historische“ Bedeutung besser zur Geltung kommt. Einige Jahre wurde das Projekt zunächst nicht weiter verfolgt. Nach weiteren Beratungen fand der Vorstand des Heimatvereins einen geeigneten Platz am Mühlenweg. In unmittelbarer Nähe befindet sich das einstige Naturdenkmal „Femeeiche“ und ein 2018 neu gesetzter Eichenbaum , sodass der „Femetisch“ nun in einen passenden geschichtlichen Zusammenhang eingebettet ist.
Am frühen Morgen machten sich Hubert Große-Marke, Hubert Tigges und Ludger Beermann von der Gruppe „Die Aktiv“ an die Arbeit. Unterstützt wurden sie von Bauunternehmer Hermann Schröer, der mit seinem Radlader beim Transport der drei tonnenschwere Elemente aushalf. Auch der HVD-Vorsitzende Fritz Streffer packte mit an. Innerhalb weniger Stunden war die Umsetzung bereits abgeschlossen. Bereits bei den umfangreichen Vorbereitungen hatten zudem auch Werner Eckey, Bernhard Habrock und Willy Schwietert mitgewirkt. Die Mitarbeitenden des Bauhof der Gemeinde Wadersloh unterstützten das Vorhaben zudem mit den erforderlichen Erdarbeiten, um am neuen Standort einen stabilen Untergrund zu schaffen. Grundstückseigentümer Rainald Gehringhoff hatte die Freigabe für die Umsetzung erteilt.
Femetisch ist Erinnerung an die 850-Jahr-Feier des Nikolausdorfes
Seinen Ursprung hat das Kunstwerk im Jahr 1986. Anlässlich der 850-Jahr-Feier Diesteddes wurde der „Femetisch“ von der damaligen Sparkasse Beckum-Wadersloh (heute: Sparkasse Münsterland Ost) zur Erinnerung an den dörflichen Zusammenhalt, die bewegte Geschichte Diesteddes und die Feierlichkeiten im großen Jubiläumsjahr gestiftet. Die Anlage besteht aus Findlingen und einer Steinplatte. Eine daran angebrachte Inschrift mit einer Darstellung einer Femegerichts-Szene erinnert an die historische Bedeutung des Ortes Diestedde als Gerichtsstätte im Mittelalter. Gestaltet wurde das Motiv vom Künstler Werner Klenk (Sünninghausen).


Der „Femetisch“ erinnert an die sogenannte „Thingstätte“ des Dorfes. Mit der Versetzung vom Dorfplatz an den Mühlenweg erhält das Denkmal nun einen Standort, an dem seine geschichtlichen Bezüge stärker hervortreten. Die Nähe zu den beiden Femeeichen und die Umgebung des Wasserschlosses Crassenstein unterstreichen diesen Zusammenhang zusätzlich. Auch die vorhandene hölzernde Sitzbank ergänzt den nun enstandenden kleinen Ruhe-Platz. Von dort aus eröffnet sich ein direkter Blick auf die Rückseite des historischen Wasserschlosses Crassenstein. Der gemütliche Spaziergang durch das Naherholungsgebiet lässt sich nun mit einem Blick in die Geschichte Diesteddes verbinden. Die ersten Passanten zeigten sich am Donnerstag begeistert von dem Ensemble.
Die Verlegung fügt sich nahtlos in das beherzte Engagement des Heimatvereins und insbesondere der Gruppe „DieAktiv“ ein. Die rührige Arbeitsgruppe kümmert sich nicht nur um die Pflege öffentlicher Wanderwege sondern möchte auch (historische) Wegmarken im Dorf erhalten und sichtbar machen. Auch die Instandhaltung des 2008 installierten neuen Mühlrads ist Teil des vielfällitgen Aufgabenbereichs der Gruppe. Mit der Versetzung des „Femetisches“ ist ein weiterer Schritt getan, um die Geschichte Diesteddes erlebbar zu machen. Am Mühlenweg verbindet das Denkmal künftig historische Erinnerung mit einem naturnahen Platz zum Verweilen und wertet zugleich den Wanderweg an der Fischtreppe weiter auf.


Fotos/Text: B. Brüggenthies
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