Diestedde (mw/bb). Mit einem stimmungsvollen ökumenischen Zelt-Wortgottesdienst ist am letzten Tag des Schützenfestes in Diestedde noch einmal der Gemeinschaftsgedanke in den Mittelpunkt gerückt. Zahlreiche Schützenschwestern und Schützenbrüder sowie viele Gäste versammelten sich im Festzelt, um am Pfingstmontagmorgen gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern, der von Musik, Begegnung und der Botschaft des Pfingstfestes geprägt war.
Bereits zu Beginn sorgten das Blasorchester Diestedde und das Jugendblasorchester für eine feierliche Atmosphäre. Pfarrerin Melanie Erben von der evangelischen Kirchengemeinde und Diakon Martin Voß (Kath. Pfarrei St. Margareta) dankten den Musikerinnen und Musikern für die Einstimmung und stellten den Gottesdienst unter das Zeichen des Heiligen Geistes.
In seiner Einführung schlug Diakon Voß den Bogen vom Pfingstfest zum Schützenwesen: Gottes Geist führe Menschen zusammen, schenke Mut und öffne neue Wege. Gerade in den Tagen des Schützenfestes werde spürbar, wie Gemeinschaft Menschen verbinde und trage. „Der Geist Gottes begleitet uns im Feiern, im Miteinander und in allem, was wir als Schützen an Verantwortung und Zusammenhalt leben“, sagte Voß.








Besonders lebendig wurde der Gottesdienst durch einen interaktiven Teil, bei dem die Besucherinnen und Besucher aktiv eingebunden wurden. Eine Seite des Zeltes übernahm dabei die Rolle der Skeptiker und antwortete auf begeisterte Aussagen von Pfarrerin Melanie Erben zunächst mit einem fragenden „Wirklich?“. Die andere Seite reagierte mit einem kräftigen „Ja!“. So entstand ein eindrucksvoller Wechselgesang über Hoffnung, Vertrauen und Gottes Wirken. Gemeinsam bekannte die Gemeinde: „Dies ist der Tag, den Gott gemacht hat. Lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“
In seiner Predigt griff Diakon Martin Voß die Bedeutung des Pfingstfestes auf und stellte die Verbindung zum Schützenwesen heraus. Der Heilige Geist sei keine Sache, die man besitzen könne, sondern Ausdruck einer lebendigen Beziehung zu Gott. Beziehungen müssten gepflegt werden, genau daran erinnere Pfingsten jedes Jahr aufs Neue. Voß betonte, dass das Schützenfest in besonderer Weise zu diesem christlichen Hochfest passe: „Wir feiern Gemeinschaft, Tradition, Mut und Zusammenhalt. Werte, die ohne Geist, ohne inneres Feuer gar nicht lebendig sind.“
Besonders eindringlich sprach der Diakon über die „Muttersprache der Christen“. Diese sei weder Latein noch Griechisch, sondern die Liebe. Der Geist Gottes helfe dabei, Grenzen zu überwinden und Menschen zusammenzuführen. Gerade das werde auch im Schützenwesen sichtbar, wenn Menschen unterschiedlicher Generationen und Berufe Schulter an Schulter zusammenstünden. Auch die Rolle von Schützenkönigin und Schützenkönig deutete Voß als Zeichen von Verantwortung und Gemeinschaftssinn. Mut zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen, sei nicht nur Aufgabe des Königspaares, sondern Auftrag aller Christinnen und Christen. Zum Abschluss rief er die Festgemeinschaft dazu auf, die Werte des Schützenfestes weiterzutragen: Freundschaft, Heimat, Frieden, Glauben und Zusammenhalt. Der Gottesdienst endete mit dem Wunsch, dass der Heilige Geist die Menschen mit Freude, Mut und Liebe erfülle und das Schützenfest ein sichtbares Zeichen gelebter Gemeinschaft bleibe.
Im Anschluss an den Wortgottesdienst zeigte sich die Umsetzung dieses Gedankens direkt im Jedermann-Brunch, welches von der Fa. Löppenberg Grillservice vorbereitet wurde. Mit der großen Schützenfesttombola im Anschluss klang das Schützenfest 2026 in Diestedde dann am Montagnachmittag in gemütlicher Atmosphäre aus.
Fotos/Text: B. Brüggenthies
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