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KLJB Wadersloh on tour: Brasilien – Olá aus Cajazeiras! (2/3)

Wadersloh (mw/pm). Seit 2012 hat die KLJB im Bistum Münster eine Freundschaft zu dem Projekt der CPT (Pastoralkommission der Bischofskonferenz in Brasilien).Von der KLJB Wadersloh machten sich kürzlich Maria Rassenhövel und Simone Hauptmeier auf den Weg nach Brasilien. In unserer dreiteiligen Reihe berichten die beiden Landjugendlichen von ihren Erfahrungen vor Ort. Dies ist der 2. Teil.

Olá aus Cajazeiras!

In der Nacht zu Mittwoch sind wir von São Luís mit einem Zwischenstopp in Recife in Juazeiro do Norte angekommen und wurden von Cleides und Cecilia von der CPT abgeholt und zum Mittagessen eingeladen. Dort haben wir auch Hélio und seine Frau Edvanea kennengelernt, die ein großes Zentrum für Kinder leiten, in dem jeden Tag bis zu 130 Kinder nach der Schule betreut und gefördert werden und zwei Mahlzeiten erhalten.

Nach dem Essen wurden Cleides, Hélio und Bernd Hante für das Radio aus Juazeiro do Norte interviewt und haben im Interview die Kooperation zwischen Brasilien und Deutschland vorgestellt. Spontan sind wir danach noch zum ONG Nossolar gefahren, dies ist ein Zentrum für Kinder, das von Hélio und Edvanea gegründet wurde. Dort haben wir 2 Stunden lang glückliche brasilianische Kinder kennengelernt. Viele von ihnen stammen aus schwierigen familiären Verhältnissen. Wir sind unfassbar beeindruckt von der Arbeit, die Edvanea und Hélio seid fast 20 Jahren für die Kinder leisten. Ihr Anspruch ist, die dritte Instanz für die Kinder zu sein – nach ihrer Familie und der Schule. Sie bieten den Kindern sehr viele Möglichkeiten ihre Talente zu fördern. Hierzu gehört beispielsweise Judo, Tanzen, Theater, Singen, kreatives Arbeiten aber auch politische Bildung und gesellschaftliche Werte.

Am Donnerstag waren wir für das „K“ in KLJB, welches für katholisch steht, unterwegs und haben 20 neue Häuser eingeweiht und gesegnet. Los ging es mit dem Auto ins Hinterland in die Siedlung Angelica II. Dort wurden mit Hilfe der INCRA viele neue Häuser gebaut. Zuvor haben die Bewohner in Lehmhütten gewohnt. Auch die CPT hat dies unterstützt, z.B. Mit der Hilfe bei Behördengängen. Die ehemaligen Lehmhütten werden nun z.B. noch als Stall für die Tiere genutzt. 20 dieser neuen Häuser durften wir besuchen und Bernd Hante (KLJB- Diözesanpräses) hat anschließend jedes Haus, die einzelnen Räume und natürlich die dort lebenden Familien den Segen Gottes geschenkt.

Schon vor der Reise wussten wir, dass wir auch in der CPT arbeiten werden und unser handwerkliches Geschick eine große Rolle spielen wird. In den letzten Jahren wurden z.B. mit Hilfe der KLJB Münster hier vor Ort eine Halle für größere Veranstaltungen erbaut. Des Weiteren wurden vor 2 Jahren die Sanitäranlagen erweitert. Am Freitag war unser erster Arbeitstag hier in der CPT.

In diesem Jahr ist es unser Ziel in dieser Zeit mit den Ehrenamtlichen der CPT und einigen Jugendlichen der umliegenden Siedlungen eine Überdachung für eine Terrasse sowie Schlafräume mit eigenem Bad zu erbauen. Das heißt, wir brauchen für unsere Arbeit jede Menge Beton und haben hier keinen Betonmischer. Also mussten wir alles per Hand machen. Hierzu musste zunächst Sand von Stein getrennt werden, natürlich alles mit Schaufel und Sieben von Hand. Hiervon haben wir 2,5 Schubkarren mit einer Schubkarre Kies gemischt und anschließend mit einem Sack Zement und Wasser vermengt. Bereits um 9 Uhr morgens war es über 35 Grad warm, sodass wir ordentlich ins Schwitzen kamen… und selbstverständlich war heute keine einzige Wolke am Himmel. Diese Arbeit haben wir am Mittwoch und Donnerstag fortgeführt und man kann schon super Ergebnisse erkennen.

Am Samstag sind wir wieder in eine Siedlung gefahren, wo uns eine kleine Biogasanlage und der neue Gemüseanbau mit wassersparendem Bewässerungssystem vorgestellt wurde. Die ca. 200 Quadratmeter Gemüsefläche soll auf Dauer deutlich erweitert werden. Die dafür vorgesehene Fläche war bereits durch Bodenbearbeitung vorbereitet. Der benötigte Strom für die Wasserpumpen wurde durch Solarenergie erzeugt. Das gefilterte Wasser wird aus dem naheliegenden Stausee in mehrere Wassertanks gefördert.

Von Sonntagabend bis Dienstagabend waren wir in João Pessoa, die Hauptstadt des Bundesstaates Paraíba in dem auch Cajazeiras liegt. Hier haben wir zunächst Luiz Couto getroffen. Er ist Franziskaner und Landesminister für familäre Landwirtschaft des Staates Paraiba. Wir haben ihm die Ziele der Partnerschaft zwischen der KLJB und der CPT und unserer Arbeit erklärt und konnten ihm von unseren landwirtschaftlichen Familienbetrieben erzählen. Zudem hatten wir die Möglichkeit ihm die Arbeit, die Werte und die Gemeinschaft der Landjugend nahezubringen. Unser zweites Ziel war ein Treffen mit Pater Anastacio Ribeiro. Anastacio ist ebenfalls Franziskaner und seit 30 Jahren in der Politik und aktuell in der ersten Periode als Bundestagsabgeordneter in Brasilien. Aufgrund der aktuellen Regierung unter Bolsonaro stockt die Entwicklung der kleinbäuerlichen Familien. Fördergelder wurden komplett gestrichen, sodass die Bauern als auch die CPT vor einer großen Herausforderung stehen. Doch wir konnten Anastacio von der Arbeit der CPT als auch von der Partnerschaft zur KLJB überzeugen. Er hat uns angeboten, dass er mit der CPT diskutiert, wie sie ein gemeinsames landwirtschaftliches Bildungsprogramm aufstellen können. Mit Hilfe der sozialen Bewegung soll das Thema der Bildung auch in der unbeständigen Politik langfristig vorangebracht werden. Also kurz gesagt: Dies war wieder ein kleiner, aber wichtiger Erfolg für die Kleinbauern und die CPT! Der dritte Programmpunkt des Tages war ein Treffen mit den jungen Leuten der CPT aus João Pessoa. Wir haben uns über die Strukturen der CPT und der KLJB ausgetauscht und konnten der CPT einige Tipps mit auf den Weg geben.

Am Dienstag wurden wir dann von einem Bulli abgeholt, der uns in eine Siedlung außerhalb von João Pessoa gebracht hat. Dort haben wir eine andere CPT besucht, die erst seit 1995 besteht. Die Oma des heutigen Vorsitzenden hat das Land dort damals besetzt und erkämpft. Hier ist zeitgleich auch eine Förderschule für Kinder mit und ohne Handicap. Besonders die Förderschule hat uns sehr begeistert. Die Kinder werden dort auf sehr vielfältige Art unterstützt und auch für Eltern gibt es unterschiedliche Angebote, die sie zur Förderung ihrer Kinder beraten.

Wir, die KLJB Wadersloh, haben eine ganz besondere Verbindung nach Brasilien. Seit 2018 ist Danielle Nascimento Mitglied unserer Ortsgruppe. Am letzten Samstag haben wir sie hier in Cajazeiras wieder getroffen und sie hat uns über das Wochenende begleitet. Ende Dezember ist sie wieder zu Gast bei uns in Deutschland.

Sonnige Grüße aus dem warmen Cajazeiras nach Wadersloh!

Text/Fotos: KLJB Wadersloh, Maria Rassenhövel und Simone Hauptmeier


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Gründer & Chefredakteur von Mein-Wadersloh.de

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