Wadersloh (mw/bb). Mit einer klaren Haltung zum Thema Prävention, personellen Veränderungen an der Spitze und einem zukunftsweisenden Bauprojekt (Kunstrsenplatz Nummer 2) hat der TuS Wadersloh 93/33 e.V. am vergangenen Freitag (20. Februar) seine diesjährige Mitgliederversammlung abgehalten. Im Mittelpunkt stand dabei ein Thema, das für den mit 1.659 Mitgliedern größten Verein der Gemeinde Wadersloh höchste Priorität genießt: Ein umfassendes Schutzkonzept gegen Gewalt und Grenzverletzungen. Finanziell steht der Verein solide da, muss aber perspektivisch vorausschauend planen für 2027.
Obligatorisches Schutzkonzept basiert auf einem Sender-Empfänger-Prinzip
„Wir waren uns einig, dass wir das umsetzen werden und hatten auch die Erwartung, dass die Versammlung das mitträgt“, betonte Nils Borkenhagen, 1. Geschäftsführer des Vereins, im Gespräch mit MW zum nun verabschiedeten Schutzkonzept. Die Zustimmung fiel am Freitagabend deutlich aus. Das seit Monaten geplante Schutzkonzept verfolgt ein klares Ziel: Ein sicheres und respektvolles Umfeld für alle Mitglieder zu schaffen. Gewalt, ob physisch, psychisch oder sexualisiert, habe im TuS keinen Platz.

Rund 80 Prozent der Maßnahmen betreffen zwar unmittelbar Kinder und Jugendliche, doch das Konzept gilt bewusst für den gesamten Verein und alle Verantwortlichen. Konkret bedeutet das unter anderem die Abfrage von polizeilichen Führungszeugnissen bei mehr als 100 ehren- und hauptamtlich Tätigen. Darüber hinaus setzt der Sportverein auf Sensibilisierung und Prävention. Mit den Sozialpädagogen Katja Pöpsel und Johannes Kleinediekmann werden Schulungen angeboten. Beide waren umfassend an der Erstellung des Konzepts beteligt.
Ein zentraler Ansatz ist dabei das sogenannte Sender-Empfänger-Prinzip: Nicht allein die Absicht einer Handlung zählt, sondern wie sie beim Gegenüber ankommt. Maßgeblich ist die Wahrnehmung des potenziell Betroffenen. Der Vorstand spricht von einer „Kultur des Hinsehens und der Achtsamkeit“, die im Verein etabliert werden soll. Präventionsarbeit sei ein Qualitätsmerkmal moderner Vereinsarbeit, heißt es auf der Webseite des TuS. | Das Schutzkonzepot kann auf der Webseite des TuS eingesehen werden (externer Link).
Kassenbericht: Ausgeglichen, aber steigende Kosten
Den Kassenbericht trug Kassierer Adam Wysocki vor. Insgesamt präsentierte sich die finanzielle Lage ausgeglichen. Die Mitgliederzahlen sind stabil, was dem Verein Planungssicherheit gibt. Zudem ist die erste Förderzahlung für den neuen Kunstrasenplatz bereits auf dem Vereinskonto eingegangen. Allerdings stiegen in mehreren Bereichen die Ausgaben. Höhere Kosten fallen bei Reinigungsarbeiten sowie im allgemeinen Spielbetrieb an, insbesondere für Strom und Wasser. Auch der TuS-Vereinsbulli verursachte in den letzten Jahren erhebliche Kosten. Positiv: Bei den Materialkosten konnte der Verein Einsparungen verzeichnen. Mit Blick in die Zukunft mahnte der Vorstand dennoch zur Vorsicht: Für das Jahr 2027 könnte ein deutliches Minus zu Buche stehen, da der aktuelle Kassenbericht bereits die erste Förder-Rate für den Kunstrasenplatz beinhalte. Der TuS müsse daher frühzeitig gegensteuern und strategisch planen, um weiterhin finanziell stabil zu bleiben, so das Fazit des Kassensturzes.
Geschäftsführender Vorstand erweitert und teilweise neu besetzt
Neben dem Schutzkonzept stand auch eine strukturelle Weiterentwicklung auf der Tagesordnung. Der geschäftsführende Vorstand soll um einen stellvertretenden Geschäftsführer sowie einen zweiten Kassierer erweitert werden. Eine entsprechende Satzungsänderung ist vorgesehen, der Feinschliff erfolgt in den kommenden Wochen. Ziel ist, bei der kommenden Mitgliederversammlung beide Posten besetzen zu können.

Personell gab es auch in diesem Jahr schon Veränderungen: Nach zwei Jahren schied Sarah-Jane Kammermann (2. Vorsitzende) aus dem geschäftsführenden Vorstand aus. Neu gewählt wurde Kira Luster-Haggeney, die vielen noch aus der TuS-Tanzsportabteilung bekannt ist und kürzlich ihre „Romofunken-Aktivengarde-Rente“ angetreten hat. Sie bildet künftig gemeinsam mit dem zweiten stellvertretenden Vorsitzenden Patrick Gnibba einen Teil des geschäftsführenden Vorstands. Als 1. Vorsitzender wurde Jürgen Kieslich für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Auch Nils Borkenhagen erhielt als 1. Geschäftsführer erneut das Vertrauen der Mitglieder.
Kunstrasenplatz auf der Zielgeraden und eine eindrucksvolle sportliche Bilanz
Erfreuliche Nachrichten gab es zum Stand des Großprojekts: Der Bau des neuen Kunstrasenplatzes läuft, wenn auch witterungsbedingt mit Verzögerungen. Die Fertigstellung wird derzeit für das Frühjahr angestrebt. Sportlich blickt der Verein auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Besonders in den Einzelsportarten wie Badminton und Tischtennis gab es bemerkenswerte Leistungen. Auch der Fußball, die Leichtathletik und die Volleyball-Abteilung zeigten sich zufrieden mit ihren Ergebnissen. Im Bereich Laufen und Walken sind vor allem die Ü50- und Ü60-Gruppen aktiv und erfolgreich unterwegs. Nachwuchsläuferinnen und -läufer sind jederzeit herzlich willkommen!






Die beiden traditionellen Großveranstaltungen Volksradfahren und der Volkslauf verzeichneten hohe Teilnehmerzahlen. Ein besonderes Jubiläum gibt es in diesem Jahr obendrauf: Das Volksradfahren feiert am 1. Mai 2026 sein 50-jähriges Bestehen.
Ehrung: Langjährige Treue zum TuS gewürdigt
Ein wichtiger Moment der Tagesordnung war die Ehrung langjähriger Mitglieder. Für 25-jährige Treue wurden 18 Mitglieder ausgezeichnet, acht blicken auf 50 Jahre Vereinszugehörigkeit zurück. Zwei Mitglieder halten dem Verein seit 60 Jahren die Treue. Eine besondere Würdigung erhielt Franz Josef Holthaus für 70 Jahre Zugehörigkeit zum TuS Wadersloh.


Mit einem klaren Bekenntnis zum Schutz seiner Mitglieder, solider Finanzlage und zugleich wachsamen Blick auf kommende Herausforderungen stellt sich der TuS Wadersloh für die Zukunft breit auf, sportlich wie organisatorisch.
Fotos/Text: mw/bb., zus. Quellen: Instagram TuS, Interview mit Geschäftsführung



