Diestedde (mw/bb). Im Eventhaus „Schloss 6“ blickte der DRK-Ortsverein Wadersloh e.V. am Freitagabend (27. März) auf ein arbeitsreiches Jahr zurück, das geprägt war von hohem ehrenamtlichem Engagement, strukturellen Veränderungen und besonderen Ehrungen.
Da der 1. Vorsitzende Christian Thegelkamp krankheitsbedingt fehlte, eröffnete sein Stellvertreter Bernhard Schniederjohann die Versammlung. Er begrüßte neben den Anwesenden Mitgliedern und Mitarbeitenden der DRK-KiTas auch mehrere Ehrengäste, die der Einladung gefolgt waren. Nach dem Totengedenken von den langjährigen aktiven Rotkreuzlern Gerhard Faust und Erika Stephan folgte ein umfassender Rückblick auf die Arbeit des vergangenen Jahres im DRK-Ortsverein Wadersloh. Viel Lob gab es im Verlauf der Versammlung von Kreis- und Landesebene: In ihren Grußworten würdigten sowohl Prof. Dr. Karl-Uwe Strothmann (Präsident des DRK-Kreisverbands als auch Heinz-S. Gosmann (Landesjustiziar des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe e.V.) die Arbeit des Ortsvereins. Strothmann sprach von einer „eindrucksvollen Bilanz“ und einem Vorbild im Kreis Warendorf. Gosmann betonte die zentrale Rolle des Ehrenamts und den gelebten Grundsatz der Menschlichkeit.
Tätigkeitsbericht des Vorstands: Jahresbilanz 2025 fällt positiv aus
Positiv entwickelte sich die Mitgliederstruktur: Die Zahl der aktiven Helferinnen und Helfer stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 119. Besonders das Jugendrotkreuz konnte deutlich wachsen. Rückläufig sei hingegen die Zahl der Fördermitglieder. Maria Schnitker legte in ihrem Amt als Kassiererin einen einwandfreien Kassenbericht vor, der von den Prüfern bestätigt wurde. Die Versammlung entlastete den Vorstand einstimmig und genehmigte den Wirtschaftsplan für das laufende Jahr.


Besonders im Fokus stand das Thema Blutspende. Nach einem historischen Tiefstand im Jahr 2024 konnte der Abwärtstrend 2025 gestoppt werden, berichtete der Vorstand. Über 1.100 Spenden wurden registriert und bildeten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung, wie mehrfach betont wurde.
Ein anders wichtiges Thema war die Einstellung der Altkleidersammlung nach rund 40 Jahren. Aufgrund veränderter Marktbedingungen und gestiegener Entsorgungskosten sei dieser Schritt unumgänglich gewesen, so Schniederjohann. Die Sammelcontainer wurden mittlerweile abgebaut. Gleichzeitig wurde mit der DRK-Kleiderkammer an der Diestedder Straße ein erfolgreiches alternatives Angebot weiter ausgebaut. Entgegen anfänglichen Befürchtungen habe sich die Qualität der abgegebenen Kleidung trotz Einstellung der Altkleider-Container als durchweg gut erwiesen.
Die Berichte aus den drei Bereitschaften Diestedde, Liesborn und Wadersloh zeigten die gesamte Bandbreite des Engagements: Von Sanitätsdiensten und Sicherungsdiensten bei Veranstaltungen über First-Responder-Einsätze bis hin zu Übungen und Ausbildung. Allein die Wadersloher Bereitschaft rückte 69 Mal als First Responder aus. Auch das Jugendrotkreuz unter Leitung von Silvia Krause überzeugte mit vielfältigen Aktivitäten, die über Erste-Hilfe-Ausbildung über soziale Projekte bis hin zu mehreren Veranstaltungsteilnahmen reichte.
Arbeitskreise „Kleiderkammer“ und „Sozialdienst“ bilden verlässliche Unterstützung im Hintergrund
Ein Erfolgsmodell mit wachsender Bedeutung bleibt die DRK-Kleiderkammer. Das Team unter Leitung von Alexandra Essel verzeichnet weiterhin eine steigende Nachfrage. Die Kleiderkammer habe sich in den vergangenen Jahren fest als offenes Angebot etabliert. Seit mittlerweile zehn Jahren öffnet die Kleiderkammer regelmäßig die Türen und wird aktuell von 14 aktiven Helferinnen und Helfern getragen. Besonders bemerkenswert ist dabei die Entwicklung der Nachfrage: Pro Öffnungstag werden zwischen 100 und 250 Kleidungsstücke ausgegeben, das durchschnittliche Kundenaufkommen liegt bei bis zu 30 Personen. Auch finanziell leistet die DRK-Kleiderkammer einen wichtigen Beitrag: Die Erlöse fließen zurück in die Arbeit der Bereitschaften sowie in soziale Projekte, etwa über die Bürgerstiftung. Damit verbindet das Konzept soziale Hilfe mit nachhaltiger Unterstützung der Vereinsarbeit des heimischen DRKs.

Neben dem laufenden Betrieb blickt das Team auch nach vorn: Zum 10.-jährigen Bestehen sind Sonderaktionen geplant, zudem sollen durch besondere Öffnungstage (u.a. bei der „Glücksrallye“ Ende Mai) neue Zielgruppen angesprochen werden. Eine weitere wichtige Aufgabe nimmt der Arbeitskreis Sozialdienst unter der Leitung von Waltraud Wagner wahr. Der Sozialdienst umfasst derzeit acht Mitglieder, von denen sechs aktiv im Einsatz sind. Auch wenn die Gruppe vergleichsweise klein ist, übernimmt sie wichtige Aufgaben im Vereinsleben: Die Unterstützung bei Blutspendeterminen (Schwerpunkt Diestedde) gehört ebenso dazu wie die Teilnahme bei Veranstaltungen, wie etwa beim Pfarrfest oder der Caféteria im Pfarrheim während der Diestedder Nikolaustage.
Pascal Dieckmann folgt auf Sebastian Brunsing als Bereitschaftsleiter in Diestedde
Ein Wechsel in der Bereitschaftsleitung Diestedde wurde zu Jahresbeginn vollzogen: Pascal Dieckmann übernahm die Leitung von Sebastian Brunsing, dessen langjähriges Engagement gewürdigt wurde. Brunsing hatte die Bereitschaft im Jahr 2017 übernommen. In seine Amtszeit fiel unter anderem der Bezug des neuen Gruppenraums im Jahr 2019. Besonders herausfordernd waren die Jahre ab 2020: Während der Corona-Pandemie organisierte und unterstützte die Bereitschaft unter seiner Leitung den Betrieb einer Teststelle. Auch bei den Hochwasserlagen 2021 sowie erneut im Kreisgebiet im Jahr 2023 war die Einheit gefordert und leistete ihren Beitrag im Katastrophenschutz. Mit der Indienststellung eines neuen Einsatzfahrzeugs im Jahr 2024 konnte zudem ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit der Bereitschaft erreicht werden.

Es folgten die Ehrungen der langjährigen Aktiven im Deutschen Roten Kreuz, bevor Bernhard Schniederjohann den offiziellen Teil der Versammlung am Abend beendete.
Fotos/Text: B. Brüggenthies


