Kreis Warendorf (mw). Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Kreis Warendorf haben sich am Freitag, 16. Oktober 2026, in der „Alten Post“ in Drensteinfurt zur Bürgermeisterkonferenz getroffen. Im Mittelpunkt standen die angespannte Haushaltslage der Kommunen, der Austausch zum Eckdatenpapier des Kreises Warendorf zum Kreishaushalt und die Vorbereitung einer gemeinsamen Stellungnahme. Weitere Themen waren die Finanzierung des Rettungsdienstes, die Vermarktung von Gewerbeflächen und die LEADER-Förderung.
Kommunale Haushalte unter Druck
Die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen ist dramatisch. Auch im Kreis Warendorf wachsen die Defizite, während die Rücklagen schrumpfen. Wesentliche Ursachen sind steigende Transferaufwendungen, insbesondere durch die Kreisumlage, die Kindertagesbetreuung und Sozialleistungen. Viele dieser Kosten sind gesetzlich vorgegeben und vor Ort kaum beeinflussbar.
Kritisch sehen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unter anderem die geplante Erhöhung der Kreisumlage um rund 18 Millionen Euro auf 214,4 Millionen Euro. Zugleich ist ihnen bewusst, dass auch der Kreis Warendorf mit schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen und steigenden, vielfach gesetzlich vorgegebenen Kosten konfrontiert ist. Dennoch sehen sie Möglichkeiten, durch die Überprüfung von Standards, Organisation, Personalbedarf und beeinflussbaren Leistungen Entlastungen zu erreichen. Eine Senkung der geplanten Kreisumlage um mindestens sieben Millionen Euro halten sie für realistisch und einen wichtigen Beitrag, um die Städte und Gemeinden zu entlasten. Darüber hinaus seien Bund und Land gefordert, die Kommunen angemessen zu finanzieren.
Gewerbeflächen und LEADER-Förderung im Fokus
Vertreterinnen und Vertreter der Bezirksregierung Münster, der IHK Nord Westfalen und des Münsterland e. V. stellten ein gemeinsames Projekt zur besseren Sichtbarkeit und Vermarktung von Gewerbeflächen vor. Digitale Instrumente sollen Unternehmen und Kommunen dabei unterstützen, Flächenpotenziale besser zu erschließen und den Wirtschaftsstandort Münsterland im Wettbewerb zu stärken.
Die LEADER-Förderung wurde als wichtiger Baustein für die Entwicklung des ländlichen Raums ausdrücklich begrüßt. Gleichzeitig sprachen sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister für einfachere, schnellere und unbürokratischere Verfahren aus. Förderprogramme müssten praktikabel bleiben und dürften Projekte nicht durch übermäßige Bürokratie, lange Bearbeitungszeiten oder unnötige Mehrkosten erschweren.
Quelle: Gemeinde Wadersloh


