Lippstadt/Wadersloh (mw). Die aktuellen Planungen zum Hochwasserschutz an der unteren Glenne standen im Mittelpunkt eines gemeinsamen Ortstermins der Bürgerinitiative ZIN19 und der BürgerGemeinschaft Lippstadt e.V. (BG Lippstadt). Mitglieder von ZIN19 aus Wadersloh, Liesborn und Diestedde trafen sich am Donnerstag, 27. August 2026, am Glenne-Stauwerk, um sich über die weiteren Entwicklungen und Pläne auszutauschen.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen insbesondere die aus Sicht der Beteiligten bestehenden Schwachstellen der derzeitigen Planungen. Kritisiert wurden unter anderem die aus ihrer Sicht veralteten Planungsgrundlagen. Die Pläne und Gutachten basierten im Kern auf dem Stand von 2013. Nach dem OVG-Urteil zur Grundwasserregulierung müssten die Voraussetzungen nach Ansicht der Bürgerinitiativen neu bewertet werden.
Sorge bereitet den Beteiligten zudem die mögliche ökologische Entwicklung des Glennegebiets. Durch den geplanten Rückbau des Stauwerks und der Pumpenanlage drohe das Gebiet in den Sommermonaten vollständig trockenzufallen. Dies widerspreche dem Gedanken einer nachhaltigen Renaturierung. Auch mögliche Auswirkungen auf das Poldergebiet und landwirtschaftlich genutzte Flächen wurden thematisiert. Grundwasserschwankungen und ein fehlender Puffer bei Starkregen dürften nach Auffassung der Teilnehmer nicht zu einer Gefährdung der Flächen führen. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Kostenentwicklung: Während die Planungen aus dem Jahr 2013 stammen, seien die kalkulierten Kosten inzwischen erheblich gestiegen. Aktuelle Schätzungen lägen bei 21 bis 25 Millionen Euro. Gleichzeitig falle der tatsächliche Schutz für bebaute Flächen aus Sicht der BürgerGemeinschaft vergleichsweise gering aus.
Darüber hinaus ging es um die Bedeutung der Glenne für die Naherholung. Die Deichwege entlang des Gewässers würden von zahlreichen Menschen genutzt. Durch die geplante Umgestaltung könnten begehbare Wege wegfallen und der freie Blick auf die Glenne verloren gehen. Damit würde nach Einschätzung der Beteiligten ein Stück Lebensqualität für die Anwohner verloren gehen.

Die BürgerGemeinschaft Lippstadt e.V. zieht aus dem Ortstermin ein klares Fazit: „Ein Hochwasserschutz, der uns Millionen kostet und am Ende nicht zum Ziel führt, ist der falsche Weg. Wir brauchen eine Lösung auf Basis aktueller Daten, die Natur, Naherholung und den echten Schutz der Menschen in Lippstadt sinnvoll vereint.“
Einen ersten Antrag zu diesem Thema will die BG Lippstadt nach eigenen Angaben im nächstmöglichen UBMA (Anm. d. Red.: Umwelt-, Bau- und Mobilitätsausschuss der Stadt Lippstadt) einbringen. ZIN19 bedankte sich abschließend für das Interesse der BürgerGemeinschaft Lippstadt an dem Thema und für den Austausch vor Ort.
zus. Quelle: ZIN19


