Oelde-Stromberg (mw). Begleitend zur aktuellen Ausstellung „Heinrich Schürmann: Min Platt. Visuelle Poesie – Experimente – Collagen“ im Außenbereich des Kulturguts Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg bietet das Literaturmuseum am Sonntag, dem 25.10.2026, um 11.00 Uhr eine Lesung zum Werk Heinrich Schürmanns unter dem Titel „Lautbilder und Miniaturen“. Nach einer Einführung durch den Kurator und Rottendorf-Preisträger Walter Gödden präsentieren Georg Bühren und Hermann Fischer ausgewählte Texte Schürmanns in einem literarischen Dialog. Der Eintritt ist frei.
Die literarische Installation würdigt ein einzigartiges Lebenswerk: Heinrich Schürmann verknüpft traditionelle Mundartdichtung mit Pop Art und visueller Poesie, er schuf damit ein Pionierwerk der niederdeutschen Literatur. Seine Arbeiten faszinieren mal durch raffinierte Typografie und Bildkunst, mal durch reine Lautlichkeit, feinfühlige Alltagspoesie und minimalistische Inszenierungen – Alltagssituationen, Gesprächsfetzen und Anekdotisches im Spannungsfeld zwischen „ick“ (ich) und „dou“ (du). Hinzu kommt eine unverkennbare Schalkhaftigkeit, etwas Humorvoll-Hintergründiges, das in der modernen niederdeutschen Literatur nur selten anzutreffen ist. Auch sein unbefangener Umgang mit der Literatur- und Kunstgeschichte ist ein besonderes Spezifikum Schürmanns.
Mit der Ausstellung „Heinrich Schürmann: Min Platt. Visuelle Poesie – Experimente – Collagen“ zeigt das Kulturgut in Zusammenarbeit mit der Rottendorf-Stiftung bereits die dritte Outdoor-Ausstellung, die einen besonderen Aspekt der niederdeutschen Literatur in den Mittelpunkt rückt. Es entsteht ein repräsentativer Überblick über das vielseitige Oeuvre des Clarholzer Autors und Bildkünstlers, dessen literarisches Werk Experiment, Sprachspiel und regionales Bewusstsein verbindet.
Unter dem Titel „Lautbilder und Miniaturen“ leihen Autor Georg Bühren und Schauspieler Hermann Fischer den Werken Schürmanns am kommenden Sonntag ihre Stimmen. Die Annäherung an das Werk kann anschließend im Rahmen eines Rundgangs durch die Ausstellung vertieft werden.
Quelle: Kulturgut Haus Nottbeck, Foto: Anna Opadko


