Kreis Warendorf/Wadersloh (mw). Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der kreisangehörigen Städte und Gemeinden im Kreis Warendorf lehnen die von der Kreisverwaltung angekündigte Kreis- und Jugendamtsumlage für das Jahr 2026 ab, geht aus einer Mitteilung der Stadt Beckum am Freitagnachmittag hervor. Die Stellungnahme zur Ablehnung ist eines der zentralen, inhaltlichen Ergebnisse der Bürgermeisterkonferenz, die am Freitagvormittag im Rathaus in Wadersloh tagte. Zur Begründung nannten die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, dass die geforderten über 260 Millionen Euro Belastung seien „nicht mehr finanzierbar“ und gefährdeten die Stabilität der kommunalen Haushalte, heißt es in der gemeinsamen Verlautbarung-
Der neue Sprecher der Bürgermeisterrunde, Beckums Bürgermeister Michael Gerdhenrich, erklärt: „Unsere Städte und Gemeinden stehen finanziell am Limit. Der Kreis muss deutlich zeigen, dass er unsere Situation angemessen berücksichtigt. Das können wir noch nicht erkennen.“ Peter Horstmann, neuer stellvertretender Sprecher, ergänzt: „Ein originär ausgeglichener Kreishaushalt passt einfach nicht in die Zeit.“
Die Kommunen kritisieren, dass die allgemeine Kreisumlage 2026 um mehr als 34,2 Millionen Euro zu steigen droht, was einem Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.. Auch die Jugendamtsumlage würde um weitere rund 7,1 Millionen Euro anwachsen. Um die Belastung zu reduzieren, nennen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister konkrete Ansätze, die der Kreis nach ihrer Ansicht prüfen und umsetzen solle. Dazu zählen insbesondere:

- Globaler Minderaufwand: mindestens 2 Millionen Euro, wie bereits im Jahr 2025;
- Rettungsdienstgebühr: rund 1,3 Millionen Euro Entlastung;
- mehr Landesgeld für den Kreis: 900.000 Euro durch höhere Schlüsselzuweisungen.
Insgesamt sehen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ein Entlastungspotential von mindestens 5 Millionen Euro. Das würde eine Senkung des Umlagesatzes um mindestens 1,2 Prozentpunkte ermöglichen. Der stellvertretende Sprecher sowie Gastgeber der heutigen Konferenz, Waderslohs Bürgermeister Christian Thegelkamp, betont: „Es gibt realistische Einsparmöglichkeiten. Wir erwarten, dass alle Potenziale genutzt werden – gerade in einer so angespannten Lage.“
Die Bürgermeisterrunde kündigt an, den Dialog mit dem Kreis Warendorf konstruktiv fortsetzen zu wollen. Das von der Kreisordnung geforderte Benehmen könne zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht festgestellt werden. Die gesamte Stellungnahme zum Kreishaushalt 2026 wird jetzt aufgearbeitet und in Kürze an den Kreis gesandt, heißt es in der Pressemitteilung.
zus. Quelle: PM Stadt Beckum, Symbolbild: mw/bb.

