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Baumpflanzaktion: Schüler nehmen ihre Zukunft jetzt selbst in die Hand

Wadersloh (mw/bb). Während die Fraktionen im Rathaus noch fleißg darüber beraten, was der Klima-Königsweg für Wadersloh ist, haben die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule einfach schon mal in die Hände gespuckt, die Schaufeln zur Hand genommen und ihre Zukunft in selbige genommen. Bei einer Baumpflanzaktion an der Bentelerstraße setzten die Jugendlichen am Donnerstag ein Zeichen: Wir sind die Zukunft und pflanzen einen Funken Hoffnung in den Erdboden!

Die Aktion kann eigentlich auch als Appell an die Politik verstanden werden. Als würden die Schülerinnen und Schüler mit der Aktion sagen wollen: Wir wissen, dass ihr im Rathaus über das Thema sprecht, aber die Zeit, zu handeln, die ist schon jetzt! Für Emily, Isabel, Marleen und Nele aus der Klasse 7B war die Teilnahme an der Aktion eine Selbstverständlichkeit. Die Freundinnen berichten von dem Wissen, dass die Lehrerinnen und Lehrer ihnen im Bio-Unterricht und Gesellschaftslehre vermittelt haben. Nachhaltigkeit spielt auch für die jungen Mädchen aus Wadersloh und Diestedde eine große Rolle und zwar nicht nur, wenn es um Co2 und Photosynthese geht: „Wir gehen oft in Diestedde spazieren und sammeln Müll am Schloss oder an den Waldwegen auf. Das ist für uns irgendwie eine Selbstverständlichkeit“, sagte Nele und schnappte sich schnell eine Schaufel, um Marleen beim Einbuddeln des nächsten Obstbaum-Setzlings zu helfen.

Initiatoren der Baumpflanzaktion waren der Heimatverein Wadersloh und der Landschaftsgärtner Frank Eilhard.  Jessica Jemella, stellvertretende Vorsitzende des Vereins, hatte sich selbstverständlich auch mit warmer Kleidung, Schaufel und guten Vorsätzen an diesem kalten Herbsttag eingedeckt. „Frank hat mir im Frühjahr heimische Sträucher für meinen Garten geliefert und von seinem Plan erzählt, eine Streuobstwiese anzulegen. Ich hatte dann die Idee, eine Aktion daraus zu machen, mit Heimatverein und Schule weil es gut zu unserer Apfeltag-Geschichte passt. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig für ökologische Flächen zu sorgen, an denen die Natur Vorrang hat und der Mensch kaum eingreift. Ein besonderes Anliegen hierbei ist es, den Schülern ein Bewusstsein für diese Dinge zu schaffen indem sie sich mit diesem Thema auseinander setzen und gemeinsam unter Anleitung die Bäume pflanzen“, so die Naturpädagogin.

Auch Frank Eilhard ist mit großem Eifer bei der Sache und zeigte sich begeistert über den Einsatz der Sekundschüler: „Das Thema Natur und Naturschutz steht ja gerade im Fokus, darum freue ich mich sehr, dass ich den Kindern heute etwas vermitteln kann. Worauf es ankommt, wenn man Bäume pflanzt. Oftmals ist es so, dass viele mit dem Thema gar nicht viel anfangen können. Das Interesse steigt aber immer mehr“, so der Landschaftsgärtner. Auch ein paar Tipps hat er parat: „Das Wichtigste ist die Größe des Pflanzlochs. Es sollte etwas anderthalb mal so groß sein wie der Ballen. Dann sollte man darauf achten, dass der Baum nicht zu tief und nicht zu hoch eingsetzt wird. Ganz wichtig ist auch ein Baumpfahl und eine entsprechend feste Baumbindung, die zur Hauptwindseite ausgerichtet wird. Jetzt im Herbst sollte es auch eine Startdüngung mit etwas mehr Kali geben. Dadurch werden die Zellwände etwas dicker und der Baum etwas frostresistenter.“

Für Klassenlehrerin Jana Zimmermann ist die grüne Draußenaktion ein pädagogischer Volltreffer: „Herr Eilhard ist der Vater einer der Schüler der Klasse. Als er die Idee für die Anlegung einer Streuobstwiese hatte, haben wir das direkt aufgegriffen. Wir haben das Thema Klimaschutz dann natürlich im Unterricht behandelt. Die Kinder haben sich sehr auf das Projekt gefreut. Die Schüler haben im Vorfeld Steckbriefe zu den einzelnen Obstsorten erarbeitet und Schilder vorbereitet, die nachher an den Bäumen angerbracht werden.“ Nachhaltigkeit spielt generell eine große Rolle bei den Siebenklässlern, auch wenn die „Fridays4Future“ noch nicht so präsent sind bei den Schülern. Ein ganz großes Thema ist aber ehrenamtliche Arbeit. So setzen sich die Jugendlichen für Ghana-Paten-Projekt ein. Hier besteht eine Partnerschaft zu einer Junior High School und eine Briefpartnerschaft. Derzeit wird Weihnachtsdeko gebastelt, die dann für den guten Zweck verkauft werden soll, um Spendengelder für die Ghana-Partnerschaft einzusammeln.

Die Schülerinnen und Schüler zeigen, wie es gemacht wird: Einfach anpacken, Spaß bei der Sache haben und mit einem guten Gefühl belohnt werden. Drei Jahre wird es etwa dauern, bis das erste Obst (Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche) an der Bentelerstraße geerntet werden kann. Somit werden die Bäume Jahr für Jahr wachsen, erblühen und die Schüler bis zu ihrem Schulabschluss und sicher auch darüber hinaus begleiten. So sollte Klimaschutz aussehen!

Fotos/Text: Brüggenthies


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