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Plastik? – Nein Danke! Ein Erfahrungsbericht von Lara Peveling

Diestedde (mw/lp). Plastik ist nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Ein Einkauf im Supermarkt und schnell ist der Gelbe Sack mit Plastikverpackungen und Ähnlichem gefüllt. Es stellt sich die Frage, ob man dem Plastik überhaupt noch entgehen kann. Was soll man als Verbraucher tun, wenn einem nicht die Wahl gelassen wird auf Plastik zu verzichten? Viele Lebensmittel wie Trauben, Tomaten, Beeren oder Produkte aus den Kühlfächern sind in Plastik eingepackt. Alternativen gibt es im konventionellen Supermarkt selten.

Neben CO2, dass die Umwelt belastet, wird auch Plastikmüll ein immer größeres Problem: 2050 können wir davon ausgehen, dass mehr Plastik in den Meeren schwimmt als Fische. Mikroplastik ist da eines der größten Probleme, welches auch unserer Gesundheit schadet. Wir duschen uns sozusagen mit Plastik, denn Mikroplastik ist sowohl in Duschgel, Shampoo und auch in vielen Kosmetikprodukten vorhanden. Über das Wasser gelangt es in die Meere, da Mikroplastik nicht gefiltert werden kann. Fische fressen das Plastik wiederum und somit gelangt es auch in unsere Körper, wenn wir Fisch essen. Dieser Kreislauf ist fast nicht mehr zu stoppen. Wir alle müssen lernen uns zu überlegen, was wir mit unserem Verhalten anrichten. Fast Food, neue Klamotten, Schminke und alle anderen Handlungen haben einen Einfluss auf die Umwelt.

Warum ist es überhaupt so wichtig geworden, umweltbewusster zu leben und sich Gedanken über das Thema Nachhaltigkeit zu machen? – Wir haben nur eine Erde und und die Umwelt kommt mit der Nachbildung der Ressourcen nicht mehr nach. Am 29. Juli (2019) war der globale “Erdüberlastungstag”. Dieser Tag bezeichnet die Grenze, an dem alle Länder dieser Welt ihre natürlichen Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht haben. Dabei kann mann schon mit einfachen Handgriffen so viel bewegen. Auch bei und auf den Dörfern! Warum sollten wir nicht einfach mit einem grünen Beispiel vorangehen?

Das Zero-Waste-Prinzip: Möglichst wenig Müll prooduzieren!

Wie das Thema „nachhaltiger Leben und Umweltschutz“ in mein Leben geraten ist, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Das Thema wird genereller immer präsenter und auf Social-Media-Kanälen stößt man immer häufiger auf Menschen, die sich ebenfalls mit dem Thema auseinandersetzen. Am Anfang hat es mich einfach nur schockiert, wie viel Müll wir produzieren und das oft, ohne das wir es wirklich merken. Ich selbst möchte am liebsten direkt nach dem „Zero Waste-Prinzip“ leben, was so viel bedeutet, wie möglichst wenig Müll durch das Nutzen von Mehrwegverpackungen zu produzieren. Im Idealfall also gar kein Müll entstehen zu lassen. Dass das nicht klappt hätte ich mir vorher denken können: Nachhaltigkeit in sein Leben einzubauen ist zwar nicht schwer, aber trotzdem kann man nicht alles auf einmal umsetzen.

Ich bin definitiv noch ganz am Anfang von dem, was man alles machen kann, aber wichtig ist erstmal den Anfang zu machen. Ein „Ökoleben“ wie es so gerne genannt wird, heißt übrigens nicht, dass man auf alles verzichten muss. Das ist das erste was einem klar werden muss, dass auf seine Umwelt achten keine Bestrafung ist. Man kann auch Gewohnheiten beibehalten, man sollte sie aber trotzdem überdenken und sich dabei fragen, ob ich darauf jetzt oder in einer gewissen Zeit verzichten kann.

Ich stelle mir oft die Frage – „Brauche ich das gerade wirklich?“- wenn ich etwas kaufen möchte und natürlich wandert da auch mal eine Tafelschokolade mit Plastikverpackung im Einkaufswagen. Manchmal braucht man das eben. Wir produzieren aber nicht nur durch Lebensmittel eine Menge Dreck, denn eine echte Müllhalde finden wir in unserem Badezimmer. Das durch Kosmetik eine Menge Mikroplastik in die Meere gelangt sollte jedem bewusst sein. Trotzdem möchte ich persönlich momentan nicht auf mein Make-Up oder ähnliches verzichten. An anderen Stellen in der täglichen Pflege ist das aber einfacher für mich: Statt Duschgel benutze ich einfach feste Seife, geht genauso gut, riecht gut und ist dazu günstig. Festes Haarshampoo habe ich auch schon ausprobiert, das hat meine Haare kaputt gemacht und deswegen benutze ich jetzt wieder herkömmliche Pflegeprodukte. So etwas kann auch passieren, aber man kann es ja mal versuchen.

Beim Thema nachhaltiges Abschminken bin ich meiner Meinung nach schon sehr weit gekommen: Es hat angefangen mit wiederverwendbaren Abschminkpads und nun benutze ich nur noch Wasser oder etwas Kokosöl zum Abwaschen, das reinigt effektiv und gibt, zu mindestens bei mir ein gutes Hautgefühl.

Trotz dieser Dinge produziere ich immer noch eine Menge Müll: Ich gehe auf Festivals, wo gefühlt an einem Wochenende so viel Müll hinterlassen wird, wie in Diestedde in einem halben Jahr. Hier gilt für mich aber auch das Motto: „Das gönne ich mir mal.“ Dafür fliege ich zum Beispiel nicht in den Urlaub. Ich benutze auch noch viel zu oft das Auto, statt öffentliche Verkehrsmittel wie den Bürgerbus oder das Fahrrad. Was ich damit aussagen möchte ist, dass jeder etwas schaffen kann. Es kann schon damit anfangen, eine Brotdose zu benutzen und sich sein Essen selber von zu Hause mitnehmen, statt auf fertig Produkte aus dem Supermarkt zusetzten oder man geht einfach in die Kantine.

Zivilcourage ist ein Begriff, der auch hier eine große Rolle spielt: Macht andere Leute drauf aufmerksam, was sie mit ihrem Verhalten anrichten und gebt ihnen Ratschläge, wie man das ändern kann. Denn es gibt noch viel zu tun in dieser Welt und da kann wirklich jeder seinen Teil zu beitragen, denn dieser Plant geht auch jeden etwas an und was aus ihm wird liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Ich versuche definitiv noch mehr Dinge in meinen Alltag einzubauen und vielleicht habe ich dich ja auch ein Stück davon überzeugt, etwas „grüner“ zu denken?

Ein Gastbeitrag von Lara Peveling

Der Beitrag erschien zuerst im WADERSLOH MAGAZIN: DORF-KULTUR-LEBEN


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