Liesborn (mw/bb). Die Umbauarbeiten im Museum Abtei Liesborn schreiten voran, das zumindest sagt der Kreis Warendorf und informiert darüber in einer aktuellen Pressemitteilung. Das Millionenprojekt „Evangeliar“ und die Ausgestaltung der umfassenden Neukonzeption der Ausstellungen und museumspädagogischen Angebote nimmt weiter Gestalt an. Nicht nur außen ist der Fortschritt bereits erkennbar, sondern auch in den Innenräumen hat sich Vieles getan. Wenn der Zeitplan eingehalten werden kann, präsentiert sich die einstige Benediktinerabtei voraussichtlich ab Anfang 2022 in einem ganz neuen Licht.

Bei einem internen Besichtigungstermin machten sich Landrat Dr. Olaf Gericke, Kreiskämmerer Dr. Stefan Funke, Kulturdezernentin Brigitte Klausmeier sowie Hendrik Borgstedt, Leiter des Amtes für Hochbau und Immobilienmanagement, gemeinsam mit Museumsleiterin Dr. Elisabeth Schwarm und Architekt Christian Oberteicher(Architekturbüro DBCO) vergangene Woche einen umfassenden Eindruck vom aktuellen Stand der Arbeiten. Im Sommer 2019 stellte der Kreis in einer Pressekonferenz erstmals die Planungen für den Umbau vor (MW berichtete). Zwei Jahre (2017) zuvor hatte der Kreis nach Jahrzehnten der Bemühungen in einer spektakulären Rückkaufaktion den Erwerb des Kunstschatzes „Liesborner Evangeliar“ verkündet (hier nachlesen). Das Schmuckstück aus Kuhhäuten wird ab 2022 zusammen mit der bewegten Abteigeschichte im Zentrum des Kreismuseums stehen.

Wie beeindruckend die Präsentation sein wird, lässt sich derzeit schon erahnen. Derzeit entsteht ein großer zweigeschossiger Raum für die Präsentation des 1.000 Jahre alten Evangeliars. An der Nordseite wird künftig auch der Haupteingang des Museums sein. Erahnen lässt sich der neue Zugang bereits. Vergangene Woche berichtete Mein-Wadersloh.de exklusiv über den Abtransport der „Liesborner Säule“ (hier nachlesen). Im Zuge der Bauarbeiten wurde bereits die Außentreppe abgebrochen, Wände eingerissen und die Zwischendecke des neuen Evangeliarraumes Stück für Stück herausgeschnitten. „Dieser Raum ist schon jetzt beeindruckend und wird ein toller Rahmen für die Präsentation des Evangeliars sein“, zeigt sich Landrat Dr. Olaf Gericke laut Pressemitteilung des Kreises begeistert.
Damit das Museum Abtei Liesborn künftig wie ein „Leuchtturm“ in die Region strahlen kann und mit Ausstellungen und Museumspädagogik möglichst viele Besucherinnen und Besucher anlockt, lassen investierten Kreis und Landschaftsverband (LWL) bisher 2,2, Mio. Euro (Eigenanteil des Kreises: 270.000 Euro). „Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe fördert die Maßnahme mit einer Million Euro, zudem erhalten wir Zuschüsse der Kulturfördergesellschaft im Kreis Warendorf, den Sparkassen Münsterland-Ost und Beckum-Wadersloh sowie der Gemeinde Wadersloh“, berichtet Kreiskämmerer Dr. Stefan Funke.

Wie geht es nun weiter? Aktuell ist das Museum aufgrund der Corona-Pandemie für den Besuchsverkehr geschlossen. Während im Außenbereich eine hochinteressante Freiluft-Ausstellung zum Betrachten und Kulturgenuss einlädt, parken ein paar Meter weiter die Baustellenfahrzeuge vor den Museumstoren. Die Hochbauarbeiten sollen nach Kreisangaben voraussichtlich bis zum Sommer andauern. Danach beginnt der Einbau der Ausstellungsgestaltung. Ende 2021 soll nach Willen des Kreises Warendorf der Großteil der Arbeiten abgeschlossen sein. Ab Anfang 2022 könnte das Liesborner Evangeliar dann für alle Besucherinnen und Besucher öffentlich begutachtet werden. Liesborn hat Geschichte und diese wird auch weiterhin fortgeschrieben. Allerdings ab kommenden Monat unter einer neuen Leitung. Dr. Elisabeth Schwarm verlässt Liesborn in Richtung Bielefeld (Mehr dazu, MW+). Wer die Nachfolge antritt, steht noch nicht fest (Beitrag dazu).
Text/Fotos: mw/bb, zusätzliches Pressefoto und Zitatquelle: Kreis WAF

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