Wadersloh (mw/bb). Die Gemeinde Wadersloh treibt ihre jugendpolitische Strategie „jugend.relevant!“ weiter voran. Wie aus der aktuellen Sachdarstellung hervorgeht, könnte in diesem Jahr erstmals ein sogenannter „Wadersloher Jugendentscheid“ durchgeführt werden. Thema ist die aktive Beteiligung junger Menschen an kommunalen Entscheidungsprozessen. Über den aktuellen Stand wird im kommenden Ausschuss für Jugend, Familie, Soziales und Inklusion am 27. April 2026 beraten.
Die Initiative geht auf einen Beschluss des Rates vom 3. Juli 2024 zurück. Damals wurde die Gesamtstrategie „jugend.relevant!“ verabschiedet, die darauf abzielt, Jugendlichen mehr Mitsprache und politische Teilhabe zu ermöglichen. Erste Maßnahmen wurden bereits umgesetzt: Neben einer Jugendgruppenleiterschulung im vergangenen Jahr fand im Februar 2026 eine Podiumsdiskussion (MW+) statt.
Mit dem Jugendentscheid könnte nun ein weiterer Baustein folgen. Möglich könnte das Projekt durch Fördermittel des Kreises Warendorf werden. Seit 2025 stehen dort jährlich rund 100.000 Euro für Demokratieprojekte im Rahmen des Programms „Demokratie leben lernen“ zur Verfügung. Allerdings können ausschließlich Schulen entsprechende Anträge stellen. Um diese Hürde zu umgehen, setzt die Verwaltung auf Kooperationen: Der Jugendentscheid soll gemeinsam mit der Sekundarschule Wadersloh und dem Gymnasium Johanneum organisiert werden. Gespräche mit den Schulleitungen verliefen positiv. Geplant ist, die Veranstaltung verpflichtend für alle achten Klassen durchzuführen. Ein entsprechender Förderantrag befindet sich derzeit in Vorbereitung. Unklar bleibt allerdings, ob die Fördermittel auch langfristig zur Verfügung stehen. Da sie jährlich neu im Haushalt des Kreises beschlossen werden, besteht keine Planungssicherheit über das laufende Jahr hinaus.
Vor diesem Hintergrund schlägt die Verwaltung vor, den ursprünglich für dieses Jahr vorgesehenen Bericht zur Situation junger Menschen in Wadersloh auf das Jahr 2028 zu verschieben. Stattdessen soll 2026 zunächst der Jugendentscheid umgesetzt werden, um die Fördermittel abrufen zu können. Die endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen liegt nun bei der Politik.
Fotos/Text: B. Brüggenthies


