Wadersloh (mw/bb). Mit einem umfangreichen Rückblick, einstimmigen Wiederwahlen und einem ambitionierten Ausblick auf das laufende Jahr hat der Heimatverein Wadersloh am Dienstagabend (25. Februar) im Pfarrheim in Wadersloh getagt. Rund zwei Stunden dauerte die sehr gut besuchte Versammlung, zu der nicht nur zahlreiche Mitglieder, sondern auch Vertreterinnen und Vertreter befreundeter Vereine und Gruppen aus der Großgemeinde erschienen waren. Die zweite Vorsitzende Jessica Jemella eröffnete die Versammlung stellvertretend für ihren Vater, den ersten Vorsitzenden Winfried Schlieper. Kurzfristig absagen musste Revierförster Sven Uhlenburg, der einen Vortrag über seine Arbeit halten wollte. Gleichwohl zeigte sich der Abend inhaltlich dicht gefüllt.

Vielfältige Veranstaltungen im Vorjahr – Krink ist (leider) Geschichte
Nach dem Totengedenken ließ Jessica Jemella das vergangene Vereinsjahr Revue passieren. Drei Vorstandssitzungen habe es gegeben. Etwas weniger als in früheren Jahren. Dies sei dem bewusst leicht reduzierten Programm geschuldet gewesen. Man habe sich auf Kernthemen konzentriert und vielfach den „kurzen Dienstweg“ über digitale Abstimmungen genutzt. Tatsächlich zeigte der Jahresbericht jedoch ein breites Spektrum an Aktivitäten. So wurde unter anderem der „Kleine Kreuzweg“, vorbereitet von Maria und Brigitte Bouschery, trotz schlechten Wetters mit viel Engagement umgesetzt, wenn auch mit etwas geringerer Resonanz. Eine herzliche Einladung für die diesjährige Ausgabe wurde bereits ausgesprochen.




Ein Höhepunkt im Frühjahr war das Maibaumfest am 4. Mai mit traditionellem Maibaumklettern. Gemeinsam mit dem Maibaumkomitee organisierte der Verein ein abwechslungsreiches Programm. Besonderer Dank galt dabei dem Engagement des Komitees sowie der Firma Bühlbecker. Musikalisch begleitet wurde das Fest vom Fanfarencorps Wadersloh. Leider weniger gut besucht war im gleichen Monat die „Lesung im Grünen“ am 17. Mai bei Floreana mit Paul Vogel. In gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen genossen die Anwesenden dennoch einen gelungenen Nachmittag.
Ein besonderes Wochenende verbrachte der Verein mit der Jubilarkompanie der 50-Jährigen im Rahmen des Schützenfestes in Wadersloh. Erstmals waren auch alle Jubilar-Damen eingeladen. Der im Vorfeld angekündigte Schritt, wurde sehr positiv aufgenommen wurde. Zum abwechslungsreichen Programm gehörte unter anderem der Besuch des jüdischen Friedhofs mit einer Rede von Winfried Schlieper. Neben geselligen Momenten gab es somit auch nachdenkliche Augenblicke. Der große Zusammenhalt wurde dabei deutlich – ebenso wie die Freude über die in Gründung befindliche Damenkompanie in Wadersloh (MW berichtete, MW+).
Im September stand das Apfelpflücken mit Erstklässlern am Grundschulstandort Wadersloh auf dem Programm. Bei Familie Schulze-Bonsel sammelten die Kinder Äpfel, die anschließend zu Saft verarbeitet und später feierlich an die Schule übergeben wurden. Nachdenklich stimmte die Gedenkveranstaltung zu den Novemberpogromen am 9. November. Neben Winfried Schlieper sprach auch Bürgermeister Christian Tegelkamp. Musikalisch gestaltete der Unterstufenchor des Gymnasiums Johanneum die Veranstaltung und verlieh ihr eine besonders andächtige Atmosphäre. | Nachlesen
Fröhlich ging es beim „großen Martinsumzug“ zu, der bereits zum 80. Mal stattfand und im November erneut zahlreiche Familien mit Laternen anzog. Das Blasorchester Diestedde begleitete den Zug musikalisch. Zum zweiten Mal endete der Umzug auf dem Sportplatz des Gymnasiums Johanneum.



Zum letzten Mal fand am 14. Dezember die Adventsfeier des Plattdeutschen Krinks statt. Dessen langjähriger Baas, Josef Duffe, hatte im Vorfeld angekündigt, die Leitung abzugeben. Hintergrund sei unter anderem die rückläufige Resonanz auf die Krink-Veranstaltungen gewesen. In seiner bisherigen Form wird der Krink vorerst nicht weitergeführt. Gleichwohl sollen plattdeutsche Formate im Verein erhalten bleiben; neue Konzepte werden derzeit gesucht.
Ein besonderer Höhepunkt war erneut der Nikolausexpress am 20. Dezember durch die Beckumer Berge bis nach Wadersloh. Das Kartenkontingent war rasch vergriffen. Am ehemaligen Bahnhof am Wasserturm begrüßte Thomas Holzer rund 70 Interessierte, während sich später Hunderte auf dem Raiffeisengelände zu einem kleinen Weihnachtsmarkt versammelten. Für dieses Jahr ist eine Aufstockung der Plätze geplant; Termin ist der 19. Dezember.


Weniger erfreulich: Die Krippenfahrt am 11. Januar 2026 musste mangels Resonanz abgesagt werden. Auch der Obstbaumschnitt fiel dem schlechten Wetter zum Opfer, wird jedoch am 14. März nachgeholt.
Auf soliden finanziellen Füßen und mit bewährtem Vorstandsteam ins neue Jahr
Der Kassenführer Clemens Holtmann berichtete von einem soliden Finanzstand. Veranstaltungsaufwendungen stellten zwar einen erheblichen Kostenfaktor dar, seien jedoch durch Mitgliedsbeiträge gedeckt. Der Verein zählt aktuell 246 Mitglieder. Ein hohes Niveau, das seit dem starken Zuwachs um 2019 gehalten wird. Die Kassenprüfer Bernhard Friggemann und Norbert Stienemeier bescheinigten eine einwandfreie Kassenführung; Vorstand und Kassenführer wurden einstimmig entlastet. Nach einem Imbiss, vorbereitet von Annette Schlieper, standen Wahlen an. Winfried Schlieper wurde in Abwesenheit einstimmig als erster Vorsitzender bestätigt. Auch Jessica Jemella (zweite Vorsitzende) sowie Beisitzerin Reinhild Berhorst wurden jeweils einstimmig wiedergewählt.
Bürgermeister Christian Tegelkamp informierte anschließend über Entwicklungen in allen drei Ortsteilen und dankte insbesondere den Ehrenamtlichen für ihr Engagement (Anm.: weiterer Bericht folgt).
Blick nach vorn: Maibaumaufstellen früher als gewohnt
Im Ausblick kündigte Hermann Bühlbecker gemeinsam mit dem Maibaumkomitee Neuerungen an: Das Maibaumfest wird in diesem Jahr bereits am 30. April stattfinden. Der Maibaum soll um 17 Uhr vor der Kirche St. Margareta aufgestellt werden, mit anschließendem Maibaumklettern.
Weitere Termine im Vereinsjahr 2026 sind unter anderem:
- 14. März: „Songs up Platt“ mit „De Plattköppe“ in der Gaststätte Berlinghoff
- 3. April: „Kleiner Kreuzweg“ in Stromberg
- 30. April: Maibaumfest
- 9. Mai (voraussichtlich): Vogelstimmenwanderung
- 13./14. Juni: Jubilarkompanie beim Schützenfest
- 12. September: Naturkundliche Führung mit Revierförster Sven Uhlenburg
- 9. November: Gedenkveranstaltung zu den Novemberpogromen
- 10. November: Großer Martinszug
- 19. Dezember: Weihnachts-Lok
Der Verein machte deutlich, dass sämtliche Veranstaltungen mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden seien. Ein Einsatz, der oft im Hintergrund bleibe. Umso erfreulicher sei der anhaltende Zuspruch.
Wunsch nach mehr Zeitzeugenprojekten
Unter dem Punkt „Verschiedenes“ regte Vereinsmitglied Mario Wachsmann an, verstärkt Zeitzeugengespräche zu führen und aufzuzeichnen, um wertvolles Wissen für kommende Generationen zu sichern. Für die Berufsinformations- und Studienmesse (BIM) am 14. März 2026 warb Stefan Wapelhorst: 107 Aussteller hätten sich bereits angemeldet, damit sei es die größte Messe dieser Art in der näheren Region. Gesucht würden noch Helfer für den Aufbau am 13. März in der Sekundarschule.
Nach zwei Stunden schloss Jessica Jemella die Versammlung mit einem herzlichen Dank an alle Engagierten und der Zuversicht, dass der Heimatverein Wadersloh auch weiterhin ein lebendiger Motor des Dorflebens in Wadersloh bleibt.
Fotos/Text: B. Brüggenthies



